Asche

Prosagedicht zum Thema Abgrenzung

von  autoralexanderschwarz

Erst als Marx bereits schlief,

Entwickelte der Tisch

In seinem Holzkopf Grillen

Und begann aus freien Stücken zu tanzen,

Dann spaltete der Stab Mose das Meer

Und die Ameisen bildeten

Eine Straße.


Heuschrecken zogen plündernd

Durch das unschuldige Land,

Schwarz war der Himmel von ihren Scharen,

Überall roch es nach Dämmerung

Aasvögel und Manna

Tummelten sich

In den Wolken.


Einst roch es hier,

nach Honig und Gebäck,

jetzt ist es still,

nur noch still,

nur noch still.


Derweil hat es sich

Der Einsiedler

Oben auf dem Berg,

Gemütlich gemacht

Und von Zeit zu Zeit

Wirft er einen Blick hinunter

Um all seine Schafe

Nicht aus

Den Augen

Zu verlieren.


Gelegentlich grüßt er die Nomaden

Und oft ist da neben all dem Stolz

Auch ein wenig Wehmut.


Mit Schlange und Adler

Hat er sich in der Einsamkeit angefreundet

Vor dionysischen Freuden

Ist er damals geflohen,

Oftmals fühlte er sich verstanden

Und bemerkte erst dann,

Dass er

Alleine

War.


Die Detonationen hinter den Bergen

Können ihn längst

Nicht mehr erschrecken,

Täglich sprengen sie sich da in die Luft,

So als gäbe es für jeden

Noch ein

Zweites

Leben.


So verging die Zeit

Und so vergingen Leben

Das eine Kind knurrte gemeinsam mit seinem Magen,

während das andere,

wohlbehütet,

die Decke noch ein wenig fester

um die kleinen Ängste wickelte.


Als aber dann die Wogen

Zurückschnellten

Und alles wieder unter sich begruben,

Die Abenddämmerung den Morgen ablöste,

Der Einsiedler längst alt

Und dabei hoffnungslos geworden war,

Da glaubte man

Eines Nachts

Auf den Straßen Babylons

Einen Regenbogen

Im Mondlicht

Glitzern zu sehen.

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Kommentare zu diesem Text

BBA (43)
(30.09.09)
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