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Kurzprosa zum Thema Erinnerung


von rebell91

Ich sehe so scheiße aus. Blut steht mir nicht. Verschmierte Maskara unter den Augen auch nicht. Du willst mich trotzdem, denn du lächelst immer noch so ätzend gestört während du mich anfasst.

Ich habe beschlossen, Sabine als noch nicht annährend im realen Leben angekommen und als traurig naiv zu betrachten, als ich im Internet ein Fotoalbum mit richtig mies verpixelten Bilden von einer Animefigur gesehen habe, die sie mit ihren knapp 19 Jahren anscheinend vergöttert. Das ist peinlich und irgendwie stört und ekelt mich das, obwohl es mich ja eigentlich gar nichts anzugehen hat, in wen oder was sie verliebt ist. Auch wenn sie es für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Vor ein paar Tagen haben sie und ihr jüngerer Freund sich getrennt und irgendwie versteh ich nicht, warum die beiden zusammen waren, wenn sie sich doch wieder trennen. Vielleicht konnte er die gezeichnete Konkurrenz nicht ertragen. Vielleicht tickt er aber genauso und der Trennungsgrund liegt wo anders. Wieder einmal denke ich viel zu lange über Dinge nach, die mich einen Dreck interessieren.

Ich allerdings, hätte auch die verpixelste irreale Figur dir vorgezogen. Ein nicht existierendes Wesen, kann mich schließlich nicht verletzten. Du schon. Und außerdem hasse ich Blut, weil mir davon immer schlecht wird und auch dieses Scheiß Hämoglobin, weil es so nach Eisen schmeckt, nach Rost und das ist so eklig. Ekliger als Sabine und ihr Fetisch. Aber du sorgst dafür, dass ich diesen Geschmack nie vergessen werde. Wie soll das auch funktionieren, wenn man ihn jeden Tag wieder im Mund hat? Das Gute ist nur, dass man Blut nur im Mund schmeckt. Auf dem restlichen Körper ist es nur warm und dann kalt und klebrig. Wie Sperma. Und irgendwann gerinnt und bröckelt es dann. Wie ich.

Am Anfang habe ich noch geglaubt, ich würde sterben und mich nie daran gewöhnen. Das ist falsch. Von mal zu mal wurden meine Augen leerer und meine Sinne stumpften immer weiter ab. Irgendwann geht’s dann. Irgendwann weiß man danach, dass man noch lebt. Der Mensch gewöhnt sich mit der Zeit an alles. Ich habe aufgehört darüber zu klagen oder zu weinen. Ich bin meistens stumm und ich glaube, das ist dir recht. Was mich fertig macht ist diese verdammte Monotonie hier. Immer das Gleiche. Was mir Angst macht ist, dass es dir irgendwann auch zu langweilig werden könnte und noch perversere Fantasien in dir aufkeimen, die niemand erstickt und die du an mir ausprobieren kannst.

Du schließt mich ein und es läuft seit Stunden Edith Piaf. Ich verstehe kaum etwas von dem, was sie singt, obwohl die Musik lauter ist, als sie es sein dürfte. Edith, sei still. Du kommst zu mir und singst aus voller Kehle mit. Ekelhaft. Und du kannst nicht singen. Überhaupt nicht. Nur das du es weißt. Ich sitze auf dem Boden und hab die Arme um die Knie geschlungen. Du stupst mir ein paar auf den Kopf, bevor ich ihn ein wenig hebe. Du trägst nur einen Slip. Sagst was, ich verstehs nich, Edith ist zu laut mit ihrem französischen Drecksgesinge. Dann gehst du wieder. Wie schön.

Katrin hat mit fünf Kerlen geschlafen, während sie mit ihrem Freund zusammen war. Zumindest hat sie mir von fünf erzählt. Vielleicht waren aber noch ein paar mehr hässliche mit großem Schwanz dabei. Zu Patrick hat sie immer gesagt, er sei der einzige Mann in ihrem Leben. Ein paar Stunden später hat sie der nächste gefickt. Zwei Tage nach ihrem zwanzigsten Geburtstag hatte sie einen Autounfall und war sofort tot. Und Patrick hat um sie geweint.  Er hat tatsächlich um sie geweint und ich war kurz davor im zu sagen, was sein Engel getan hatte all die Nächte, in denen er glaubte, sie sei mit mir unterwegs. Sie hatte verdient, dass Menschen um sie weinten, aber nicht Patrick. Patricks Tränen hatte sie nicht verdient.

Was machst du da? Ich will kein Scheißschulmädchenkostüm anziehen. Nein, nimm das Feuerzeug weg. Ok, ich machs. Die selbe Suppe aus ner anderen Dose, hm? Ja, aua, ok.

Das schlimme an der Geschichte von Katrin und Patrick ist, dass Patrick sich nach einem Monat nach Katrins Tod in ein blondes Mädchen verliebte. Und deswegen hatte er solche Schuldgefühle Katrin gegenüber, dass er sich das Leben nahm. Katrins Tod war gerechtfertigt. Aber warum Patrick? Das ergab für mich keinen Sinn.

Du bist gegangen. Mich lässt du immer liegen. Danach bin ich für dich so ziemlich das uninteressanteste Ding, das es gibt. Es ist stockdunkel und ich glaube nicht, dass du das Licht für mich anmachen wirst. Ich knie mich hin und spüre den Schmerz, den du in mir hinterlassen hast. Mein Rücken, mein Bauch, meine Handgelenke, so ziemlich alles spannt und brennt. Ich presse dein Sperma aus mir heraus und suche eine Wasserflasche.

Da war dieser Junge, ich glaube er hieß Thomas. Wir waren auf der gleichen Party und er hat voll Stimmung gemacht. Er hat gelacht und getanzt. Irgendwann hat er angefangen, alle seine Sachen zu verschenken. Seine Jacke, seine Uhr, sein Hut, ein teures Feuerzeug und mir hat er seine Kippen gegeben. Ich hab erst abgelehnt, aber er meinte, er wolle sie mir schenken, er würde eh aufhören zu rauchen. Dann hab ich die Schachtel genommen, aber er bat mich sie ihm noch mal zurückzugeben. Er zog eine Zigarette heraus, schenkte mir ein Lächeln, zwinkerte und meinte, es sei die Letzte. Dann gab er mir die Kippen zurück und holte sich noch was zu trinken.

Vielleicht schaff ichs irgendwie mich umzubringen. Aber du weißt, dass ichs versuche, denn du lässt mir hier nichts, mit dem ich der Sache ein Ende machen kann, wenn ich allein bin. Kein Messer, kein Rasierer, keine Fesseln. Du nimmst alles mit, sogar die Krawatte, die ich vorhin noch getragen habe. Ich habe mal versucht, die Luft so lange anzuhalten, bis ich sterbe, aber es hat nich geklappt. Ich denke an Thomas.

Irgendwann war er weg. Im Wald verschwunden. Ich hab noch mal nach ihm gesucht und die anderen nach ihm gefragt, aber er war nicht mehr da. Ein paar Tage später habe ich wieder von ihm gehört. Seine Mutter hat ihn gefunden. Er hat in seinem Bett mit einer mit Tape verschnürten Plastiktüte um den Kopf geschlafen.

Es ist still und kalt. Ich suche eine Decke und lege mich schlafen. Ich schlafe generell in jeder freien Minute. Immer in der Hoffnung nie wieder aufzuwachen. Wie Thomas. Scheiße, ich hab ihn doch  gemocht.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Merlinelly (21) (04.02.2010)
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rebell91 meinte dazu am 04.02.2010:
danke. das freut mich
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rebell91
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Veröffentlicht am 06.10.2009, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 06.10.2009). Textlänge: 1.062 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.810 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.09.2019.
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