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Rumpelstilzchen

Märchen zum Thema Absurdes


von Leo1


Heinz oder Kunz
(von Monna)
Ein armer Müller kam einmal
durch Zufall in den Königssaal
und weil er etwas gelten wollte
tat er, was man nicht tun sollte:

Sagt, seine Tochter sei sehr schön
und lässt man sie am Spinnrad dreh’n
sie Stroh zu purem Golde spinnt.
„Mich intressiert Dein schönes Kind“

sagt der König, „diese Kunst
steht sehr hoch in meiner Gunst.
Bring sie morgen, ich befehle,
dass sie sich einer Probe stelle.“

Oh das war nun die Konsequenz
der denkwürdigen Audienz.
So sperrt der König tags darauf
ein Zimmer voller Stroh ihr auf.

Er reicht ihr Rad und Haspel dann
und sagt: “nun fang zu spinnen an.
Morgen, wenn ich Stroh noch find
musst Du sterben, Müllerskind.“

Der Müllerstochter wird jetzt klar,
wo sie hineingeraten war.
Voll Angst sie zu sich selber spricht:
„Nein, Gold ihm spinnen kann ich nicht.“

Sie weint als eine Tür aufgeht.
Ein Männlein klein im Zimmer steht
und es spricht: „Ach komm mal her.
Warum weint sie denn so sehr?“

„Spinnen muss ich“, schluchzte sie
„Stroh zu Gold und weiß nicht wie.“
Das Männlein sprach: „Was gibst du mir,
wenn ich sag, ich helfe Dir?“

„Mein Halsband“, sagt das Mädchen dann.
Das Männlein fängt zu spinnen an.
Je dreimal zog am Stroh es nur,
das Rädchen,es macht schnurr,schnurr, schnurr

Und Gold ist auf der Spule drauf.
Das Männchen steckt die nächste auf
und so geht’s fort die ganze Nacht
bis alles Stroh zu Gold gemacht.

Im Morgengrauen der König kam
und schaut erstaunt die Kammer an.
Freut sich am Gold, doch ist voll Gier.
Drum noch einmal befiehlt er ihr,

dass noch mehr Stroh sie über Nacht
zu reinem, glänzend Gold ihm macht
wäre ihr ihr Leben lieb.
Sie weinend in der Kammer blieb.

Verzweifelt setzte sie sich nieder,
da öffnet sich die Türe wieder.
Das kleine Männlein steht vor ihr
und fragt: „Mein Kind, was gibst Du mir,

wenn ich das Stroh zu Gold Dir spinn?“
„Ich geb vom Finger meinen Ring“,
antwortet das Müllermädchen.
Das Männlein dreht erneut am Rädchen

und schnurr, schnurr, schnurr, flink wie der Wind
das Männlein Stroh zu Golde spinnt.
Der Anblick freut den König sehr,
doch Goldgier treibt ihn zu noch mehr.

Er führt sie, ja sie glaubt es kaum,
in einen noch größeren Raum.
Vom Boden bis zum Dach voll Stroh
und sagt: „Verspinnst Du alles, so

sollst Du meine Gemahlin werden.“
Und denkt: „Ich finde nie auf Erden
eine Frau die reicher ist,
Auch, wenn Du Müllerstochter bist“

Das Mädchen war wieder allein.
Das Männlein tritt zur Tür herein.
Zum dritten Male fragt es an,
was sie ihm denn geben kann,

wenn es wieder für sie spinnt.
Weil sie nichts hat, will er ihr Kind.
Ihr erstes, wird sie Königin.
Sie denkt, ich kann wohl nicht umhin.

Muss, was es will, ihm zugestehn.
Oh, wie soll das nur weitergehn.
Weiß keinen Ausweg aus der Not
und geht ein auf sein Angebot.

Das Männlein spinnt mit flinker Hand,
so dass der König alles fand,
genau wie er sich’s vorgestellt.
Sich mit dem Müllerskind vermählt.

Ein Jahr lang trug sie grad die Kron
und sie gebahr den ersten Sohn.
An’s Männlein dacht sie gar nicht mehr,
da trat es plötzlich zu ihr her

Und sagt zu ihr, dass fällig ist,
was sie versprach vor Jahresfrist.
Die Königin erschrak gar sehr
und bot dem Männlein immer mehr.

Zuletzt, dass alles es bekäme,
wenn es ihr das Kind nicht nähme.
Das Männlein aber sagte:“ Nein,
was Lebendes muß es schon sein.“

Da weint so laut die Königin,
dass Mitleid rührt des Männlein Sinn.
So sprach’s: “Du hast genau drei Tage.
Findst Du die Antwort auf die Frage

wie ich heiße, dann sollst Du
Dein Kind behalten und hast Ruh.
Ja da hat die ganze Nacht
Die Königin nun nachgedacht.

Besann sich auf die tollsten Namen,
die ihr jemals unterkamen.
Schickt einen Boten über Land,
der für sie viele Namen fand.

Als anderntags das Männlein kam,
fing sie mit Kasper, Melchor an.
Dann Balzer, fragt die ganze Reih
ob das der wahre Name sei.

Bei jedem Namen sagt der Wicht:
„Nein Königin, so heiß ich nicht.“
Den zweiten Tag ließ sie nun fragen,
welche Namen denn wohl tragen

in der Nachbarschaft die Leute.
Gar merkwürdig war die Ausbeute.
So sagte sie zum Männelein:
„Heißt Du etwa Rippenbein,

Schnürbiest oder Hammelgicht?“
„Nein Königin, so heiß ich nicht“,
gab’s zur Antwort und so kam,
am dritten Tag der Bote an.

Bracht keinen neuen Namen mit,
doch er erzählt, bei seinem Ritt
kam er an einen hohen Berg.
Um’s Feuer tanzte da ein Zwerg

gar lächerlich, auf einem Bein
und wurd nicht müd dabei zu schrein:
„Heute back ich morgen brau ich
über morgen hole ich der Königin ihr Kind

Ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß“
„Ihr wißt ja nicht, wie froh ich bin“
sagte da die Königin,

als man ihr den Namen nannte,
den bisher nur das Männlein kannte.
Es kam auch bald und sagte: “Sprich!
Frau Königin, wie heiße ich?“

Die Königin sagt: „Kunz“, dann „Heinz.“
Das Männlein lacht: “Von beiden keins!“
Doch dann war Schluß mit diesem Spielchen:
„Heißt Du etwa Rumpelstilzchen“,

sagt sie zum Männlein forsch zuletzt.
Das Männlein schreit vor Wut entsetzt:
„Das hat der Teufel Dir gesagt!
Das hat der Teufel Dir gesagt!“

Stößt vor Zorn den rechten Fuß
tief in die Erde und zum Schluß
packt‘s den Linken mit ‘nem Schrei
und reißt sich selbst mitten entzwei

Und Die Moral von der Geschicht?
Nein mein Kind, die weiß ich nicht!


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Dies ist ein Gedicht des mehrteiligen Textes Grimm Gedichte.
Veröffentlicht am 19.10.2009. Textlänge: 924 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.632 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.07.2019.
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