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VII: Der aufsteigende Stern Macheys

Roman zum Thema Misstrauen


von kaltric

Im nächsten Jahr änderte sich einiges in den ehemaligen südlichen Ländern von Iotor. Raréons Lager war längst zur Kleinstadt geworden und man nannte sie immer öfter selbst hier „Rardisonan“. Es siedelten sich immer mehr Leute aus der Umgebung dort an. Doch obwohl er jetzt über die Hauptstadt von Iotor verfügte, blieb er in seinem Lager, während Machey Aurost verwaltete. Das Gebiet südlich von Aurost erhob sich nach dem Fall von diesem endgültig gegen die Iotorer und vertrieb sie aus ihren Ländereien, unterstützt von Raréon und Machey. Dojolas Igíman wurde Herrscher des Volkes und über das nun wieder existierende Königreich Tobjochen. Und auch dieses verbündete sich mit Raréon. Nachdem sie sich eine Weile nur noch über Boten ausgetauscht hatten, besuchte Raréon Machey im Herbst in Aurost.
„Ich brauche dich bald wieder bei uns“, eröffnete Raréon, nach einer Begrüßung und kurzem Austausch von Neuigkeiten.
Doch Machey schien nicht erfreut.
„Wozu? Die Bedrohung ist beseitigt! Die letzten Iotorer werden sich nicht mehr lange halten oder haben bereits aufgegeben. Ich kann dir Galand schicken, wenn du einen guten Ausbilder brauchst.“
Raréon schüttelte den Kopf.
„Du hast noch andere Aufgaben, außer dem Kampf. Wir müssen die Völker einen und ihnen die Lehren Tól und Omés bringen.“
Machey warf genervt die Arme in die Luft.
„Tól und Omé! Wer braucht die noch? Die Welt ist nicht untergegangen und wird fortbestehen, auch ohne dass sie alles an sich reißen!“
Raréon war zutiefst entsetzt und zeigte dies auch deutlich.
„Unser Ziel ist die Einheit der Völker – Frieden – ein goldenes Zeitalter“, brachte er gerade noch hervor.
„Umschreibungen für weitere Eroberungen!“ entgegnete Machey hitzig, „Auch die Iotorer hatten ein goldenes Zeitalter.“
Raréon war fassungslos ob dieses Vergleichs.
„Sie hatten andere Völker versklavt, unterdrückt und ihnen ihren Willen aufgezwungen. Unseres aber ist ein freiwilliger Bund!“
„Wenn du das glaubst, wirst du bitter enttäuscht werden“, entgegnete Machey, seine Hoffnungen Raréon überzeugen zu können fahren lassend.
Raréon blickte verletzt. Doch wechselte er lieber das Thema.
„Kommst du nun mit zurück oder nicht?“ fragte er vorsichtig, doch ernst.
Und Machey blickte ebenso ernst zurück.
„Du kannst von deinem Lager aus nicht alles überwachen. Nimm du das Lager, Huálor und Emadé und lass mir Aurost und Tobjochen.“
Raréon funkelte ihn böse an.
„Huálor, Emadé und Tobjochen sind unsere Verbündeten, nicht unsere Untertanen!“
„Du willst alles nur für dich“, stellte Machey gehässig fest.
„Komm mit oder spüre die Folgen“, antworte Raréon und ging.
Machey blickte ihm nachdenklich hinterher. Er hatte es satt, in diesen Landen nur der Zweite sein zu müssen. Zwei Wochen später erreichte eine Botschaft Aurost. Machey sollte zu Raréon kommen, welcher sich in seinem Brief entschuldigte und eine Belohnung für Macheys Dienste hätte. Doch zu diesem Zeitpunkt weilte Machey bereits nicht mehr in Aurost. Galand, der zurück geblieben war, musste Raréon mitteilen, dass Machey den Fluss hinauf gezogen war, gen Süden. Nun wollte auch Machey es zu etwas Großem bringen. Er hatte die ihm Getreuen um sich gesammelt. Groß war ihre Gruppe allerdings nicht und so kamen sie gut und recht unbemerkt voran. An Tobjochens Grenze haltend, gelangten sie in die südlichen Berge. Einen Pass hindurch zu finden war nicht einfach, doch entdeckte Machey schließlich den Weg zurück zu dem Pass, welchen er Jahre zuvor mit Raréon durchquert hatte. Weiter nach Süden wanderten sie und erreichten bald in TuKarra. Im Spätsommer gelangten sie an den Haregez, den gewaltigen Strom. Auf der Suche nach einer Brücke begegneten sie schließlich ihr.
Sie befand sich gerade mit einer Jagdgesellschaft nah dem Fluss bei einem kleinen Wäldchen. Ein Lager war errichtet worden, farbige Zelte und Wimpel erzählten von ihren adligen Herren. Einundvierzig davon zählte die Gruppe noch. Machey beschloss, der Gesellschaft allein einen Besuch abzustatten. Nur seine beiden engsten Vertrauten begleiteten ihn. Offen und ohne etwas zu verstecken, stapften sie durch das hohe Gras und betraten die Zeltreihen. Über Feuerstellen brutzelte und briet gefangenes Wild, in Pfannen wurden Pilze gebraten und in Töpfen blubberten Suppen und Soßen. Vor jedem Zelt war ein Tisch aufgebaut, nebst zahlreichen Stühlen und Liegen. Überall saßen wichtig aussehende Leute und sahen teils desinteressiert, teils neugierig ihnen nach, während ihre Diener ständig zwischen ihnen umher wuselten und ihnen Annehmlichkeiten zuteil werden ließen. Einen davon hielt Machey an.
„Sag mir, zu wem gehört diese Gesellschaft?“
Und der Junge antwortete unterwürfig, nicht einmal ungehalten ob dieser Störung seiner Tätigkeiten: „Unsere Herrin Enreesa ist hier mit ihrer Jagdgesellschaft zum Abendmahl versammelt, Herr. Ihr findet sie dort hinten in dem Zelt, dem großen in Gelb und Rot.“
Damit deutete er auf das größte der Zelte, wandte sich ab und verschwand wieder, wie er gekommen war. Natürlich hatte Machey bereits von Enreesa gehört. Immerhin war sie die Herrscherin von Karra und ganz TuKarra. Machey hatte zahlreiche Geschichten über sie und ihre fast schon sagenumwobene Schönheit, doch auch Einsamkeit gehört und wurde gar neugierig auf sie und darauf, ob auch nur ein Körnchen Wahrheit in diesen Legenden stecke. Er ging zu ihrem Zelt und bat die beiden Wächter, ihn zu ihrer Herrin vorzulassen. Diese erkundigten sich geschwind im Zelt und ließen ihn alsbald passieren, doch seine Begleiter hatten draußen zu warten und wurden schnell in die Reihen der auf das Abendmahl Wartenden aufgenommen. Und Machey hob den Vorhang und betrat das Zelt der Herrin Enreesa, Herrscherin von Karra und ganz TuKarra. Im Zelt war es weit dunkler als noch zuvor draußen, und so erblickte er sie zunächst nicht.
„Wer seid ihr bitte, wohin reist ihr und was ist euer Begehr?“ fragte da eine helle Stimme.
Und nun sah er sie, sich halb auf einer Liege räkelnd, halb auf ihr sitzend, eine Schale voll Obst vor ihr auf einem verzierten Tisch, und war wie gebannt. Ihre Schönheit übertraf alle Legenden, alle Gerüchte, alle Erzählungen die er je über sie gehört hatte; ihre Anmut war entzückender denn die aller Frauen derer er je ansichtig, ihre Nähe fesselte mehr denn die jedes anderen Wesen, dem er je begegnet war.
„Nun?“ brach sie leicht amüsiert das Schweigen. „Ihr wolltet zu mir, also sprecht nun auch.“
Und sie lächelte – ermutigend, doch Machey nur bezaubernd.
In ihrem Bann stehend, sprach er: „Mytillin Machey nennt man mich; aus dem Norden komme ich, doch ursprünglich aus dem fernen Westen. Ich weiß nicht, wohin ich reise, doch ich fliehe.“
Nur leicht fragend blickte sie.
„Ihr flieht? Wovor?“
Nun verdüsterte sich sein Gesicht.
„Vor Raréon, ehemals einem teuren Freund. Doch nun täuscht er ein edles Ansinnen vor um in dessen Namen die Völker selbst bezwingen und beherrschen zu können.“
„Raréon? – Ich glaube, jemand berichtete mir von diesem Namen. Trägt ihn nicht der Sieger über Iotor?“
„Ja, das ist er und besiegen tat er sie – oder besser, ich tat es für ihn. Doch nun zeigte sich, dass er genauso süchtig nach Macht ist, wie es die Iotorer vor ihm waren. Er will alles beherrschen und wird sicher auch noch hierher kommen.“
„Hierher?“
Sie blickte leicht verunsichert, doch gewann dann wieder Vertrauen. Sie deutete auf den Platz neben sich.
„Setzt euch doch und erzählt mir bitte von euch und diesem Raréon.“
Und so tat er dann. Er erzählte ihr von sich, seinen Erlebnissen und der Zeit mit Raréon. Doch er erzählte ihr nicht alles und auch nicht immer die Wahrheit. Er berichtete, dass ihr und ihrem Reich aus dem Norden Gefahr drohen würde, dass Raréon ihn verraten hätte, dass er Angst vor ihm hätte und einsam nach einer Zuflucht suche. Und so bot sie ihm letztlich an, mit ihr nach Karra zu gehen, in die alte Stadt am Haregez und östlich im Reiche gelegen. Sie verbrachten noch viel Zeit miteinander, kamen sich näher und festigten dies ein Jahr später schon in einem Bund der Ehe. Machey wurde damit zweitwichtigste Person des Reiches von TuKarra. Schließlich rief er eine Versammlung von Adligen und anderen wichtigen Leuten des Reiches in Karra zusammen und stellte sich vor sie, um zu ihnen zu sprechen.
„Ruhe bitte, meine Herren!“ ermahnte er sie, während noch alles miteinander tuschelte und raunte.
Als endlich Stille herrschte und alle ihm gespannt ansahen, begann er mit seiner Rede.
„TuKarra ist ein ruhiges und schönes Land. Seine Bewohner leben seit Jahren in Ruhe und Frieden mit seinen Nachbarn. Doch nun droht diesem schönen Reich am Haregez zwischen den Bergen eine neue, große Bedrohung. Wie ihr bereits wisst, kam ich aus dem Norden. Ich diente dort dem so genannten Anhänger von Tól und Omé, welcher sich Raréon nennt. Doch musste ich erkennen, dass Raréon bloß entsandt wurde, um seinen Herren Tól und Omé, welche bereits über einen Teil von Lurruken herrschen, bei ihren weiteren Eroberungen zu helfen.
Nun, meine Freunde – wollen wir zulassen, dass Raréon hierher kommt um TuKarra zu verwüsten, eure Frauen zu schänden, euch zu versklaven und eure Ländereien Tól und Omé vorzuwerfen?“
Empörtes Gemurmel entstand im Saal und viele riefen: „Nein!“
Einer der Adligen, Garmyn aus Vorra, erhob sich von seinem Stuhl.
„Was wollt ihr denn bitte tun, um diesen Raréon davon abzuhalten, über uns herzufallen? Wir haben zwar schon davon gehört, dass er Iotor bezwungen hat, doch wer sagt uns, dass er selbiges ausgerechnet mit TuKarra vorhat? Bisher gibt es keine Anzeichen dafür! Wer sagt uns, dass ihr uns nicht nur gegen ihn aufhetzen wollt?“
Machey blickte ihn verärgert und genervt an. Die anderen Anwesenden beobachteten abwechselnd beide.
„Wollt ihr etwa warten, bis Raréons Armee endlich über die Pässe strömt um eure Ländereien, Dörfer und Burgen zu überfallen, eure Häuser anzuzünden und eure Untertanen zu töten?“
Wieder riefen viele „Nein!“
Doch Garmyn blickte derweil weiter ernst.
„Was genau habt ihr nun vor?“ fragte er.
Machey ließ Zeit für eine dramatische Pause, um alle fest anzusehen.
„Als ich herkam, merkte ich, dass der Pass über die Berge euer Schwachpunkt ist. – Soumyl!“
Der Angesprochene blickte überrascht auf.
„Eure Burg Dunnar liegt doch nah des Passes, oder?“
„Das stimmt, Herr“, antwortete Soumyl unwohl.
„Wie oft reisen Leute über den Pass? Habt ihr unser Ankommen bemerkt?“
Soumyl blickte leicht Hilfe suchend durch den Raum, doch fand keine. Schließlich wagte er eine Antwort.
„Wir überwachen den Pass nicht immer, es gab nie Schwierigkeiten, …“
Machey schlug fest und bestimmt auf den Tisch vor sich.
„Genau das ist es! Ihr bemerkt nichts! Eine ganze Armee könnte sich heimlich an euch vorbei schleichen während ihr in eurer Burg sitzt, Däumchen dreht und an nichts Böses denkt!“
Soumyl blickte beschämt zu Boden. Doch Garmyn sah beide abwechselnd und verärgert an.
„Und doch steht am Pass ein alter Turm“, fuhr Machey fort. „Völlig verlassen und halb am zerfallen.“
„Der Pentas – vor Urzeiten von Omijern erbaut“, murmelte ein anderer der anwesenden Adligen – Varman.
Machey nickte ihm zu.
„Genau. Ich sage, lasst uns den Pentas wieder herstellen, verstärken und eine Festung darum errichten!“
„Eine Festung?“
Die Anwesenden murmelten überrascht mit- und durcheinander.
„Eine Festung, den Pass zu überwachen“, stellte Varman fest und schien begeistert oder zumindest auf der Seite von Machey. „So sei es!“
Und diesmal rief die Menge laut: „Ja! So sei es!“
„Und wie soll sie heißen?“ rief man.
Machey blickte triumphierend und sprach feierlich: „Sie wird Verteidiger von TuKarra sein, also lasst sie uns deshalb Pegrott nennen!“ Welches in der Sprache von TuKarra schlicht Verteidiger bedeutete.
„Pegrott!“ rief man begeistert und stieß mit den Weingläsern an.
„Und wann beginnt der Bau?“ rief man.
„Schon bald, denn Raréon wird immer mächtiger!“ antwortete Machey ihnen und rief ihnen den Grund des Baus wieder ins Gedächtnis.
„Und wer soll über sie herrschen?“ rief man ein drittes Mal.
„Nun“, fing Machey an und wurde leicht spöttisch, „lasst Soumyl sie verwalten, damit er aufmerksamer wird!“
Man lachte und stieß auf Soumyl an während dieser sich unbehaglich umsah. Garmyn musterte die Versammelten düster.
„Dann ist es beschlossen!“ sprach Machey und erhob seinen Kelch, „Nun lasst uns endlich essen!“
Und sofort betraten Bedienstete die Halle und trugen Speisen auf. Doch Garmyn warf Machey einen letzten finsteren Blick zu, dann verließ er den Saal. Man feierte Soumyl, Machey und Pegrott, bis weit in die Nacht hinein, doch auch Machey zog sich bald schon zurück.


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