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Abfluss verstopft die 5.

Erzählung zum Thema Geheimnis


von Feuervogel

Nachdem mich Harry auf das Sofa gebettet und ich mich etwas beruhigt hatte, fiel ich in einen kurzen Dämmerschlaf. Ich träumte, ein schwarzer Panther lauerte mir auf während eines Spaziergangs durch den Schlosspark. Er sprang mich an und wir kämpften miteinander. Ich dachte, er würde mich töten. Doch da entwickelte ich Bärenkräfte und schaffte es ihn in den Abgrund des Schlossgrabens zu stoßen. Er war zwar nicht tot, kam auch wieder den Berg herauf gekrochen, doch verhielt er sich plötzlich lammfromm mir gegenüber. Das erstaunte mich sehr. Er begleitete mich weiter auf meinem Spaziergang. Als ich erwachte, hielt das Staunen an. Wie war es mir möglich gewesen den schwarzen, starken Panther zu besiegen und ihn dadurch zu zähmen? Diese Gedanken beschäftigten mich während der Aufwachphase. Harry saß im Sessel in ein Buch vertieft. Ich hielt die Augen weiterhin geschlossen, da ich eigentlich allein sein wollte. Ich wollte nicht, dass er bemerkte, dass ich bereits erwacht war. Ich grübelte weiter. Da ging unsere Türglocke und Harry erhob sich, um die Tür zu öffnen. Ich vernahm eine fremde Stimme, die Harry freudig begrüßte. Ach, Dr. Schneider, ich bin ja so froh, dass Sie es einrichten konnten vorbeizukommen. Der Zustand meiner Frau wird immer kritischer. Dr. Schneider trat ins Wohnzimmer ein und bemerkte leise, oh, ihre Frau schläft ja noch. Ich möchte sie nicht stören, denn der Schlaf tut ihr auf jeden Fall gut. Was aber soll ich nur tun? sagte Harry. Sie behauptet noch immer, meine verstorbene Frau würde ihr erscheinen und ihr einiges über mich erzählen. Dr. Schneider meinte daraufhin, sie hätten ihr eben die Wahrheit sagen müssen und ihr dieses Kapitel ihres  Lebens nicht verschweigen dürfen.

Ich lauschte dem Gespräch der Beiden mit klopfendem Herzen. Also war Harry doch verheiratet gewesen. Warum aber verschwieg er mir diese Tatsache, und stritt das auch noch ab? Aber ich hatte ja gar nicht mit ihm gestritten, denn ich kannte ihn doch gar nicht. Was wurde hier nur gespielt?

Sie wissen wenn ihre Tarnung auffällt, dann ist das Projekt geliefert, sagte Dr. Schneider. Welches Projekt? Mir wurde immer unheimlicher zumute. Die Atmung fiel mir schwer und es kribbelte in meinem Hals, so dass ich einen leichten Hustenanfall nicht mehr zurückhalten konnte. So ein Mist, musste das ausgerechnet jetzt passieren? Die Männer waren sofort still und Harry bemühte sich  mir auf den Rücken klopfend, vom Sofa aufzuhelfen. Tina, schau Dr. Schneider ist eingetroffen, er schaut nun nach dir.

Ich schaute den kleinen grauhaarigen Herrn verwirrt an. Sie sind also mein Hausarzt, fragte ich. Aber ich kenne Sie überhaupt nicht. Mein Arzt heißt Dr. Fischer. Ja, Frau Brenner, vor dem Überfall, haben Sie den Arzt gewechselt, dass erinnern Sie momentan eben nicht. Sie leiden an retrograder Amnesie.

Was für ein Überfall? Frau Brenner, es wäre nicht gut die Geschichte in ihrem jetzigen Zustand aufzuwirbeln. Sie müssen erst einmal stabiler werden. Ich werde Ihnen nun eine Spritze geben, sie werden sehen, dann geht es Ihnen bald besser. Sie werden schlafen und dann werden wir in Ruhe entscheiden was zu tun ist. Nein, bitte, bitte geben Sie mir keine Spritze, bitte bringen Sie mich hier weg. Dieser Mann ist nicht mein Mann. Das alles hier ist eine Lüge. Ich bin hier in etwas hineingeraten was überhaupt nichts mit mir zu tun hat. Bitte, glauben Sie mir doch und helfen Sie mir. Ich habe so furchtbare Angst.  Frau Brenner, beruhigen Sie sich. Er zog langsam die Spritze auf und bat mich meinen unteren Rücken frei zu machen. Ich weigerte mich, so dass Harry etwas rabiat nach mir griff, mir den Pulli in die Höhe riss, und Dr. Schneider zustechen konnte. Ich weinte, schrie und tobte, ergab mich dann aber letztlich in mein Schicksal. Am anderen Ende des Raumes sah ich plötzlich wieder  die Frau stehen, sie hielt eine Leine in der Hand. Neben ihr saß der  zahme schwarze Panther.  Sie bat mich zu schweigen und legte ihren Zeigefinger auf ihre Lippen. Ich sank erschöpft in meine Kissen und wartete. Ich wurde langsam ruhiger und schläfrig. Die Männer standen auf und verließen den Raum. Ihre Stimmen hörte ich nur noch säuselnd aus weiter Ferne. Da kam Sie zu mir mit dem Panther an der Leine. Glauben Sie mir, sagte sie, es wird alles gut. Vertrauen sie ihren inneren Kräften. Ich bin real. Ich  und auch der Panther, wir sind auf ihrer Seite und wir werden Ihnen helfen. Ich konnte die Augen schon nicht mehr offen halten und schlief augenblicklich ein. Das letzte was aus weiter Ferne zu mir drang, waren die Stimmen einer Frau und eines Mannes die sich aufgeregt miteinander unterhielten.

Ich sah ihn in der Ferne auf mich zu rennen. Er war wunderschön. Seine Bewegungen so geschmeidig und elegant. Sein Fell glänzte schwarz seiden in der Sonne. Staunend betrachtete ich seine Schönheit. Je näher er mir kam, desto langsamer wurden seine Bewegungen. Plötzlich stand er still und umkreiste mich. Ich verspürte keine Angst. Er rieb sein Fell an meinen Beinen und seine tiefen dunklen Augen schauten mich verführerisch an. Ich beugte mich zu ihm und sprach zärtlich auf ihn ein. Na, mein Schöner, darf ich dich berühren? Er knurrte mir sein Einverständnis entgegen. Zaghaft glitt meine Hand über seinen seidenen Rücken. Er fühlte sich  weich und warm, total vertrauenserweckend an. Ich fühlte mich geborgen, so als wäre ich angekommen, endlich daheim. Da bemerkte ich, wie ich mich veränderte, langsam zwar und doch unaufhaltsam. Ich rollte mich über den Boden und war ihm gleich geworden. Er schaute mich an, leckte mir das Fell und knurrte mich liebevoll an. Ich begehre dich, du schwarze Schönheit. Viel zu lange schon habe ich auf dich gewartet. Ich will dich. Wieder umgarnte er mich, dann packte er mich von hinten und stieß mit seiner prallen Männlichkeit gierig zu. Mir verging hören und sehen. Nie zuvor war ich in solch einem Taumel der Lust gefangen gewesen. Es gab kein entrinnen mehr, es explodierten die Sterne und ich ließ geschehen, was mir geschah als tierischem Weib.

Ich erwachte mit einem Schaudern auf der Haut und vollkommen verschwitzt. Wieder befand ich mich in meinem Bett, doch diesmal alleine. Wo war Harry? Ich erhob mich langsam, streckte mich und wankte zum Kleiderschrank. Harrys Kleider waren weg. Es war so wie ich es kannte. Doch ich traute mir und auch dem Normalen nicht mehr. Ich hatte Angst. Irgendetwas war trotzdem anders. Ich bemerkte die Feuchte in meinem Schoß, wie sie abwärts lief und berührte mich zwischen den Beinen. An meinen Händen war Blut, überall war Blut, auch im Bett, auf den Laken. Das war nicht das übliche Periodenblut, sondern es war anders, fremd und zerstörerisch. Ich griff nach dem Hörer des Telefons und wählte die Nummer des Notrufs. Bitte, kommen sie schnell, helfen sie mir. Hier ist überall Blut, in meinem Bett, an mir und ich weiß nicht was mir geschieht. Zitternd setzte ich mich auf den Bettrand. Jetzt verspürte ich auch die Schmerzen in meinem Unterleib. Es riss etwas an mir. So als wolle mir jemand etwas abreißen. Es tat höllisch weh. Ich krümmte mich. Da klingelte es auch schon an der Tür. Sanitäter stürmten in meine Wohnung. Hinter ihnen erschien der Notarzt.

Das sieht nach Fehlgeburt aus. Ich dachte, ich hörte nicht richtig. Fehlgeburt? Ich war doch gar nicht schwanger gewesen.

Ela

 
 

Kommentare zu diesem Text


franky
Kommentar von franky (29.12.2009)
Hi liebe Ela,
Das ist wieder eine so fantastische spannende Geschichte! Schade dass sie so aprupt geendet hat...
Es kommt doch eine Fortsetzung?...

Herzliche Grüsse übern Zaun

von

Franky
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Feuervogel meinte dazu am 29.12.2009:
Franky, "Abfluss verstopft" fängt eigentlich mit der ersten Erztählung an...geh mal zurück in den November...LG Ela..(fertig bin ich noch nicht)
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