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Skizze zum Thema Tod


von rebell91

Es schien als wäre die Frage die ich stellte ein Windhauch, der das Lächeln aus ihrem Gesicht wehte.
"Wo warst du?"
Ihr Blick ging zu Boden. Beschämt. Sie starrte auf ein Silberfischchen, das vor ihr auf dem Boden umherkroch und um sein Leben kämpfen musste. Genau wie sie.
Ihre Augen waren leer. Als ich sie fand waren sie voll gewesen. Voll von Angst.
"Bahnhof", nuschelte sie. "Ich kenne ihn nicht."
Das Silberfischchen krabbelte unter ihren Fuß. Sie drückte ihn fest auf den Boden.
Mit zitternden Knien stand sie auf, während sie sich an der Wand abstützte. Taumelnd drängte sie sich an mir vorbei, bereit um in eine Leere zu springen.
„Wen kennst du nicht?“
Es wirkte grotesk wie sie dastand und niedlich den Kopf zur Seite legte, während sie leichenblass war und am ganzen Körper zitterte.
„Niemand.“
„Niemand...“
Sie wollte sich umdrehen und verschwinden, hielt aber inne und blickte mich abschätzend an während sie mit den Vorderzähnen in ihre Unterlippe biss. Dann sah sie mich mit flehenden Augen an und zog ihr Shirt aus.
„Kannst du mal fühlen?“
„Was“
„Ob es noch da ist“, flüsterte sie.
„Wohin soll es denn?“ ich zog die Schultern hoch. Sie trug einen schwarzen BH und weil es so kalt war konnte ich sehen was sich unter dem Stoff abzeichnete. Sie trat dicht an mich heran.
„Bitte.“ Sie hatte überall Gänsehaut und ihre Stimme klang ängstlich.
Ich legte meine rechte Hand auf ihre Haut und seufzte. Sie zuckte zusammen. Meine Hand war kalt.
„Ja, ist da.“
„Sicher?“
„Ganz sicher.“
Sie drückte mich fest an sich. „Ich hab mir schon Sorgen gemacht.“
„Geh schlafen.“
Sie küsste mich auf den Mund. Ganz kurz. Ganz sanft. Wie ein Windhauch.
„Gute Nacht.“
„...“

Am nächsten Morgen waren meine Lippen blutig. Sie war fast nur zum Schlafen hier. Sonst war sie immer irgendwo und meistens nicht erreichbar. Als ich heute morgen in die Küche kam, hatte sie schon gefrühstückt und war gegangen. Der Kühlschrank stand noch offen. Ich tapste Barfuß über die kalten Fließen und schloss ihn vorsichtig. Dann tapste ich ins Bad. Sie kam nicht zum Mittagessen. Sie kam nicht zum Abendessen. Sie kam nicht um zu schlafen. Sie kam nicht zum Frühstück. Sie kam nicht zum Mittagessen.
Das Telefon klingelte.
„Das ist nicht witzig Lilly. Ich mach mir Sorgen!“
„Spreche ich mit Eva B.?
Das war sie nicht. Das war ein Kerl mit unglaublich tiefer Stimme.
„Ja.“ Es hörte sich wie ein Geständnis an.
„Wir brauchen sie für eine Identifikation.“

„Das muss sie doch gar nicht sein. Es gibt tausend Mädchen, die ihr ähnlich sehen. Wer weiß, wer behauptet hat, dass das Lilly sein soll.“
Nina fuhr mich zum Revier und schlug wütend mit der Fast aufs Lenkrad. „Was bilden die sich eigentlich ein, hm? Erschrecken dich fast zu Tode. Für nichts! Wirste sehen. Für nichts! Lilly wird sauer sein, wenn sie nach Hause kommt und vor verschlossener Tür steht.“ Ich nickte.

Wir saßen auf weißen Plastikstühlen, die an der Wand befestigt waren. Und nachdem Nina eine Packung LM geraucht hatte kam ein großer, kräftiger Mann mit Oberlippenbart durch die Milchglastür, die mich die ganze zeit anstarrte. „Eva B.?“ „Ich.“, flüsterte ich. Nina stand auf. „Sind sie verwandt?“, fragte er sie. „Nein.“, rief Nina trotzig. „Und ich finde es unverschämt...“ „Dann müssen sie leider hier draußen warten.“ Erwiderte er mit dieser unglaublich tiefen Stimme, die zu seinem äußeren Erscheinungsbild passte. Er nannte mir seinen Namen und wir traten durch den Schleier der Milchglastür.

Wir gingen in ein Büro. Er bat mich ihm gegenüber Platz zunehmen und zog zwei weiße Quadrate aus einer Schublade. Er würde mir zwei Fotos zeigen. Er wisse, dass das unheimlich schwer sei, aber es sei für alle von äußerster Wichtigkeit. Er laberte etwas von Schussverletzung. Kugel durch den Mund eingetreten und durch Hinterkopf wieder ausgetreten. Ich wollte ihm diese Scheißfotos aus der Hand reißen, als er sie vor mich auf den Schreibtisch legte. Da war ein Gesicht. Zuerst dachte ich, es hätte eine Maske auf, weil die gesamte Partie rund um die Augen blauschwarz verfärbt war. Die Augen selbst waren nur halb geschlossen und geschwollen. Die Augenfarbe erkannte ich trotzdem nicht. Wessen Augen das auch immer waren. Ihre bestimmt nicht. Ihre konnten es nicht sein. Eine Blutspur bis zum Kinn und ein paar rote Pünktchen. Das war sie nicht. Oder vielleicht doch. Das letzt mal hatte ich sie schließlich lebend gesehen.
„Ich weiß nicht.“
„Wann haben sie ihre Schwester zum letzten mal gesehen?“
„Gestern.“
„Hat sie irgendwelche Andeutungen gemacht?“
Klopf. Klopf. Klopf.
Ich schüttelte den Kopf im Takt.

Das Laken, in dem ein totes Mädchen lag, war an manchen Stellen blutdurchdrängt. Der Kerl ging bis zum Kopfende, legte eine Hand auf das Laken und blickte mich an.
„Bereit?“
Ich hatte noch nicht antworten können, da hob er schon das Laken. Das Gesicht, das ich schon von den Bildern kannte starrte mich an. Das geronnene Blut um die Augen. Die Lippen blauschwarz. So bleich. Dann die Augen. Die Augen. Ihre Augen. Ich brach schneller zusammen, als er mich hätte auffangen können. Ich kotze meinen Mantel und das Laken voll. Seine Augen waren weit aufgerissen und er rüttelte an meinen Schultern. Überall Kotze.
„Lilly du verfluchte Hure!“ Schrei ich sie an. Dann war alles still und dunkel und gut. Es war ein Traum. Ich würde gleich aufwachen, weil sie meine Haare flocht und kicherte. Ich würde ein meinem Bett liegen und sie würde sich zu mir kuscheln und eiskalte Füße haben.
Aber das war kein Traum. Das war nicht mein Bett und Lilly würde nie mehr kichern. Nie mehr. Nie mehr. Ich spürte wie ich weinte. Nie mehr.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Samhain (23) (07.01.2010)
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rebell91 meinte dazu am 08.01.2010:
nein. tut er (gott sei dank) nicht.
teils? ;)
lg
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shadowhunter (28) antwortete darauf am 14.01.2010:
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rebell91 schrieb daraufhin am 14.01.2010:
bei csi kann ich dir nicht so ganz zustimmen, aber beim rest geb ich dir recht.bin selbst noch nicht zufrieden damit. liebste grüße.
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Kommentar von MellonCollie (24) (08.01.2010)
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rebell91 äußerte darauf am 08.01.2010:
klar hab ich aus deutschland deine teenies! :*
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Kommentar von Alegra (41) (08.01.2010)
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rebell91 ergänzte dazu am 08.01.2010:
oh. du hast recht. ich hab den text ziemlich schnell runtergeschrieben, da ist mir das gar nicht aufgefallen. vielen dank!
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Kommentar von Skandia (43) (15.01.2010)
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rebell91 meinte dazu am 15.01.2010:
vielen dank. das freut mich wirklich.
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Snowy (22) meinte dazu am 20.08.2011:
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