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Dr. Draller, Nachfolger Draculas

Satire zum Thema Horror


von KayGanahl

Abends, es ist noch keine 20 Uhr. Es war ein schöner Tag: eine aufdringliche Sonne schien auf so manches bescheidene Hirn, welches sich unter sie gewagt hatte. Und alle Bürger (wohl fast alle Bürger) der kleinen unbedeutenden Stadt kamen treuselig ihren beruflichen Verpflichtungen nach. Auch heute passierte nicht viel von Bedeutung in ihr.

Dr. Draller lässt sich von Joshua in diesem Moment, ganz wie gewohnt, die Tür zum großen Schloßsaal öffnen. Joshua druckst etwas herum, kann sich jedoch - dies ist allerdings ganz ungewohnt - nicht zurückhalten, folgende Äußerung zu machen: "Sie werden hier im Ort bald sozial gemieden werden; man hat den Sheriff und weitere Autoritäten der etablierten Ordnung bestens informiert!" Ein kraftvolles Lachen kommt hierauf mitten aus dem Saal. Jemand steht dort und hört zu und beobachtet -
und Dr. Draller blickt sich sogleich nach seiner "treuen Seele" Joshua um, weiß sich von ihm übelst angesprochen, so dass in ihm Wut aufsteigt, die unterdrückt werden muss.
"Wie meinst Du?" fragt er, sich noch beherrschend, nach.
"Sie wird man bestimmt meiden, die Menschen im Ort sind mittlerweile über Sie im Bilde!"
"Das habe ich nicht gehört ...., Joshua! Unverschämt!" entgegnet Dr. Draller. Er geht zu seiner Couch, um sich auf sie zu setzen. Ganz wie gewohnt!
Die Haushälterin Illia hält sich im Hintergrund, aber ihr Lachen setzt sie fort. Das ist durchaus als ein Kommentar zum Verhalten Joshuas und seines Herrn, dem Nachfolger Draculas, gemeint. Nun, Dr. Draller, der sich jetzt ganz bald mit diesem seinem Joshua machtvoll und brutal auseinandersetzen müsste, will offensichtlich die Form wahren.

Als Dr. Draller sich gesetzt hat, sich in altgewohnter Bequemlichkeit ein, zwei Stunden Entspannung gönnen will, gesellt sich dreist sein Diener neben ihn.
"Ich bin ein Verräter. Ich habe Sie verraten, Sie ... Sie müssen mich ermorden!"
"Du bist ein Untoter, Joshua! Wie ich!"
"Sie müssen mich bestrafen, verdammt!"
"Wir werden sehen ... wer will meine Linien ernsthaft stören? Die Leute in der Stadt sind mir letztlich immer nur weitgehend wehrlos ausgeliefert. Ich kann sie jederzeit beherrschen ... mein Blutdurst ist groß. Ich bin der Unersättliche!"
"Bloß nicht!" ruft die Haushälterin Illia aus. "Bloß nicht mehr ... aus!" Und sie lacht weiter.

Dr. Draller hat sich dies geduldig angehört, er geht aber nach einigen Minuten zu seinem Medizinschrank im Saal, über dem ein Gemälde seines Vorfahren, des Karpaten-Fürsten, hängt.
"Er war noch fähig zu den größten, unvorstellbaren Schandtaten, wogegen ich mich in aller Bescheidenheit mit dem Stillen meines Blutdurstes bescheiden muss. Das geht mir auf die Nerven!" äußert er in aller Sachlichkeit. Er öffnet den Schrank mit geübter Hand. In seiner roten Kutte sieht er aus, als wäre er nicht Dr. Draller, sondern einer der Patienten, denn er führt noch seine bis heute einigermaßen gut gehende Praxis der Allgemeinmedizin in der Stadt mit der "Straße der Toten äh Untoten", wo er während der Sprechzeiten jedermann, ob alt oder jung, reich oder sehr jung, empfängt. Er gilt als der mieseste Arzt der ganzen Gegend, aber das bedeutet ihm nur insofern etwas, als es ihn zutiefst zufriedenstellt.

Wunderlich ist er während der Zeit seines Aufenthalts in dieser kleinen unbedeutenden Stadt eigentlich nicht geworden. Anfechtungen, die ihn irritieren sollen, kann er ertragen; immer kann er alles (oder nur vieles?) in seinem Kopf gut ordnen. Ordnung ist (manchmal) sein Lebensinn, Unordnung weiß er routiniert in den Nächten zu schaffen - durch die Anwendung der ewigen Grundregel, die man "Blutregel" nennt. Menschen müssen sterben.
"Wir sind die Herrscher der Nacht, sonst keiner!" ist sein Lieblings-Spruch.
Er trinkt jetzt vor dem Schrank aus einem Glas mit Blut.

Schnell zerrt er in diesem Augenblick den überaus neugierigen Joshua zu dem Medizinschrank herüber. Joshua hat sich zu nah an Dr. Draller heran gewagt.
Dr. Draller: "Nun?"
Joshua: "Hmm!" Er guckt mit leeren Augen.
Dr. Draller: "Ich sage, irrational ist das Verhalten der Menschen in der Stadt. Ich bin doch kein Mörder, wie kommen die darauf! Das Gesetz der Untoten schützt mich doch, es ist ein Naturgesetz, dem ich und alle Welt gehorchen muss!"
Joshua senkt den Kopf: "Ach ... ja?"
"Sind sie alle gegen mich?"
Joshuas Augen blitzen auf und er entgegnet: "Ja! Sie sind es! Weil die Stadt jetzt auch durch Gerüchte verseucht worden ist. Die Menschen wurden nämlich über Monate durch Mutmaßungen gefüttert."
Dr. Draller: "... shit! Die Mädchenmorde sind gewisslich grauenhaft für die Bevölkerung. Aber sie kann doch einen ... Menschen ... wie mich nicht gleich öffentlich als Mörder hinstellen ...!"
Joshua weiß darauf nichts mehr zu sagen.

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