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Die Süße der See

Märchen zum Thema Elemente


von LillyWaldfee


Dieser Text gehört zum Projekt Maritimes.
Die Süße der See

Die tief stehende Sonne tauchte das große Meer in ein mildes goldenes Licht.
Auf einem Felsen am Ufer saß Azucar und blickte hinaus über das schier endlose Wasser. Sein Blick war fasziniert, ängstlich und erwartungsvoll zugleich.
Er war der Sohn eines Fischers und wartete wie fast jeden Tag auf die Rückkehr seines Vaters. Eigentlich hätte er mit ihm hinausfahren sollen und dem Vater helfen, den Fang einzuholen.
Aber alles in ihm sträubte sich dagegen.Er hatte großen Respekt, wenn nicht sogar Angst vor dieser riesigen Menge Wasser, die alles Mögliche in ihren Tiefen verbarg.
Das war ihm nicht geheuer.Er traute nur dem, was seine Augen sehen konnten und dem, was er mit seinen Händen greifen konnte. Er war klug und vorsichtig und litt schon genug unter der Angst, sein Vater könne eines Tages nicht mehr zurückkehren wie so viele seiner Kollegen.
Das Meer holte sich immer wieder seinen Tribut.
Wie töricht die Menschen doch waren, es mit Poseidons großem, unüberschaubaren Reich aufnehmen zu wollen.
So ließ er seinen Blick aufmerksam über die Wasseroberfläche gleiten bis zum Horizont, in der Hoffnung, endlich das kleine , alte Boot seines Vaters auftauchen zu sehen.
Doch plötzlich fesselte etwas anderes seine Aufmerksamkeit.
Etwas, das zwischen den Wellen auf und ab tanzte und rötlich schimmerte. Was immer es war, es übte eine magische Anziehungskraft auf Azucar aus, so daß er ohne zu denken alle Vorsicht vergaß, sein Hemd abstreifte, um kopfüber ins Wasser zu springen. Mit großen, kräftigen Schwimmzügen schwamm er in Richtung der rätselhaften Erscheinung.
Als er sich näherte, erkannte er, daß es ein Schwimmer war, noch ein paar Schwimmzüge weiter entdeckte er, daß es sich um ein Mädchen handelte mit wunderschönem, leuchtend rotem Haar.
Sie hatte ihn auch schon bemerkt, winkte ihm fröhlich zu und rief etwas in einer Sprache, die Azucar nicht verstand.
Doch sein Herz begann zu tanzen und Glücksgefühle durchfluteten seinen Körper.
Einen Wimpernschlag später war er ganz dicht bei ihr und sein Blick senkte sich tief in ihre großen, dunkelblauen Augen, die ihn förmlich auf den Grund ihrer Seele tauchen ließen.
Dort entdeckte er tiefe Glückseligkeit, ihre Seelen verschmolzen zu einer Einzigen, die das versunkene Atlantis wiederzubeleben schien.
Eine kleine Ewigkeit tanzten sie so gemeinsam zwischen den Wellen, die Blicke tief ineinander versenkt.
Azucar hatte vergessen, wo er war und was er tat, er dachte weder an seinen Vater noch an die gewaltigen Wassermassen unter ihm. Da spürte er, daß die Lippen des Mädchens die Seinen berührten und mit dem folgenden, innigen Kuß versank die Welt um ihn herum.

***

„Mutter, Mutter, sieh nur, ich habe ihn gefunden!“
Schon von weit her hörte Sirena die jubelnden Rufe ihrer Tochter Salina. Sie wußte sofort mit mütterlichem Instinkt, daß es sich um einen großen Schatz handeln mußte, den sie gefunden hatte, denn so glücklich hatte sie noch nie geklungen. Etwas mußte ihr Herz auf eine Art berührt haben, wie sie es nie zuvor kannte. Schon als kleines Mädchen war Salina immer verträumt gewesen und voller Sehnsucht. Aber sie konnte das Ziel ihrer Sehnsucht nicht benennen, fühlte nur, daß ihr etwas fehlte, das unendlich kostbar war und zu ihr gehörte.
So erwartet Sirena aufgeregt und neugierig ihre Tochter, die nun hinter dem großen Felsen erschien, an ihrer Hand hinter ihr....ein junger Mann. Aber nein!
Das war ja furchtbar! Fassungslos sah sie in die begeistert leuchtenden Augen Salinas und dann auf den Jungen hinter ihr. Salinas Begeisterung wich Erstaunen beim Anblick ihrer entsetzten Mutter und sie drehte sich schnell um, um selbst vor Schreck zu erstarren.
Sie war so versessen darauf gewesen, ihren ersehnten Liebsten ihrer Familie vorzustellen, daß ihr seine Veränderung völlig entgangen war. Der Körper des Jungen an ihrer Hand war bleich und leblos und sank zu Boden. Was war mit ihm geschehen? Sirena reagierte blitzschnell: „Salina, das ist ein Mensch! Der kann nicht atmen unter Wasser. Wenn du ihn liebst und retten willst, dann mußt du ihn so schnell wie möglich wieder nach oben an die Wasseroberfläche bringen. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Laß dir von Finou, dem Delfin helfen, dann seid ihr schneller.“

Finou, der feinfühlige Delfin hatte schon gespürt, daß er gebraucht wurde und ließ sich bereitwillig von dem Meermädchen und seiner Mutter den Menschenjungen mit Algenseilen auf seinen Rücken binden. Salina hielt sich an seiner Rückenflosse fest, und wie ein silberner Pfeil schoß der Delfin zur Wasseroberfläche hinauf.

In einer kleinen Felsenbucht tauchten sie auf. Eilig band Salina den Jungen los und legte ihn auf einen flachen Felsen. Er rührte sich nicht und zeigte kein Lebenszeichen.
Verzweifelt zog sich Salina selbst aus dem Wasser und legte sich neben ihn. Ihr Fischschwanz zuckte auf dem trockenen, warmen Felsen und das tat ihr weh. Es war ihr aber gleichgültig. Wenn schon ihr Liebster durch ihre Schuld sterben mußte, dann wollte sie auch nicht mehr leben.

Mitfühlend betrachtete Finou die Beiden. Dann tat er das einzig Richtige, das in dieser Situation noch Rettung bringen konnte.

***

Azucar spazierte entspannt und sorglos durch die Straßen von Atlantis. Viele Menschen und Tiere begegneten ihm, die ihm merkwürdig vertraut vorkamen. Plötzlich stand er einer Frau gegenüber, die er besser kannte als jede Andere. Aber das konnte gar nicht sein! Seine Mutter war vor einigen Jahren bei einer Sturmflut ums Leben gekommen. Sie hatte den Vater begleitet und wurde vor dessen Augen von einer großen Welle ins Meer gespült. Auch deshalb mochte Azucar das Meer nicht. Jetzt stand sie vor ihm und lächelte ihn liebevoll an: „ Azucar, mein geliebter Junge, wie freue ich mich, dich wiederzusehen! Aber du kannst hier nicht bleiben, deine Zeit ist noch nicht gekommen und dein Werk noch nicht erfüllt. Öffne dein Herz und deine Ohren und lausche!“

Von ganz weit her vernahm Azucar einen leisen, wundersamen Gesang. Je deutlicher und lauter der Gesang seine Ohren und sein Herz erfüllte, um so stärker spürte er seine Verbindung zur göttlichen Quelle des Lebens.

Er öffnete seine Augen und bemerkte, daß er auf einem Felsen lag in der Bucht seiner Heimat. In der Bucht tummelten sich viele Delfine und sangen diesen wundersamen Gesang, der ihn geweckt hatte.
Neben ihm lag schlafend das wunderschöne, rothaarige Mädchen. Da fiel es ihm wieder ein, wie er sie entdeckt hatte und wie sie sich küßten. Aber was war mit ihr los? Warum rührte sie sich nicht?
Er setzte sich mühsam auf und mußte husten. Ein großer Schwall Salzwasser strömte aus seiner Lunge wieder hervor und benetzte den Körper des Mädchens. Es stöhnte leise.

Das goldene Licht der Abendsonne war nun dem Zwielicht der Dämmerung gewichen. So hatte Azucar nicht gleich bemerkt, was er nun bei genauerer Untersuchung von des Mädchens Körper entdeckte: dort, wo ihre Beine sein sollten, hatte sie einen Fischschwanz, der auf dem Felsen trocken und schuppig schwach zuckte.
Wie war das möglich? Er hatte die Geschichten über Meermenschen immer für Märchen gehalten. Und er war doch auf dem Grund ihrer Seele gewesen. Wie konnte es sein, daß sie beide so unterschiedlich waren?
Tränen stiegen heiß in seine Augen und er weinte verzweifelt drauflos.
Die salzigen Tränentropfen fielen auf Salinas Haut und wieder stöhnte sie leise. Da wurde Azucar bewußt, daß sie sterben würde, wenn sie nicht wieder schnell ins Salzwasser käme. Er liebte sie doch, sie durfte nicht sterben!
Schnell nahm er sie auf seine starken Arme, trug sie zum Wasser und ließ sie sanft in die Bucht hineingleiten. Einer der Delfine schwamm ganz nah heran, lächelte ihm liebevoll zu, stupste das Mädchen an und ließ ein fröhliches Schnattern ertönen.
Kaum daß Salinas Körper wieder vollständig mit dem Meerwasser benetzt war, erwachten ihre Lebensgeister wieder und sie öffnete ihre großen seeblauen Augen.

Als sich Azucars Blick aus seinen warmen, braunen Augen wieder liebevoll und dankbar in Salinas Augen senkte, wußten Beide, daß sie nie wieder getrennt sein würden, egal, wie verschieden sie waren und wieviel Wasser zwischen ihnen lag. Ihnen war klar, daß es das Wasser der Lebensquelle war,das sie miteinander verband.

Azucar ging so weit in das Wasser der Bucht, wie er gerade noch stehen konnte ,und Salina schwamm zu ihm. Wieder verschmolzen ihre Lippen und Seelen in einem innigen Kuß. Er schmeckte salzigsüß. Als sie sich voneinander lösten, konnten sie sich ohne Schmerz trennen in ihre jeweiligen Welten.

Sobald Salina und Finou unter dem keckernden Gelächter des Delfins und dem engelsgleichen Gesang der Nixe in den Fluten verschwunden waren, lief mit leise tuckerndem Motor das Fischerboot von Azucars Vater in den Hafen ein.



Einige Jahre später stand Azucar im Garten hinter dem Fischerhaus. Unter der riesigen, üppig blühenden Kastanie, den knorrigen Robinien und der uralten Eiche sprudelte die Süßwasserquelle in das Becken des Seerosenteichs. Birken und Linden ließen ihre Blätter im Wind tanzen.
Azucar prüfte ein letztes Mal, ob alles perfekt vorbereitet war für sein Picknick mit Salina.
Dann holte er den großen Seewassersack, den er entwickelt hatte, um Salina mitsamt Seewasser zu sich einladen zu können und machte sich auf den Weg zum Hafen, um dort das ehemalige Fischerboot seines Vaters zu besteigen.

Nachdem Azucar damals seinem Vater die ganze Geschichte von seiner Liebe zu Salina, der Meerjungfrau, und seiner Lebensrettung erzählt hatte, beschloß dieser, keine Fische mehr zu fangen.
Er baute sein Boot so um, daß man mit einer speziellen Tauchglocke direkt zu dem Volk der Meermenschen gelangen konnte.
Im Laufe der Zeit hatten sie gelernt, miteinander zu kommunizieren und tauschten mit Begeisterung Lebensmittel und Rezepte aus. Azucar und sein Vater eröffneten ein Restaurant, wo sie exotische Gerichte aus Meerespflanzen servierten. Salinas Familie zeigte ihnen die besten Erntestellen dafür.
Nach und nach stellten auch die anderen Fischer den Fischfang ein und ernteten stattdessen Meerespflanzen.

Azucar freute sich schon auf Salinas genüßlichen Gesichtsausdruck, wenn sie das süße Quellwasser aus seinen Händen schlürfte, was sie immer besonders liebte.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (02.09.2014)
Am Rande: Nach dem Satzpunkt folgt überlicherweise ein Leerzeichen...
Ansonsten nicht gerne gelesen, muss ich bekennen, einfach viel zu viele blumige Adjektive, sorry.
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LillyWaldfee meinte dazu am 03.09.2014:
Danke für diesen Kommentar und dass du dir die Mühe gemacht hast, die Geschichte zu lesen.
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LillyWaldfee antwortete darauf am 03.09.2014:
P.S. ein Sportreporter gehört auch wirklich nicht zur Zielgruppe einer märchenhaften Elementargeschichte genauso wenig wie Blumenteppiche auf den Fussballrasen.
Was die vermissten Leerzeichen nach den Satzpunkten betrifft, so darfst du sie dir gerne dazudenken, soviel Raum für eigene Fantasie muss sein.
Ansonsten bin ich heilfroh, meine schriftgelehrten Deutschlehrer nach erfolgreich absolviertem Deutsch-LK losgeworden zu sein und nehme mir die Freiheit, meine Texte so zu schreiben wie ich das will.Wer sich schon an der äusseren Form so stösst, dem wird der wesentliche Inhalt verborgen bleiben. Ich schreibe ausschließlich für Liebe und Frieden mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln.
Herzliche Grüße,

Lilly
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 03.09.2014:
Bitte, gern geschehen!
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LillyWaldfee
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Veröffentlicht am 24.05.2010. Textlänge: 1.610 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.329 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.07.2020.
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