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SCHALE

Lied zum Thema Nacht


von Dieter Wal

die unendlichen Augen,
die die Nacht in uns geöffnet.
Weiter sehn sie als die blässesten
jener zahllosen Heere –
unbedürftig des Lichts
durchschaun sie
die Tiefen eines liebenden Gemüts

Novalis: aus der Ersten Hymne an die Nacht,
1800

Ich trinke aus dir, Nacht, mit tiefen Zügen
und atme allen Frieden in mich ein.
Denn deiner Wahrheit weichen alle Lügen.
Sie fließt in mich wie schwerer, voller Wein.

Bis zu mir ist das alte Wort gedrungen,
das lautlos klingt, da niemand es sonst spricht
und eh die Melodie aus ihm verklungen,
so schreibe ich für sie noch ein Gedicht.

Die stillen Töne sind die mir verwandten,
aus Schweigen Laut, aus Nacht wird Tag gemacht.
Kein Mensch ist, bis die Sterne ganz entbrannten,
aus seines Lebens Traum vorher erwacht.

Anmerkung von Dieter Wal:

29. Juni 1987.

Für Sigune, die mir die Augen öffnete. 15.12.2018


 
 

Kommentare zu diesem Text


star
Kommentar von star (30.09.2010)
swingt!

Dumme Frage: heißt es in der ersten Zeile "Nach trinken" oder "Nacht trinken"?

Die zweite Strophe find ick juut. Ein Gedicht für die Melodie schreiben, bevor sie verklingt. Schön.

Nach mehrmaligen (Vor)lesen fände ich in V2 S3 den "Tag" ohne "e" rythmisch stimmiger. (Ich aber keine xX gezählt).

Ferner oute ich mich als der "In-V4-S1-ein-Sie-statt-Die"-Fraktion zugehörig. Wenn mich das jetzt irgendwie disqualifiziert, hab' ich Pech gehabt.

Endstand ist Endstand, ich weiß.

Keine Kritik in dem Sinne, keine Interpretation, aber einfach mal "swingt" rückmelden find' ich so verkehrt nicht.

grustar
(Kommentar korrigiert am 30.09.2010)
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Dieter Wal meinte dazu am 30.09.2010:
BIST DU GUT, grustar! Tatsächlich hätte da 'Nacht' statt 'Nach' stehen sollen und 'Tag' statt 'Tage', beides Tippos. Deinen Sie-Vorschlag hab ich dankbar übernommen. Wenn ich nicht irre, war das kein Tippo. Sie-Fraktionen bevorzuge ich eh. ;)

Du liest sogar laut Gedichte. Was will man mehr.

Dass das Gedicht bei dir swingt, klingt verheißungsvoll. Vielen Dank fürs genaue Hingucken und Kommentieren. Bin gespannt auf deine Texte.
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star antwortete darauf am 30.09.2010:
Hallo Araki, bin jetzt unsicher, ob Du mich mit deinem Rekomm veräppelst .... Hatte an Tipfehler nicht gedacht, weil drunter steht "Endstand....87" und ich von copy&paste ausging.
Betreffs des Rythmus verstehe ich nichts von der Theorie, aber entweder es fließt und hört sich gut an beim Lesen, oder nicht.

Was meine Texte angeht, die Klassifizierung "Autor" ist bei mir ein kleiner Etikettenschwindel. Das meiste sind entweder Abschriebe von anderen Texten oder nicht komische "Witze", die nur bestimmte virtuelle Bekannte verstehen konnten. Nur 2 oder 3 oder so habe ich tatsächlich geschrieben, die man als "Text" gelten lassen kann. Das nur so als Warnung. Ist aber ja deine Zeit.

grustar
(Antwort korrigiert am 30.09.2010)
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 30.09.2010:
Hallo grustar,

wieso sollt ich dich veräppeln? Was du als Substantiv mit "Endstand" gelesen hast, heißt tatsächlich "Entstand" von "entstehen". Mir fiel durch Kommentare auf, dass nur zahlenmäßig dastehende Daten in der Anmerkung von Texten gar nicht wahrgenommen werden. Daher das zusätzliche "Entstand". Ich wollte bei manchen Texten andeuten, dass sie eben nicht aktuell entstanden, sondern dieses Gedicht vor 23 Jahren.

Welche sind die zwei oder drei von dir selbst geschriebenen Texte?

Gruß
Dieter
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star äußerte darauf am 01.10.2010:
Hallo,
dass ich nun unbedingt 'Endstand' statt 'Entstand' lesen wollte, ist ja schon peinlich. Ich glaube, ich verwende das Wort 'entstand' so selten, dass es in meinem bescheidenen Wortschatz irgendwie gar nicht existiert. Außerdem kam es noch korrekt aber verwirrend in Großschreibung daher (ich denke gerade philosophierend über eingeschränkte Wahrnehmung nach)

Mir ist noch folgendes aufgefallen: Ich empfinde den Namen des Autors etwas zu nah am Text. Ich würde da noch 3 Zeilenschaltungen reinhauen. Oder/und den Namen vlt. noch einen Tick kleiner formatieren. Nur so'n Eindruck.

grustar


edit: Oder 5 Zeilenschaltungen und dann oben noch 2
(Antwort korrigiert am 01.10.2010)
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Buch Sigune.
Veröffentlicht am 29.09.2010, 21 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.11.2019). Textlänge: 117 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.130 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.12.2019.
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