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Dein Rauch barg tausend Wunder

Erzählung zum Thema Abschied


von SunnySchwanbeck

Mit leerem Blick und deiner letzten Zigarette im Mundwinkel starrst du das Wasser zu unseren Füßen an.
Ich hielt dich immer für eine streunende Katze, wild, frei und glücklich mit dem Leben auf der Straße. Als ich deine einfach nur grauen und wissenden Augen das erste Mal sah kamst du mir so unendlich cool und tough vor. Dein Lächeln brach jedes Bisschen Angst in mir und ließ es ebenso auf den kalten Beton rieseln wie deine Asche.
Ich war so unglaublich verrückt nach dir, dass ich nicht bemerkte dass meine ungemein starke, streunende Katze unheilbar verletzt ist. Ich ahnte deinen Schmerz nicht, aber ich teilte deine Angst zwischen Hüten voller Geld und klackernden Schuhen zu sterben.

„Ich kam hier her mit meiner Gitarre, meinen Zigaretten und einem Loch im Herzen.“ Du nicktest mit deinem Kopf zu deinem schwarzen Gitarrenkoffern und stecktest dir eine Kippe in deine unglaublich geschwungenen Lippen. Auf das Loch wiest du mich nie hin, irgendwie erwartetest du wohl, ich würde hinein fallen.
Du schienst mir so heldenhaft mit deinem kalten Lachen und deiner rauchigen Stimme die schrie und flüsterte dass alles egal sei ohne Liebe und Zigaretten.
Du warst so ganz anders als ich mit meinem durchgeplanten Leben und meinen tausenden Fehlern die mir auf der Stirn standen. Doch du verurteiltest mich nicht. Du küsstest die Fehler weg und sangst mir fremde Lieder vor, über die Dinge die sich nicht ändern und warme Nächte an neuen Ufern.

„Ich wünschte mir ohne mich würdest du brechen. Ohne mich würdest du kein einziges Lied mehr schreiben können. Ich wünschte mir so sehr du würdest lernen mich zu lieben.“
Abschiedsworte, ebenso klar und kalt wie diese beschissene Uferluft in unseren Lungen.
Nun starrst du. Löcher in die Luft. Während ich langsam aus deinem hinaus klettere.
Du hast nichts mehr zu sagen denn unsere Zeit war weder golden noch aus Zinn.
„Was weiß eine Landmaus schon von den Schmerzen einer Stadtkatze? Was weißt du schon über die Liebe wenn alles was du liebtest erstarb bevor du es halten konntest. Was weißt du? Nichts, ich weiß. Erwarte von mir keine Erklärungen, keine schemenhaften Bilder und kein Gutenacht-Gesang. Erwarte keine Liebe von mir, und keine Freundschaft. Erwarte nichts von jemandem der dein Herz auffrisst wenn du ihn nur lässt.“

Mich überkommt die kindliche Angst deine 8 Leben sind verbraucht, dein 9 hätte ich zerstört und nun wartest du nur auf den Bus der dich überfährt, den Schuh der dich am Kopf trifft oder den räudigen Köter der dich in der Luft zerfetzt.
Und nun sitzt du da, einen Hut voller Münzen vor dir, das klackern meiner Schuhe im Ohr, und ich lebe mein geplantes Leben in schnellen Schritten, während du dir Zigaretten stopfst und mich keines Blickes würdigst. Nur ein Schild vor deinem zerfallenen, ergrauten Körper:
„Landmäuse leben für den Tag, Stadtkatzen für ihr Leben.“

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von jamalfarid (44) (27.01.2011)
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Kommentar von yolanda (45) (26.02.2011)
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Kommentar von mia.maria (24) (27.03.2011)
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SunnySchwanbeck
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Veröffentlicht am 27.01.2011, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.02.2011). Textlänge: 471 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.745 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.04.2019.
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