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Die Arche NoahInhaltsverzeichnisJesus am Kreuz

Die heilige Jungfrau Maria

Parodie zum Thema Religion


von Schattenzunge


Priester - Was kann ich denn für euch tun?

Joseph - Euer Ehren, ich möchte nicht länger mit dieser Frau verheiratet sein.

Maria - Ach, du übertreibst gleich wieder so maßlos…

Gut, schön, ich sehe, es existieren gewisse Probleme bei der zwischenmenschlichen Interaktion. Aber Probleme sind bekanntlich dafür da, gelöst zu werden. Also wie kann ich euch helfen?

Ich wollte ja ganz gerne noch mal in Ruhe über alles reden.

Reden – das ist alles was du kannst! Reden, reden, reden. Nur machen kannst du nichts.

Und mir über meine… unsere Optionen klarwerden.

An was für Optionen hast du da gedacht?

Na ja, Sie haben die Ehe geschlossen. Ich dachte, sie könnten sie vielleicht auch wieder… entschließen?

Mein guter Herr Joseph, du sprichst doch wohl nicht etwa von Scheidung? Dir ist doch wohl hoffentlich bewusst, dass das in dieser unserer jüdisch orthodoxen Gesellschaft absolut unüblich ist?

Völliger Schwachsinn, über was der alles reden will, ich sag’s ja.

Was… wäre denn eine vergleichbare Alternative?

Nun, ein legitimes Mittel wäre die Steinigung.

Obwohl reden ja nie schaden kann… Ich finde wir sollten alles noch mal durchgehen. Ganz in Ruhe… und… Sicherheit?

Ja, das sollten wir wohl tun. Also, erzählt mir doch von eurem Alltag.

‚Unser‘ Alltag? Ihn bekomm ich da ja kaum zu sehen!

Aha. Interessant. Wie kommt das bitte, Joseph?

Ich bin Tagelöhner. Ich arbeite hart, um das Bisschen Geld zusammenzukratzen, das unser Überleben sichert.

Ach, und ich mach nichts oder was? Ich putze und koche und wasche Tag und Nacht und bekomm ich dafür auch nur die geringste Anerkennung?

Bin ich Römer? Hab ich ‘ne Putzfrau eingestellt oder geheiratet?

Sehr gut, sehr gut. Wir kommen voran. Aber bleiben wir sachlich. Was würdet ihr euch voneinander wünschen?

Ich habe noch andere Bedürfnisse als saubere Wäsche, Maria.

Jetzt kommt er schon wieder mit seinen Schmuddelfantasien…

Aber da haben wir doch einen deutlichen Zwiespalt gefunden. Da sollten wir Ansetzen. Wie steht es denn mit der Erfüllung eurer ehelichen Pflichten?

Nun… ähm… dieses Kind versuchen wir noch… großzuziehen.

Das war wohl eher ‘ne Totgeburt.

Mir fällt es schwer, euch zu folgen. Könntet ihr das für mich etwas präzisieren?

Bisher halten wir uns da noch eher bedeckt.

Da gibt’s nichts zu bedecken. Vor der Hochzeit hieß es ‚nicht vor der Hochzeit‘, in der Hochzeitsnacht kann dann die ‚Migräne‘.

Und danach?

Nach der Migräne? Darauf wart ich noch.

Du nimmst mich mal wieder überhaupt nicht ernst!

Ihr wollt mir also erzählen, dass ihr seit… wie vielen Jahren verheiratet seid?

Sieben.

Ihr lebt seit sieben Jahren in der Ehe und… habt sie noch nicht einmal vollzogen?

Diese Migräne ist hartnäckig.

Ja aber immer?

Jedes Mal.

In Ordnung. Vielleicht sollten wir darüber sprechen. Maria, der Akt symbolisiert keineswegs nur die Hörigkeit gegenüber dem Gatten. Er kann viel mehr Vergnügen bereiten. Ihr solltet Spaß daran haben, Gottes Werk fortzuführen. Lasst den Spaß in euer Leben!

Nicht jedes Mitglied dieser Ehe ist ein verkalkter Griesgram. Ich habe Spaß.

Ja. Du holst ihn dir nur woanders.

Wie kannst du es wagen!

Bitte… ich… fürchte, ich verstehe nicht ganz…

Es ist ja nicht so, dass sie keinen Sex hat.

Ich bin eine Jungfrau!

Du bist schwanger!!!

Ist das so?

Schon, ja… aber das tut überhaupt nichts zur Sache.

Das seh ich aber anders.

Ich finde allerdings auch, dass das ein gewichtiger Punkt ist, den wir nicht vernachlässigen sollten. Wie ist es dazu gekommen?

Ist das Euer Ernst?

Na ja, ich weiß auch nicht… aber ich lass mir hier nichts unterstellen.

Es ist keine Unterstellung, wenn du den lebenden Beweis mit dir rumträgst.

Eine solche Respektlosigkeit gegenüber dem Sakrament der Ehe würde uns natürlich zurück zur Steinigung führen.

Das… kann auch alles ganz anders gewesen sein…

Ach – ich bin gespannt.

Gottes Wege sind unergründlich.

Ein wahres Wort.

Was?!

Der Herr wird schon wissen, was er mit mir vorhat.

Was hat der denn damit zu tun, wenn du… wenn du…

Der Herr hat natürlich mit allem zu tun.

Da hörst du’s.

Aber, aber… das kannst du doch jetzt nicht einfach als Ausrede benutzen!

Hüte deine Zunge und  missbrauche nicht den Namen deines Herrn.

Na bitte.

Ich habe mit dir gesprochen, Herr Joseph. Du bezeichnest den Herrn als ‚Ausrede‘. Aber er ist kein Ausweg, er ist der Weg selbst. Und der Weg ist das Ziel.

Amen.

Aber…

Das Kind ist ein Zeichen der Liebe des Herrn. Das fühle ich.

‚Die Liebe des Herrn‘ hat dich aber doch nicht geschwängert!

Warum nicht?

Weil… weil das Unsinn ist… das kannst du doch nicht… das geht doch nicht…

Die Liebe des Herrn versetzt Berge. Und auf einem Berg empfing schon unser Prophet Mose die Gebote. Es mag uns unverständlich erscheinen, aber vielleicht hat der Herr diesen seinen Berg -

- in deine Frau gesteckt! Und du solltest stolz darauf sein! Und wenn nicht, dann, dann… kommt der Zorn Gottes über dich! Jawohl, fürchte dich!

Aber… das ist doch…

Andererseits gibt es dafür keinerlei Präzedenzfälle, die mir bekannt wären. Laut den Überlieferungen erscheint Jahwe zum Beispiel als Flammen- oder Rauchsäule, als brennender Busch, als Wolke, aber bisher eben nicht als erigierter Liebhaber.

Ja. Ist was Neues. Hat er auch gesagt.

Du hast mit ihm gesprochen?

Aber… Ihr glaubt das doch nicht wirklich?

Glaubensfragen überlässt du besser mir. Wir werden sehen, wie sie zu beantworten sind. Also wie ist er dir erschienen, meine gute Maria?

Gute Maria? Wir waren gerade noch bei Steinigung!

Und sollte einer von euch den Herrn weiter verleumden, werden wir da auch ganz schnell wieder sein – und jetzt sei still, ich will hören, was dein Weib zu berichten hat.

Er war… das ist schwer zu sagen. Verschwommen? Also… mehr so’ne Erscheinung. Fast ‘n Gespenst… ein Geist, der einfach… durch die Decke geflogen ist. Aber nicht so’n gruseliger. Ein guter. Ein sehr guter… ein heiliger Geist.

Das kommt mir allerdings nicht bekannt vor. Meistens ist zumindest irgendeine Art von Licht im Spiel.

Hab ich das Licht nicht erwähnt? Er hat geleuchtet! Ein leuchtender Geist. Ein strahlender, heiliger Geist!

Ein Geist hat dich… und du hattest keine Migräne?

Spotte nicht, Gotteslästerer!

Er wusste immerhin, wie man mit einer Frau umgeht! Ähm… es hat mir Spaß bereitet, Gottes Werk zu… vollziehen.

Also für mich klingt das nach einer ganz billigen Geschichte.

Und für mich, Herr Joseph, wenn du mir erlaubst, meine bescheidene Meinung zu äußern, klingt das nach einem Wunder!

Was?!

Da hast du’s. Ich bin ein Wunder. Das hast du nie zu mir gesagt.

Aber das…

Das ist etwas, für das dich das gesamte Judentum beneiden wird. Ich kann natürlich zu deinem Besten nicht zulassen, dass du den Willen des Herrn ablehnst.

Hüte dich vor dem Zorn Gottes!

Außerdem kann ich auch nach reichlicher Überlegung nicht feststellen, was du an deinem Eheweib auszusetzen hast. An Frömmigkeit mangelt es ihr ganz offensichtlich nicht.

Ich bin fromm – hörst du das?

Euer Ehren, ich…

Du wirst dankbar sein für die Ehre, die euch zuteilwird.

Aber…

Ich bin eine Ehre!

Und du wirst Abstand nehmen von deinen sündigen Gelüsten. Denn so will es dieses edle Werkzeug des Herrn.

Ich bin… ein Werkzeug?

Herr, ich bitte Euch…

Ich tue, was ich meiner Macht steht, um eurem Vertrauen gerecht zu werden.

Darum, bitte, Hochwürden, das kann doch nicht…

Meine Entscheidung steht fest. Ihr werdet euch lieben und ehren bis das der Tod euch scheidet, so wie ihr es vor Gott, dem Herrn, geschworen habt. Dieses Gespräch ist beendet. Einen schönen Tag noch.



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