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Zitronenscheibe mit Pilzfrisur

Kurzgeschichte zum Thema Alltag


von tastifix

Dass ich bei dem stets nur ungelenken Versuch, einigermaßen elegant einen Barhocker zu erklimmen, den zugehörigen Bistrotisch meist gefährlich ins Wanken brachte, war ich ja schon gewöhnt und nahm es seufzend in Kauf. Aber das Ungeschick, dass mir dann unterlief, machte mir denn doch sehr zu schaffen ...

Es hatte sich eine lebhafte Diskussion ergeben und ich fuchtelte wild mit den Händen in der Luft herum ungeachtet der Tatsache, dass auf dem relativ wackligen Tisch vor mir ein paar zierliche, hochstielige Gläser standen. Klar, dass ich einer der blitzenden Kostbarkeiten denn eine mehr als schwungvolle Stielfeige verpasste, was der so gar nicht passte und sie dazu veranlasste, auf ihre ganz eigene Art süße Rache zu nehmen.

Mit rasantem Schwung kippte das Glas einfach um. Doch, vielleicht zu zerbrechen und als Scherbenhaufen mich vor versammelter Mannschaft wegen Gläsermordes bloßzustellen, war ihm wohl zu trivial. Nein, es beherbergte ja eine dieser dekorativen Zitronenscheiben, die vielen beliebten Getränken noch den optischen Pfiff verleihen. Und die schickte es auf eine für eine Zitronenscheibe recht ungewöhnliche Reise.

Vor den verdutzten Blicken der Umsitzenden und dem fassungslosen meinigen zischte sie, allerdings ohne Zischen, als eine grellgelbe Rakete hoch durch die Luft und malte einen leuchtend gelben Regenbogen ans Gaststättenfirmament. Danach allerdings siegte die Schwerkraft, die Zitronenscheibe knallte aus der enormen Höhe von einem Meter wie ein Stein auf den Teppichboden und grub sich tief in dessen Flor.
„Lass liegen!“, meinte jemand.
„Nein, wohl kaum!!“, tadelte ich kopfschüttelnd.

Verstohlen nach allen Seiten schielend glitt ich so elegant wie nur eben möglich vom Hocker, machte einen angedeuteten Knicks und grub das fruchtige Etwas aus seinem Flusenversteck. Krampfhaft das glitschige Etwas zwischen Daumen und Zeigefinger pressend, tauchte ich hochroten Kopfes wieder auf, erklomm kein bisschen elegant mehr den Hocker und betrachtete ratlos meinen Fang. Am Zitronenscheibenrücken pappten Flusen und das schrumpelige Fleisch zierte eine regelrechte Pilzfrisur in Anthrazit. Was tun?

Dummerweise fand sich auf dem Tisch kein Aschenbecher oder etwas ähnliches. Mit dem Ausreißer dreist und zudem für alle Umsitzenden weithin sichtbar die nackte Tischplatte zu schmücken, kam für mich nicht in Frage. Aber auch nicht, das Indiz meiner Schandtat etwa vor den amüsierten Blicken aller Anwesenden wie eine Trophäe vor mich her quer durchs Lokal bis zur Bar zu tragen ... Dafür schämte ich mich zu sehr.

´Hm!`
Eine einzige Sekunde des Zögerns, dann agierte ich. Die saure Flusenschönheit plumpste ins Glas zurück und erntete prompt viel Aufmerksamkeit. Ihr gläsernes Heim zierte sie zudem mit einem scheinbaren, blitzenden Grinsen. Wer noch viel mehr grinste, war mein Gegenüber:
„Ja und?“, verteidigte ich mich. „Sie werden sie ja wohl kaum dem nächsten Gast servieren!!“

Anmerkung von tastifix:

Der Text wird in den nächsten Tagen in der Rheinischen Post veröffentlicht werden.


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