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Gehirn mit lila Tränenschleim

Text zum Thema Alltag


von Hillarts

Ich liege unsanft auf meiner Seite und spüre wie der Tod auf meinen Muskelsträngen Harfe spielt. Mein Kopf hat schon seit langer Zeit den “gesunden Menschenverstand” bei Ebay vertickt um sich dafür ein paar rote
Punk-CD'S mit diesen herrlichen Kirschen zu ergattern.

Ich stehe auf und reiße mich los und renne, renne, renne. Langsam dämmert mir dass es bedeutet, dass ich nicht vorwärts komme, wenn sich die lachenden Gestalten zu meiner rechten und zu meiner linken nicht
rückwärts bewegen.

Jene Gestalten, die unentwegt die Fingerknöchel ihrer Hände in einer derart kuriosen Weise bewegen, dass man das knacken hört, ähnlich dem Knacken der jungen Äste die nach Hilfe schreien weil sie jemand zu Boden trampelt, dem Knacken der Äste im Wald vor denen man bei Nacht in eine derartige Panik gerät, dass man anfängt sich mit den Zähnen die Fingerkuppen abzubeißen und es erst realisiert wenn man mangels Luft und wegen zu viel Masse im Hals seinen Mageninhalt versucht abzugeben. Ich reiße meine Lippen auf um mich zu verteidigen aber der Tod hat sie zugenäht. Ich versuche mein Gehirn zu kontaktieren um zu wissen, was ich denke mit dem Ergebnis der Gedankenlosigkeit. Ich schreie in meinem Kopf doch wegen der
gähnenden Leere hallt es so sehr, dass mir schwindelig wird. Langsam läuft mir die Restmasse meines zersetzten Gehirns durch die Nase, gleichend der heißen, feurigen Lava, die alles zerstört, was nicht von der heißen Sonne bereits verbrannt wurde.

Ich höre tausend Stimmen die auf mich niederprasseln und in einer mir unbekannten Sprache. Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass meine Mutter mir einmal versucht hat diese, ihre Sprache beizubringen,
aber ich muss sie unterwegs verloren haben.

Ich stammle unverständliche Silben und versuche so sehr zu nuscheln, dass selbst der dümmste Mensch eine Interpretation, die in seinem Kopf Sinn macht, daraus ziehen kann. Meine Augen werden heiß, unglaublich
heiß und lila Schleim läuft aus meinen Tränendrüsen.

Selbst die grüne Spinne reißt wiedereinmal ihr anklagendes, rücksichtsloses Maul auf um mir erneut den Spiegel mit einem fremden Gesicht vorzuhalten.

Ich sehe nur noch Kaffeee, überall Kaffee und renne ihm entgegen, in der Hoffnung dadurch wenigstens etwas Produktives aus mir rauszuquetschen, gewissermaßen mit hochrotem Kopf auf der Toilette zu sitzen, während sich mein halber Körperinhalt, bestehend aus unumgänglich, wichtigen Institutionen und Zusammenschlüssen vieler kleiner Teilchen, in dem Auge eines Orkans nur allzuschnell verabschiedet. Ich reiße die Augen auf und merke, dass ich den knöchrigen, glühenden Armen des schwarzen Individuums, das ich vor nicht allzulanger Zeit eventuell fälschlicherweise als Tod bezeichnet hatte, entkommen bin. Leider kommt mir nach einiger Zeit in den Sinn, dass, hätte ich die Augen früher aufgerissen und wären meine Flügel nicht verklebt, ich der Schrottpresse, meinem momentanen Aufenthaltsort, noch entkommen hätte können.

Schweißgebadet erwache ich in einem fremden Bett. Ich drehe den Kopf und erkenne gerade noch das grinsende Gesicht der grünen Spinne, bevor ihre Seide auch meinen Kopf restlos einwickelt und ich spüre wie der Sauerstoffgehalt in meinen Lungen langsam zur Neige geht....

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von tausendschön (28.09.2011)
zuerstmal: ziemlich krasser text zum thema "alltag".

außerdem finde ich die gestalten zur rechten und zur linken ziemlich interessant. und das mit der muttersprache. über beides denk ich immer noch nach.
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Ephemere
Kommentar von Ephemere (04.10.2011)
Ein sehr, sehr beeindruckender Text. Im jedem Wortsinn. Aber wenn man das sich-Auflösen durch Augenöffnen aufhalten, dem vielleicht Tod entkommen kann - wenn dies bereits gelungen ist und sich das Hirn eben doch nicht komplett aufgelöst hat - ist dann nicht noch genug Vitalität vorhanden, um auch der Schrottpresse zu entkommen, in der man von außen mit Spinnweben eingewickelt wird? Gibt es das überhaupt: zu spät aufwachen? Zählt nicht, dass man ("schließlich", "endlich" hin oder her) wach ist?
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Hillarts meinte dazu am 18.08.2016:
Vielleicht würde man dann der Schrottpresse entkommen, aber wo wäre man dann? Vielleicht steht die Schrottpresse in einem Kannibalenschlachthof, der mitten in einem Anakonda-Zuchtgebiet liegt, welches von Wüste umgeben ist....

Ich glaube es zählt, dass man wach wird, ja....
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Ephemere antwortete darauf am 18.08.2016:
Wenn man wach ist und bleibt und die Erfahrung gemacht hat, dass man der Schrottpresse entkommen ist, meistert man vielleicht auch den Schlachthof und die Anakondas...vielleicht begreift man - erwacht und mit der Erfahrung, eine Gefahr unerwartet überwunden zu haben - die restlichen Gefahren, Hindernisse, Ekligkeiten sogar als ein Parcours, auf dem man seine Meisterschaft üben kann...Glück oder zumindest ein zu-sich-Finden und an-sich-Halten kennt viele Formen, und helle, sonnige Ruhe voller Erfreulichkeiten ist wahrlich nur eine davon. Der Kampf, sogar der ständige Kampf, der Tanz mit der Gefahr, die Verteidigung von Leben und Gesundheit können ein Herz ausfüllen und ein Rückgrat stärken, denn man hat eine Aufgabe - und zwar nicht irgend eine, sondern eine, bei der es ganz eigentlich und unmittelbar um einen selbst geht...man weiß, wofür man kämpft, und weiß man es nicht oder zweifelt man, muss man es schleunigst herausfinden, für zögern und zaudern und rumgammeln ist kein Raum. Allerdings ist völlig klar, dass dieses "Spiel" schnell verschleißt, man brennt dann hell, aber kurz, und das Feuer droht schnell ausgeblasen zu werden, wenn man seine Kämpfe nicht gewinnt. Einen Dschungel muss man manchmal durchqueren und Herausforderung nach Herausforderung überstehen - die im Kommentar umrissene "Philosophie" ist vielleicht die Geisteshaltung für diese Durchquerung...das Ziel muss aber sein, letztlich wieder herauszukommen, denn im Dschungel wird man nicht alt. Wer aber nach einer Zeit im Dschungel wieder in der Ruhe und Ordnung der "Zivilisation" ankommt, der passe auf, dass ihm diese nicht zum schlimmeren Dschungel wird, dass er nicht an der Abwesenheit von Gefahren, an der Dominanz des Uneigentlichen, Unpersönlichen, Abstrakten eingeht. (Natürlich sind das nur Metaphern...die Schrottpresse ist ja ein Produkt dieser Zivilisation, die Zivilisation ist ein Dschungel voller Gefahren fürs eigentliche Individuum und der echte Dschungel kann mitunter eine Oase sein, in der man verweilt, wenn man wieder einmal die Zivilisation durchquert und überlebt hat).
(Antwort korrigiert am 18.08.2016)
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Kommentar von K.o.Arts (29) (23.01.2012)
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Hillarts
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Veröffentlicht am 28.09.2011, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.09.2011). Textlänge: 492 Wörter; dieser Text wurde bereits 898 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.08.2019.
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