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Text


von Skala

Wir laufen über trockenes, braunes Herbstlaub. Über unseren Köpfen leuchten noch Blätter in Gelb und Rot. Von Zeit zu Zeit löst sich eines von seinem Ast, segelt zu Boden und setzt einen Farbtupfer in das Braun.
„Ein schöner Weg, oder nicht?“, sage ich zu dir.
„Von dem Weg sehe ich nicht viel unter dem ganzen Laub“, antwortest du.
„Ich meine ja auch nicht den Weg selbst“, räume ich ein, „sondern das Drumherum.“
„Das Drumherum?“, wiederholst du. „Also ist an Menschen eigentlich auch das Drumherum schön?“
Du drängst mich in die Ecke, und ich muss einmal mehr eine Erklärung für das finden, was ich sagen will.
„Mit Drumherum meine ich nicht das, was du siehst, sondern das, was dir der Weg erzählt.“ Ein Blatt landet auf meinem Kopf und ich bleibe kurz stehen, um es aus meinen Haaren zu schütteln. Als ich aufsehe, haben sich die Falten auf deiner Stirn geglättet.
„Und?“, fragst du. „Was erzählt dir dieser Waldweg hier? Märchen vom bösen Wolf und wie er gleich hinter dem nächsten Baum hervorspringt?“ Und schon bist du hinter einer großen Eiche verschwunden.
„Nein!“, rufe ich dir hinterher. „Wo bist du?“
Mit lautem Geheul umfasst du plötzlich von hinten meine Hüfte und wirbelst mich herum und das Laub auf.
„Wie bist du so schnell hinter mich gekommen?“
Ein schelmischer Blick aus deinen Augen lässt mich schmunzeln.
„Geheimnis“, sagst du. „Dies ist ein Zauberweg, da verschwinden Menschen und tauchen plötzlich wieder auf.“
„Siehst du“, entgegne ich, „da hast du deine Geschichte.“ Ich ergreife deine Hand und wir schlendern eine Zeit lang weiter. Dann sagst du: „Also, Herbstwege erzählen dir Geschichten von Irren, die hinter Bäumen hervorspringen.“
„Dieser Weg“, korrigiere ich dich.
„Aber was sagen dir dann hässliche Asphaltstraßen in Betonwüsten?“
„Asphaltstraßen sind nicht hässlich“, überlege ich. „Sie sind nur anders-schön als Wald- oder Feldwege.“
„Ach so“, sagst du. „Aber sie sind doch nichtssagend.“
Ich schüttle den Kopf. „Solange sie auch nur einem Menschen eine Geschichte erzählen, sind sie nicht nichtssagend.“
„Aber haben sie denn eine Vergangenheit?“, fragst du, noch nicht überzeugt. „Außer Teer, Schmutz und Schatten?“
„Vielleicht haben sie keine spektakuläre Vergangenheit“, gebe ich zu, „aber sie haben eine Zukunft!“
„Eine Zukunft?“
„Alle Wege führen in die Zukunft. Manchmal erzählen sie uns etwas von Gestern, aber immer tragen sie uns in Richtung Morgen.“ Ich deute nach vorne. „Was denkst du, versteckt sich hinter der nächsten Biegung?“
„Ich hoffe doch, etwas sehr Schönes“, sagst du und drückst meine Hand fester.
„Was denkst du, wenn du auf einer staubigen, trockenen Straße stehst, die schnurgerade auf den Horizont zuläuft? Wie ist es dort am Horizont?“
„Ich hab schon verstanden“, sagst du, und dann laufen wir weiter schweigend über die trockenen Blätter.
„Und?“, fragst du schließlich heiter. „Welcher Weg gefällt dir denn nun am besten?“
„Immer der mit…“, antworte ich, breche jedoch ab, halte das letzte Wort in der Schwebe.
„Der mit…?“, hakst du nach, doch ich zwinkere nur, lasse deine Hand los und laufe schneller durch das Herbstlaubmeer.


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Kommentare zu diesem Text


princess
Kommentar von princess (28.04.2012)
Nee, Jungs sind aber echt so was von unromantsich, denke ich mir. Als ob ich das nicht eh schon gewusst hätte!

Hallo Miss Ranky, das ist eine ganz wunderbare Geschichte! Quasi ein augenzwinkernd-tiefenphilosophisches Lesevergnügen. Insbesondere die Betrachtungen zu Vergangenheit und Zukunft der Teerstraße im allgemeinen wie im besonderen überzeugen mich bis zum Horizont! Mein Kompliment!

Liebe Grüße, Ira
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Kommentar von Scrag (24) (09.11.2012)
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Skala meinte dazu am 09.11.2012:
Lieber Herr Textauseinanderpflücker Scrag.

Ich möchte mich für Ihre dezidierte Textarbeit bedanken und bitte Sie zeitgleich höflichst, sich mit Ihrer impertinenten, bieder-verklemmten Kritik an passender Stelle auszutoben.
.
.
Ne, Spaß.

Ich gehe jetzt mal nicht der Reihe nach vor, sondern beantworte dir gleich eine Frage aus der Mitte deines Kommentars, nämlich wie alt ich beim Verfassen war. Der Text hat nämlich mehr Geschichte, als alle anderen zusammen.

Ich denke, ich war so 18 Jahre alt (ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her) und die Vorlage war die ursprüngliche Version des Songtextes, den ich damals für Christoph und den Wettbewerb geschrieben habe. Von den Songtextversionen kann ich allerdings keine veröffentlichen, denn die ersten sind noch zu... na ja, unausgegoren, und auf die endgültige habe ich keine Rechte und außerdem ist die ja vom Verlag herausgebracht worden. Deswegen habe ich mir gedacht "gut, machste einfach einen Prosatext daraus, das kannste eh besser". Leider musste ich merken, dass mir der nichts so floss, wie die Ideen auf dem Herbstspaziergang, um den es hier geht. Na ja, eigentlich geht es ja um die Wege.

Aber jetzt von vorne:

Du hast Recht, die Aussage, dass die Wege jeder eine eigene Geschichte erzählen, ist der Kern des Textes, ich sollte die Stelle vielleicht wirklich etwas ausbauen. Allerdings weiß ich bei der Märchenstelle jetzt nicht auf Anhieb, wie. Hast du da Tipps?
Danke übrigens für dein Lob zu der Zukunftsstelle. Das ist ja auch - du kennst den fertigen Song ja - die Hauptaussage des Liedes. Vielleicht sollte ich mir auch überlegen, den ganzen Text auf diese Aussage herunterzubrechen. Ich habe wohl mal wieder etwas zu viel herumgeschwafelt. Die Zauberwegstelle kommt mir jetzt übrigens auch etwas mager vor. Zumindest, wenn sie so aus dem Kontext herausgenommen wird. ;)

Zu deiner formalen Kritik: Mit der ersten bin ich einverstanden. Du weißt ja, ich neige immer etwas sehr zu der übermäßigen Verwendung von Adjektiven und bin immer froh, wenn mir jemand das ausmerzt.

Das "anders-schön" hatte ich allerdings mit Absicht ausgewählt. Zum einen habe ich das Wort wirklich mal benutzt (ich weiß jetzt nicht mehr, in welchem Kontext), und zum anderen sollte das (wahr wirklich so geplant, das ist jetzt kein Rausreden à la "meine Rechtschreibfehler haben Sinn!") den Leser ein bisschen zum Stolpern bringen, weil es nicht aalglatt dahingeschrieben ist, und so eben den Fokus auf das "anders" legen... kannst du dich vor dem Hintergrund damit abfinden? ;)

Aber das "schneller laufen" könnte ich wirklich anders formulieren... nur hat "rennen" immer so etwas... hmm, Brachiales, Kindlich-Männliches, finde ich. Dass das lyrIch hier weiblich sein soll, kommt denke ich raus. Faktum ist, ich mag das Wort rennen nicht so. Aber ich werde mal ein Synonymlexikon konsultieren und nachschauen, ob es ein schöneres, weiblicheres Wort für rennen gibt... unser sauerländer "wetzen" und "pesen" wohl kaum...
Wie wäre es mit "stürmen"? Oder "jagen"? Oder "fegen"? Ich kann mich nicht entscheiden.

Ich danke dir für deinen hilfreichen Kommentar, und werde deine Vorschläge in Kürze in die Realität umsetzen. Allerdings - ohne dich enttäuschen zu wollen: Ich glaube, für die Meckerziegenliste reicht der noch nicht. ;)

Liebe Herbstgrüße, Ranky.
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Scrag (24) antwortete darauf am 09.11.2012:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Skala schrieb daraufhin am 09.11.2012:
Dann entscheide ich mich glaube ich für "stürmisch".
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Veröffentlicht am 05.10.2011, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.04.2012). Textlänge: 493 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.588 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.05.2021.
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