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Wenn der Augenblick Stille trägtInhaltsverzeichnisTanz der Schwärze

Wie arm kann ein Mensch sein...

Innerer Monolog zum Thema Alles und Nichts...


von Ginkgoblatt

Es ist Zeit.

Zeit zu schlafen, aber es sind die Gedanken, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Nachdem ich nun zweimal wieder aufgestanden bin und meine Wohnung aufgeräumt habe, hatte ich die Idee mit den beruhigenden Blick auf die Sterne einzuschlafen. Es ist komisch, aber gerade diese Weite, diese Freiheit, diese (Un-)Endlichkeit vermag meine Seele zu bändigen. Denn eigentlich ist es doch auch nur Stille, die mir der Himmel schenkt. Im Alltag fliehe ich vor ihr, lasse mich lieber im Stress nieder, als mich erneut in ihre Arme zu geben. Dort, wo ich früher ausgelassen getanzt und gelacht habe, fühle ich mich heute einsam und leer. So leer, dass ich kaum Worte finde. Es ist so eine erschreckende Leere, so eine innerliche  Leere, die ich selbst mit dem größten Stress nicht fühlen kann. Dieses Loch, das sich da in mein Herz gefressen hat, wird eher größer, je mehr ich versuche, es zu flicken. Je mehr ich versuche, meinem Leben Input zu geben, umso rasender frisst sich das Nichts durch mich hindurch.

Und am Abend, wenn der Körper zur Ruhe kommt, fängt der Geist an zu schreien. Und die einzige Lösung, die ich sehe, ist die Musik einfach lauter zu drehen, einfach schneller zu leben, mehr Dinge in weniger Zeit zu tun, von einem Termin zum nächsten zu hasten, um mit eilendem Schritt der Sinnlosigkeit zu entgehen. Aber es klappt ganz gut. In 4 von 7 Tagen kann ich mir einreden, dass es mir ganz gut geht. Das ist mehr als die Hälfte der Woche. Ein guter Schnitt. So bastele ich mir meine eigene Realität zusammen: Illusion um Illusion gepaart mit viel zu realistischen (Alb-)Träumen und Gedanken, mit denen ich drei Leben lang auskommen könnte. Aber gibt es ein Zuviel, wenn Leere lauter hallt als jeder verzweifelte Schrei?

Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen, was diese große Leere in mir ausmacht. Inmitten all den Gedanken, was ich wann, wie die nächsten Tage zu machen habe, in all der Fülle an Aufgaben, die ich erledigen will, in all dessen, was ich mein Leben nenne… Und selbst wenn es nur für heute Abend so scheinen mag, als das ich dieses einzig große Problem identifiziert habe, so erlöst es mich zumindest für die nächsten Stunden von dem Grübeln, von dem Schmerz, nicht zu wissen, wo anzusetzen ist. Es ist so einfach und doch gleicht diese Erkenntnis einer Traurigkeit, die so viel Trauer trägt, dass ein Leben daran zerbrechen kann.
Ich weiß, dass niemand da sein wird, der mich in den nächsten Tagen umarmt, der mir einfach einen haltenden und stärkenden Arm gibt. Einfach zu wissen, da ist jemand, der mit einem verbunden ist und versucht einen ähnlichen Tanz im Lied der Zeit zu tanzen, der dort Kraft gibt, wo die Leere mich überwältigt und der auch dort ist, wo der Tag lacht.

Ja, diese leise Offenbarung macht mich sprachlos, lässt mich innerlich zittern. Dieses Fehlen einer tiefen Umarmung soll der Auslöser für den ganzen Schmerz sein, der mich immer wieder in existenzielle Krisen stürzt, dessen Maul mich ohne Vorwarnung verschlingt und tosende Wellen der Verzweiflung nährt?

Bin ich jetzt arm, weil mir in meinen Augen ein so bedeutendes Gut fehlt oder reich, weil ich zumindest diese Erkenntnis meines Schmerzes gewonnen habe?

Anmerkung von Ginkgoblatt:

überarbeitete Version



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Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (22.10.2011)
Ein sehr ehrlicher Text.
LG
Ekki
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Ginkgoblatt meinte dazu am 22.10.2011:
Hallo Ekki,
danke dir. Ich habe deswegen auch lange überlegt, ob ich ihn online stelle. KG Coline
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 22.10.2011:
Es ist gut, dass du dich dafür entschieden hast, denn die zahlreichen Kommentare zeigen, dass du einen wichtigen Text geschrieben hast.
Ekki
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Ginkgoblatt schrieb daraufhin am 22.10.2011:
Ja, du hast Recht. KG Coline
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princess
Kommentar von princess (22.10.2011)
Hallo Coline,

Gemeinsamkeit als Selbstverständlichkeit? Einsamkeit als Strafe? Und ein armer Mensch, dem ein Gut vorenthalten wird? Mhh. Klingt ein bisschen nach Opferhaltung. Und Schuldzuweisung an das Leben, das böse. Mhh. Irgendwie tue ich mich schwer mit dieser Perspektive.

Liebe Grüße, Ira
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Ginkgoblatt äußerte darauf am 22.10.2011:
Hallo Ira,
danke auch dir für deine Gedanken. Du hast Recht, die Opferhaltung klingt wohl an vielen Stellen zu sehr durch. Allerdings ist das auch nur eine Frage der Perspektive, des Erlebens. Die Einsamkeit kommt dem lyr. Ich wie eine Strafe vor und es fragt sich, warum diese Schwere über es kommt. Das diese Gedanken dann auch abgleiten und sich das lyr. Ich als nicht liebenswert vorkommt, ist wohl in all dem Empfindungssalat zu verstehen. Denn das lyr. Ich ist gefangen und vielleicht kommt dies auch in diesen kindischen/irrationalen Gedanken zum Ausdruck.
KG Coline
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Kommentar von KoKa (43) (22.10.2011)
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Ginkgoblatt ergänzte dazu am 22.10.2011:
Hallo Koka,
das lyrische Ich macht es sich auch nicht einfach. Denn diese Empfindungen reißen es in einen Strudel aus Gedanken, aus Überlegungen, die manchmal auch aus Selbstmitleid bestehen. Die das lyr. Ich hilflos zurück lassen... KG Coline
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Kommentar von fdöobsah (54) (22.10.2011)
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Ginkgoblatt meinte dazu am 22.10.2011:
Hey fdöobsah,
bei dir bedanke ich mich besonders für dein Auseinandersetzen mit meinem Text. So ein langer Kommentar ist dabei entstanden. Darüber freue ich mich.
Nach dem ich die Kommentare so gelesen habe, finde ich den letzten Satz selbst kitschig, nichtssagend und deswegen gebe ich dir Recht, den Schlusssatz hätte ich mir sparen sollen. Darüber werde ich nachdenken... Denn der innere Monolog soll keine Anklage gegenüber der "bösen kalten Welt" sein, sondern Gefühle wiedergeben auf der Suche nach Erkenntnis, nach diesem einen Gefühl, das sich so selten beschreiben lässt, dessen Wert aber für das lyr. Ich existentiell ist. Und diesen Moment, wenn sich dem lyr. Ich plötzlich offenbart, dass das Fehlen einer tiefen Umarmung der ganze Schmerz ist, dass dieses Fehlen Auslöser ist für die tiefe Verzweiflung, die wie tosende Wellen das lyr. Ich immer wieder mit sich reißen, dieser eine Moment sollte das Wichtigste am Text sein und nicht die leicht abgetretene letzte Schlussfrage.
KG Coline
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fdöobsah (54) meinte dazu am 25.10.2011:
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Ginkgoblatt meinte dazu am 25.10.2011:
Danke dir. Ich habe es jetzt noch mal umgeschrieben. KG Coline
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Kommentar von SigrunAl-Badri (52) (22.10.2011)
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Ginkgoblatt meinte dazu am 22.10.2011:
Meine liebe Sigrun,
du hast Recht und der letzte Satz ist wirklich nicht gelungen. Da blitzt wohl wieder ein kindlicher Anteil des lyr. Ich durch... Nur manchmal sind diese Gedanken im Kopf, dass man wohl "nicht ganz so wertvoll ist" und somit die Einsamkeit aushalten muss. Allerdings ist das wohl nur ein Moment, nur ein Gedanke, der dann durch den Schlusssatz wohl zuviel Wertung bekommt. Vielleicht sollte ich darüber noch mal nachdenken.

Ich weiß, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif. Es ist ein wahnsinnig wertvolles Geschenk und so werde ich warten. Ich wünsche mir für diese Zeit des Geduldig-Seins nur ein wenig Frieden mit mir selbst, ein wenig Zufriedenheit mit dem was ich habe und ein wenig Kraft und einen starken Arm, während ich auf diesen Augenblick warte.

Danke für's Knuddeln. Ich drück dich auch, deine Coline
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Georg Maria Wilke
Kommentar von Georg Maria Wilke (22.10.2011)
Gerne gelesen, es bewegt, was ständig sein kann mit all den Fragen, die ein jeder haben kann - gut Schlußsatz hin oder her, aber der Satz
, die Frage :"Aber gibt es ein Zuviel, wenn Leere lauter hallt.....
Sehr gut. Lieb Grüße
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Ginkgoblatt meinte dazu am 22.10.2011:
Hallo Georg,
vielen lieben Dank dir. "Aber gibt es ein Zuviel, wenn Leere lauter hallt?" Vielleicht sollte das der Schlusssatz sein. Ich mag diese Frage. Ich freue mich, dass mein Text dich auch bewegt hat, so wie das lyr. Ich in Bewegung war/ ist. KG Coline
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AZU20
Kommentar von AZU20 (22.10.2011)
Wer auch immer, er/sie sollte erlöst werden. LG
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Ginkgoblatt meinte dazu am 22.10.2011:
Die Frage nach dem "Wie" stellt sich. Immerhin setzt sich das lyr. Ich auseinander, vielleicht ein erster Schritt. KG Coline
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Dies ist ein Blatt des mehrteiligen Textes Aufzeichnungen aus dem Chaos - oder das Vermächtnis einer Lebenden.
Veröffentlicht am 22.10.2011, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.10.2011). Textlänge: 544 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.665 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.09.2019.
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