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3. Leere Augen und Efeu – Erinnerungen aus der TiefeInhaltsverzeichnis5. Mittagssonne und Herbstlaub – Erwachen und der erste Schritt

4. Feuchte Erde und Wurzeln – Rufe in eine andere Welt

Monolog zum Thema Liebe und Traurigkeit


von managarm

Zwei Meter feuchte Erde pressen dich in die Tiefe, dear. Ich konnte dich nicht vor dem Geschehen schützen und auch Mutter Erde stehe ich hilflos gegenüber.
Es kam das Nichts. Als du auf einmal nicht mehr warst, fiel die Welt in ein Loch. Ich befand mich im leeren Raum. Ich sah nicht, ich aß nicht und ich sprach nicht. Ich war nicht. Der Tod biss sich im Leben fest und ich stand versteint in seinem Schatten.
Zwei Meter Erde pressen dich in die Tiefe, aber selbst das hat dich nie gehindert, zu mir zu kommen. Anfangs warst du jede Sekunde bei mir. Ich spürte deine Lippen auf meiner Stirn, wenn ich schluchzend vor mich hin stammelte beim Versuch einer Erklärung, wo keine ist. Sah ich in den Spiegel und kannte mich nicht, gabst du mir wieder einen Namen. Du hast auf mich geachtet und warst der Faden, an dem ich mich durch die Dunkelheit hangelte. Gesprochen hast du nie, doch ich wusste immer, was du denkst. Wenn ich nicht mehr sein wollte, zu dir kommen wollte, hast du dich vor mich gestellt und mich spüren lassen, dass ich dir damit Schmerz bereite. Ich tat, was du wolltest, denn du hattest so oft Recht. Ich blieb.
Später kamst du nur noch zu mir, wenn der Tag in sich zusammenfiel und die Nacht ihn deckte. Nachts hatten wir Zeit füreinander. Jede Nacht kamst du, Steph. Der Tag gehörte der Welt und die Nacht dir. Sowie ich eingeschlafen war, kamst du aus dem Nebel. Wie oft griff ich nach dir, doch erreichen konnte ich dich nie. Ich habe die Nächte herbeigesehnt und ich habe sie gehasst. Immer wieder kamst du und immer musste ich dich gehen lassen.
Jeden Morgen schwebtest du mit Tränen in den hilflosen Augen davon und alles in mir flehte darum, dass es endlich aufhört. Bis aufs Blut? Bis tief dahinter warst du mir.

Ahornwurzeln umklammern dich, Steph. Du kannst an keinen anderen Ort mehr.
Dieser Ahorn kann nur so wunderschön in die Höhe ragen, weil seine Wurzeln ihm festen Halt geben. Du gehörst nun zu ihm, dear. Aus diesem Gefängnis kannst selbst du dich nicht befreien. Aber was heißt schon Gefängnis? Fühle dich an dem Ahorn hoch, durch seine Wurzeln, durch seinen Stamm bis in das dünne Zweiglein, das sich in der sanften Brise des Spätvormittages wiegt wie eine Nußschale, die zu neuen Welten aufbricht. Vielleicht kannst du ja wirklich von oben herabsehen? Schau nach unten, Steph, dann siehst du ein Wesen an deinem Bett stehen. Das bin ich.
Wenn du nachts zu mir kamst, flehte ich dich an, nicht wieder zu gehen oder mich doch wenigstens mitzunehmen, wenn du schon nicht bleiben kannst.
Gleichzeitig flehte ich dich an, doch dort zu bleiben, wo du jetzt bist. Du solltest dich und mich nicht länger quälen. Die Tränen in deinen Augen zerrissen mir immer wieder das Herz und meine eigenen ließen meine Seele ausbluten. Ich konnte einfach nicht mehr. Es war so egoistisch. Ich schämte mich für diese Bitte und ich sah dir an, dass du meine Scham erkanntest. Aber du hattest dich auch in der Fremde nicht geändert. Immer noch warst du die Fee, die existierte, um Gutes zu tun. Ich sah die Trauer in deinem Blick und auch dein Wohlwollen. Dein Lächeln nahm mir jede Schuld. Über Liebe haben wir nie gesprochen, aber wir haben ja nie viel geredet.
Du gingst und kamst von da an nur noch zu mir, wenn ich dich rief.

Anmerkung von managarm:

© managarm, 23. Januar 2012 (2008)


3. Leere Augen und Efeu – Erinnerungen aus der TiefeInhaltsverzeichnis5. Mittagssonne und Herbstlaub – Erwachen und der erste Schritt
managarm
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Dies ist ein Gesang des mehrteiligen Textes DIE LETZTE FEE UND DAS LANGE NICHTS.
Veröffentlicht am 25.01.2012, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 02.02.2012). Dieser Text wurde bereits 1.003 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.11.2018.
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