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Mon cœur. Sie war nie Sommer, doch ich brannte.

Gleichnis zum Thema Entspannung


von EliasRafael

Mon cœur.


Sie trägt die Liebe im Namen und ist die Poesie der Herzen. Mon cœur schreibt Geschichten. Genau genommen verhilft sie ihnen nur auf diese Welt, gebiert sie. Ihre Worte beflügeln meine Sinne. Sie sind die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des nahenden Frühlings und der letzte Feueratem des Herbsthimmels, bevor der schwarzweiße Winter beginnt, der mich einst kälter umschloss als Oimjakon. Mon cœur ist nie Sommer, und doch schmelze ich dahin bei ihr wie die vormals mächtigen Gletscher der Alpen. Zu ihrer Lyrik entfaltet sich mein Geist, fliegt los, befreit aus der Enge des enteisten Schädels und er lässt sich in lauen Nächten auf endlosen Wiesen nieder an leise knisternden Lagerfeuern, um dem sirenenhaften Flüstern der Herzen zu lauschen. Versinke im Traumschlaf, und schrecke wieder auf ob der lodernden Flammen ihrer Sätze. Ich fürchte die Glut, die auch nach langer Zeit noch an den von ihr entzündeten Stellen schwelt. Mon cœur ist meine Liebe, der Schlüssel zu mir selbst. Und auch wenn ich in ihren Worten brenne, löscht und erlöst mich ihr Lächeln am Ende immer, denn es kommt von Herzen.

Mon cœur.


Sie ist ein scharfsinniges Wesen. Keine von uns, und doch mitten in uns. Über uns. Sie beobachtet die Menschen, kreist einem Raubvogel gleich hoch oben im Orbit über unseren Köpfen und zoomt nur dann näher ran, sobald einer der unsrigen ihr Interesse weckt. Sei es durch eine besonders gefällige oder auch einfach nur von der Norm abweichende äußere Erscheinung. Oder durch atypisches Verhalten, bei dem das Nachforschen lohnt, ein Nachbohren der Sinneskrallen unter der vereisten Kortexschicht, bereits weich und durchlässig geworden nach ihren ersten Sätzen. Welche tieferen Beweggründe mögen in dem Menschenwesen stecken, welche Geschichte mag sich verbergen, die es zu erzählen lohnt. Ihr Erfahrungsschatz ist reich und ihr Geist geschult. Mon cœur steht Sherlock Holmes in nichts nach, aus unscheinbaren Fakten und losen Indizien die kühnsten Thesen zu knüpfen. Ihre Sichtweise, mag sie auch noch so fantastisch sein, legt sich wie ein Webteppich rasch über die bruchstückhafte Wirklichkeit. Mon cœur erschafft die Wahrheit. Ihre Geschichten sind die Wahrheit und ich zweifele nicht mehr an meinem Herzen.

Mon cœur.


Sie hat meinen Verstand aufgebohrt. Ich war ein Vernunftmensch, eiskalt berechnend, passgenau kalkulierend, Lebensfreude diskontierend. Rationalität als Ultima Ratio des Daseins. Nicht mehr zwischen Himmel und Erde, als ich da sehen konnte oder wollte. Es passte nichts mehr dazwischen. Geträumt hatte ich schon lange nicht mehr, war nur noch wach. Mein Herz war verschlossen und mein Geist vereist. Dann las ich sie. Mon cœur war der Schlüssel. Und ihre Geschichten das Schlüsselloch, durch das ich in eine andere Welt sehen konnte. Mein Herz bohrte tiefer, erreichte meinem Cortex praefrontalis, stimulierte dort verkümmerte Synapsen. Ritzte limbische Instruktionen unter die Rinde, in ihren ureigenen Worten. Die Intrusion erschütterte mein kognitives Weltbild. Meine Erfahrung verließ mich und ich ergab mich ihrer Intuition. Die Sinne, der Wahn. Mon cœur war nie Sommer, doch die Gletscher tauten ab. Darunter war altes Leben eingeschlossen. Wenn es langsam wärmer wird, spürt man die Kälte wieder.

Mon cœur.


Ich wollte sie besitzen und erkannte nicht, dass in meiner Brust bereits ein Herz schlug. Mein Weltbild war ins Wanken geraten, ich schwankte und wollte mich an ihr festhalten, mit aller Kraft. Ich erfand eine Herzklammer, die sie einengen, einzwängen, ja sogar erdrücken sollte. Ich versuchte, ihre Worte zu meinen zu machen, ihre Sätze neu zu formulieren, wollte ihre Geschichte sein, mon cœur in die vermeintliche Lücke in meinem Oberkörper pressen. Doch braucht sie Platz, um zu pulsieren, damit sich ihre Herzklappen entfalten können, um auf ihnen in ihrer Bahn hoch über unseren Köpfen zu schweben und nach neuen Geschichten zu suchen. Ich griff an meine Brust, spürte ihre Schmerzen. Mon cœur ist Poesie. Ihre Geschichten die Wahrheit. Sie war nie Sommer, doch sie spendete Wärme. Ich wollte brennen und sie entzündete mich. Ein Lächeln von ihr löschte schließlich mein Feuer, erlöste meinen Verstand. Mon cœur war der Schlüssel, und ich habe erkannt, dass ich die Liebe selbst in meinem eigenen Herzen trage.

Mon cœur.


Sie kennt nicht den Sommer, jedoch wird ihr warm, wenn sie mein Lächeln sieht.

Anmerkung von EliasRafael:

mo_chroi


 
 

Kommentare zu diesem Text


Songline
Kommentar von Songline (18.03.2012)
Gestern hab ich das hier gelesen und überlegt, was ich dazu sagen soll. Die Worte sind gut, doch sie kamen nicht als Gefühl bei mir an. Heute las ich mo_chroi. Das kam an. Und beides zusammen ist wow.
Liebe Grüße
Song
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EliasRafael meinte dazu am 18.03.2012:
Haha, danke, ja ist ein bisschen persönlich, aber schön, dass du es gefunden hast, und hier meinen und dort ihren Text liest
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HiddenPuppet (20) antwortete darauf am 19.04.2012:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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EliasRafael schrieb daraufhin am 21.04.2012:
von wegen Entspannung, naja, manche lernen es nie
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EliasRafael äußerte darauf am 21.04.2012:
damit mein ich nicht mich
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Kommentar von Feuervogel (10.11.2012)
Wow, .....Hammertext für mich! Ich ertrinke in deinen Worten. Mund-offen-stehend grüße ich dich...Ela
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EliasRafael ergänzte dazu am 10.11.2012:
Danke dir, der war Text war gleich zwei hoch talentieren Frauen gewidmet, daher ist die Inspiration in diesem Falle alles
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EliasRafael
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Veröffentlicht am 17.03.2012, 16 mal überarbeitet (letzte Änderung am 20.03.2012). Textlänge: 681 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.062 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.07.2020.
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