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Mary und der Engel - Teil 3InhaltsverzeichnisMary und der Engel - Teil 5

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Kurzgeschichte zum Thema Glaube


von MrDurden

Dicke Schneeflocken fallen vor den Fenstern auf die Straßen herab. In Krankenhauszimmern hat alles die gleiche Farbe wie die Schneedecke auf Santa Monica. Zum ersten Mal bin ich in der Stadt. Mary war schon einmal hier. Aber sie kann den Schnee nicht sehen. Denn sie schläft tief und fest. Vielleicht seit Wochen, vielleicht schon länger.

Graue, piepsende Geräte und Maschinen. Sie machen Unsichtbares sichtbar. Marys Herzschlag und ihr Atem auf kleinen Bildschirmen. Ein großes, weißes Bett mit Metallstangen an den Seiten. Ein großes, weißes Kissen. Bestimmt hat sie schöne Träume unter einer so großen Decke. Ein paar leere Blumenvasen stehen auf kleinen Tischen in den Zimmerecken. Meistens bin ich der einzige Besucher meiner großen Schwester. Mom muss arbeiten. Um sich abzulenken, sagt sie. Vielleicht ist es ganz gut, dass sie so selten vorbeikommt. Dann wird sie wenigstens nicht immer so wütend.

Ich sitze auf einem kleinen Hocker neben Marys Bett, manchmal den ganzen Tag lang. Meistens erzähle ich ihr Geschichten aus dem Kindergarten oder male Bilder von uns beiden. Die Ärzte hängen sie dann immer an die Wand und an die Bettstangen. Sie sagen, Mary hätte etwas in ihrem Bauch. Ein kleines, dunkles Etwas, das man von außen nicht sehen kann. Es macht sie so schwach, dass sie nicht einmal alleine atmen kann. Deswegen haben sie meine Schwester schlafen gelegt. Maschinen atmen und leben jetzt für sie. Nur so lange, bis das Ding in ihrem Bauch verheilt ist. Nur, bis sie wieder gesund ist.

„Ich hab jetzt keine Angst mehr, über den Bach zu springen. Wenn du wieder wach bist, zeig ich dir, wie gut ich das schon kann.“

Zu Hause war ich lange nicht mehr. Die meiste Zeit über bin ich bei Mary oder erforsche das Krankenhaus. Hier gibt es noch viele andere Menschen, die schon lange träumen. Ob sie wohl hören, was um sie herum geschieht? Ob ihnen etwas weh tut? Ein Doktor hat mich mal gefragt, ob ich gerne träume. Natürlich tu ich das, wer denn nicht? Der Doktor meinte dann, dass es all diesen schlafenden Menschen gar nicht besser gehen könnte. Manche von ihnen sind seit Jahren hier. Was könnte es Schöneres geben, als einen Traum zu haben, der so lange anhält?

„Bitte wach bald auf und erzähl mir von deinem Traum. Es ist so langweilig ohne dich.“

Wenn es dunkel wird, schalten die Ärzte im ganzen Haus die Lichter ab. Mein Bett steht genau neben Mary. So kann ich immer sehen, ob es ihr gut geht. Wenn ich etwas brauche, darf ich einen kleinen, roten Knopf drücken. Dann kommen Leute in weißen Mänteln und kümmern sich um uns beide. Es ist schon eine Weile her, seit ich Mom das letzte Mal gesehen habe. Aber es ist meine Schwester, die ich vermisse.

Meine Augen werden kleiner und beinahe bin ich eingeschlafen. Da flackert ein kleines, warmes Licht neben Marys Bett auf.

„Kleines Licht! Was machst du denn hier? Bitte geh nicht wieder weg. Bleib ein bisschen bei uns!“

Das helle Leuchten legt sich sanft auf das blasse Gesicht meiner großen Schwester. Das Piepsen und Blinken der Geräte wird schneller und das kleine, warme Licht wird größer und heller. Ich will es berühren, aber meine Hände können es nicht greifen.

„Bist du ein Engel, kleines Licht?“

Der Raum ist hell erleuchtet. Ohne ein Geräusch schwebt es über Mary und legt sich behutsam auf ihre Bettdecke. Vielleicht macht es sie gesund. Vielleicht kann es dieses kleine, dunkle Etwas in ihrem Bauch abheilen lassen. Einen Moment lang geschieht nichts, dann steigt plötzlich ein zweites Licht aus Marys Körper und schwebt zusammen mit dem anderen über ihrem Bett. Das Lichterspiel ist wunderschön. Hastig drücke ich den roten Knopf. Die Ärzte sollen es schließlich auch sehen. Da schwebt eines der kleinen Lichter auf mich zu.

Es sagt nichts und irgendwie ist auch nichts zu hören. Aber tief in mir spüre ich seine Worte. Wie eine sanfte, warme Stimme, die es gar nicht gibt. Wie eine Decke, die sich um mich legt und böse Gedanken verjagt.

„Hab keine Angst, kleiner Jake.“

Als ich es berühren will, schwebt es durch meine Hand und beide verschwinden durch das geschlossene Fenster in die Nacht.

„Mary? Mary, hast du den Engel gesehen?“

Sie antwortet nicht. Ein paar Ärzte kommen zu uns und versuchen, meiner Schwester zu helfen. Einer von ihnen nimmt meine Hand und geht mit mir im Krankenhaus spazieren. Ich erzähle ihm nicht von dem kleinen, warmen Licht, das Mary mit sich genommen hat. Auch nicht von unsichtbaren Dingen und Sachen, die es gar nicht gibt. Denn vielleicht würde er mich dann einen Dummkopf nennen. Und danach ist mir heute nicht. Vielleicht hat der Engel meine Schwester gesund gemacht. Und vielleicht kann sie jetzt für immer träumen.

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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Mary und der Engel.
Veröffentlicht am 29.03.2012. Textlänge: 782 Wörter; dieser Text wurde bereits 792 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.09.2020.
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