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Immer wieder [pulsierend, gefräßig, lodernd]Inhaltsverzeichnis

Einmal Hölle und zurück [überarbeitet!]

Betrachtung zum Thema Schmerz


von Ginkgoblatt

Wenn du den Tod überlisten willst, musst du mehr bereit halten als einen Kinder-Suizidplan, schaffe lieber vierfach-bodenlose Stürze, irgendwo weit weg von der Zivilisation, von Menschen, die dir helfen könnten. Denn wenn der Tod wie DIE Erlösung scheint, dann ist der Weg dorthin die Hölle. Naiv zu glauben, es wird einfacher. Das Leben wird dich nicht einfach loslassen, nur weil du keinen Bock mehr hast, es zu leben. Es wird sich mehr denn je festkrallen. Irgendjemand könnte deinen Weg (durch)kreuzen, irgendwas passieren, dass nicht in deinen Wunschplan passt. Denn (s)eine Zeit zu überspringen, dem Lauf des Lebens zuvor zu kommen, hat einen sehr teuren Preis…

…vielleicht nur überwindbar, wenn du schon abgestorben bist, wenn die Haut sich schon von deinen Knochen schält und deine Augen tiefe, schwarze Brunnen sind. Wenn du bereits die gefräßige, innere Leere mit dem Hunger nach sterben gefüllt hast.

Die Hölle ist nicht nur das Fegefeuer und heiß, sondern all das, wovor du Angst hast, was das Grauen für dich ist, was deine Seele zerstört. Für mich war es ein Trip in die Unendlichkeit des Schmerzes. Zuerst fließt noch Leben aus meinen Augen, fast überflutend, wellenartig erbrechen sie sich bis am Ende nur noch Leere verbleibt, so hallend, so schmerzend. Es macht knack und es ist, als zerbricht die Seele am Boden des ermüdeten Körpers. In mir ist Fieber, jedes Organ glüht und mein Herz springt wie wild durch den Brustkorb, suchend nach dem Messer(stich), das es tötet. Das Feuer lodert, flammenspuckend, reißt sein gieriges Maul auf – Asche soll es regnen. Doch zwischen diesem Verbrennen, tropft Eis vom erkalteten Herze, von verschlossenen Lippen. Seeleneis, was einst erstarrte, als die Psyche sich niederlegte, als sie kraftlos einen Platz zum Verweilen brauchte und Hände suchte, die sie hielten. Sie fand nur Menschen, die mit ihrem Finger nach vorne zeigten. Was auch immer „vorne“ war. Sie wusste es nicht und fühlte – Ende. Müde zwischen all den wachenden Stunden. Der Körper schreit nach Schlaf, so laut, dass er nicht schlafen kann, giert nach Essen, nach Kohlenhydraten, die die Seelenhaut nähren, aber der Ekel lässt es nicht durch die Kehle rutschen. Das ist noch die erste Phase, nämlich die Phase des Sterbens im Leben.

Nachdem die erste Hürde geschafft, scheint die Ewigkeit viel näher. Physisch gesehen ist die Stille schon erreicht, es gibt keinen Hunger nach Essen mehr, der Leib schläft, während er wie willkürlich die Beine voreinander setzt, der Durst hat sich dem Schwindel ergeben, das Drehen im Kopf ist normal, so wie das Atmen. Das Zittern ist eben der letzte Kommunikationsweg, weil es für den Zustand keine Worte (mehr) gibt. Doch die Psyche wälzt sich noch im bitteren Todeskampfe, allen voran die Gedanken – an dich und die Welt, noch ein Hauch suchend, während die Hoffnungslosigkeit mich schon in einen schweren Mantel der Resignation hüllt. Wie mit Blei gefüllt, sinkt der Lebenswille nieder, dort in die Tiefe der Dunkelheit, in die Kälte, in das ewige Eis des verletzten Seelentals. So weit bin ich noch nie vorgedrungen. Hier herrscht Stille und zugleich Schreie, Chaos der Gegensätzlichkeiten, unbeschreiblich. Viel mehr und zugleich viel weniger. Unbezwingbar thront dieses Etwas vor mir, strahlt so eine Entmutigung aus, so ein Gefühl des
das-ist-das-Ende, dem ich mich nicht entziehen kann. Hier ist kein Schmerz mehr, kein Leben, keine Tränen. Hier ist das Nichts, ein Vakuum ohne Atem, erfrierend, verbrennend. So eine reine Stille, wie nach einer Explosion, wenn ein Vulkanausbruch jegliches Leben vernichtet hat - wie damals in Pompeji. So zerbrechlich ist mein Leben, es könnte durch meine Finger rieseln, wenn ich versuche, es schützend in meine Hände zu betten. Stünde ich jetzt auf einer Brücke, würde ich springen.

Während nun endlich die Seele kleingehackt und die Entscheidung getroffen ist, atme ich durch. Es scheint keine Probleme mehr geben. Es fühlt sich an, als ist das Licht zurück gekehrt. Ein schöner Tag (zum Sterben), oder? Noch einmal alles genießen, den wunderschönen Morgen, wie die Sonne den Tag erobert, sich auf flüsternde Baumkronen setzt und sich im Lied des Mittags wiegt. Noch einmal die Stimmen von Freunden hören, tief einatmen, spüren, für heute, ein letztes Mal. Dann den Duft der eigenen Wohnung fühlen, auf dem Balkon zu stehen und der Abenddämmerung zu lauschen. Sanft legen sich die Flügel der Nacht über den erschöpften Horizont. Noch einmal Sterne atmen, Licht holen. Es ist vorbei - diesen Moment genießen. Dieser Genuss fühlt sich haltend an, richtig. Es ist eine schöne Stimmung, erleichternd, losgelöst, ruhig und kostbar. Das gibt Kraft, noch einmal, Tiefe. Es ist Zeit.

In all dieser Schwerelosigkeit, ist der nächste Schritt wieder etwas schwerer, zögernd. Noch mal diese Entscheidung zu behaupten, jetzt, wo alles in einem klaren Licht erscheint – es könnte alles so schön sein, doch das „Aber“ wiegt schwerer. Persönlich habe ich nun die letzen Tage in meinem Kopf, als das Licht Lebewohl sagte  und nur ein tiefes Schwarz hinterlassen hat, eine Erstarrung, eine Leblosigkeit. Bilanziell gesehen, birgt dieser Augenblick eine noch größere Gefahr – auch für mich.
Aber genau jetzt, während das Licht den ausgedorrten Körper streichelt, hast du Macht. Du – ein anderer Mensch, vielleicht Freund, vielleicht aber auch ein Fremder, einfach jemand, der von Hoffnung redet, von einem Licht erzählt, das stärker strahlt, das intensiver wärmt und – das auch ich verdient habe, so ein paar ganz eindringliche Worte, die wieder Mut schenken, die auf eine Zukunft mit mir verweisen…

Gelingt es, wie es bei mir der Fall war, bleibt es bei einem Trip in die Hölle, aus der es auch wieder ein ZURÜCK ins Leben gibt.

Gelingt dies nicht, kommt nach der körperlichen und seelischen Hölle, der Tod – durch Suizid.




Noch ein kurzes Resümee zu den ärmsten aller Suizidanten: das sind nämlich die, die weder den Sprung ins ewigliche Licht geschafft haben, noch wieder Teil eines eigenständigen Lebens sein können. Die einfach irgendwo hängenbleiben, im Nirvana, in schwarzem Licht, in schmerzender Stille. Die entweder nur den Körper oder nur den Geist zugrunde gerichtet haben. Dies könnte der (teuerste) Preis für einen misslungen Suizidversuch sein!

Anmerkung von Ginkgoblatt:

Teil IV



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Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (21.05.2012)
Wirr!
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Ginkgoblatt meinte dazu am 21.05.2012:
wirr und noch viel mehr! Coline
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Dieter_Rotmund antwortete darauf am 18.07.2019:
Immer noch sehr wirr und falls da wirklich mehr sein sollte, so ist es unsichtbar, weil durch Wirrheit komplett verdeckt.
Stolperte schon am Anfang über "Kinder-Suizidplan", was soll das sein???
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Kommentar von BornLooser (54) (26.05.2012)
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Ginkgoblatt schrieb daraufhin am 27.05.2012:
Vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast Recht, ich werde den Text wohl noch ein wenig überarbeiten müssen. Ich denke, mir war die literarische Qualität aus den Augen geraten, denn es ist ein Erlebnistext und dadurch verwischen die eigenen Empfindungen und Gedanken den Aspekt der "reinen" Literatur.
Meinst du mit Kleinigkeiten, zu viele Kleinigkeiten erzählt? Das mit dem belehrend habe ich auch gemerkt, aber noch nicht genug Abstand gehabt, um dies zu verbessern. Wie kann ich das umstellen? Dies bleibt eine schwierige Frage und bis jetzt bin ich einer Antwort noch fern...

Auf jeden Fall freue ich mich über dein Lob und Kritik und natürlich das Sternchen. KG Coline
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Kommentar von Graeculus (69) (19.01.2018)
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