Weißglut

Text zum Thema Streit

von  Bella

Als Wut stehst du
vor mir, zerstößt
die Decken über uns.
Bescheidne Himmel waren.
Boxt alle gelben Lichter aus,
die fast schon wünschen ließen.
Schleifst scharfe Schwerter
zusammen aus hang
losen Worten, deinem längst
zerstückelten Schild.

Ich schmeiße mit Türen oder
renne spazieren oder
heule verkrampft und sehe
dennoch deine kleine Liebe
vor dir, ausgestoßen, sitzend,
auf dem Boden, schwach,
an Strähnen von Haaren
sich reißend.

Los, nimm mich auf,
in dein Irrenhaus!
Lass mich von innen auf,
aus weißen Gängen,
mich schauen, suchen
nach Fetzen von roten
Tüchern und einem Rest
Liebe. Denn ohne
das weiß ich
nur: Gut genug bin ich nicht.

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Kommentare zu diesem Text


 TrekanBelluvitsh (14.12.15)
Die beschriebene Situation kenne ich gut und ich finde sie auch gut wiedergegeben. Wenn jemand eine Festung um sich errichtet hat, fällt es schwer, jenen zu erreichen. Wie soll man jemandem klar machen, dass man nicht vor hat, das zerbrechliche Innere zu Fall zubringen, so wie jener es ständig annimmt. So steigen die Frustrationen - auf beiden Seiten - und eine erruptive Entladung ist vorprogrammiert


Die Worte bilden hier eine Mischung aus Zusammenhang und Zerrissenheit. Man ist sich sicher, alles so zu kennen - und dann doch nicht so ganz. Inhalt und Form passen zueinander.

ABER...
Der letzte Satz ist fürchterlich! Er passt nicht dazu, ist nur eine anbiedernde Unterwerfung. Das bringt gar nichts (inhaltlich) und kontertkariert das, was zuvor in diesem Text gesagt wurde. Deswegen gibt es von mir nicht nur eine Empfehlung, sondern auch ein [x] (höchst-)kontrovers.
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