Notwehr

Gedicht zum Thema Allzu Menschliches

von  Isaban

Wie Galle speit der Montagmorgen Licht
in wochenendlich schwärend schwarze Scheiben;
die ekelgelbe Helligkeit ersticht
das Dämmern und kein süßer Traum will bleiben.

Vorm Fenster stöckeln aufgebrachte Schuhe,
ein Terrier ereifert sich enorm,
dann kreischen Bremsen, kurz darauf herrscht Ruhe.
Das Schicksal korrigiert die Weckerform.

Der Nachbar aus 11b beginnt zu singen,
Tom Jones, vermutlich wieder Sex Machine.
Der Kerl übt oft, doch wird nie besser klingen:
er röhrt, als metzelte ihn jemand hin.

Gern operierte ich den wehen Hals:
Grad morgens würd ich tief und gründlich schneiden.
(Nicht dass ichs tu, ich meinte ja nur falls
ein Notfall eintritt. Sonst muss ichs vermeiden.)
Ein Morgenmuffel, ich? Das war ich niemals!
Ich kann die frühen Stunden nur nicht leiden.

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Kommentare zu diesem Text


 Lluviagata (17.07.12)
Ja, furchtbar das .... :D

Einwandfrei! Man möchte mitwürgen ... ♥

 Isaban meinte dazu am 17.07.12:
Und das Schlimme ist: Dienstags, mittwwochs, donnerstags und freitags ist es auch nicht wirklich besser! ;)
KoKa (44)
(17.07.12)
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 Perry (17.07.12)
Hallo Isaban,
da fragt man sich unwillkürlich, was muss dem für ein Wochenende vorausgegangen sein?
Ich hoffe ein sehr positves, weil der Übergang in den Alltag so krass ist.
Die lyrische Übertreibung ist hier gut eingesetzt und man kann die überbordenede Fantasie nachvollziehen.
LG
Manfred
magenta (65)
(17.07.12)
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