Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Feline (11.05.), LARK_SABOTA (03.05.), Klangzeitfolgen (03.05.), Trugverschluss (02.05.), Mono (02.05.), HensleyFuzong (01.05.), Aries (27.04.), Iktomi (25.04.), Reuva (24.04.), jean (23.04.), Marie (20.04.), Pearl (20.04.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 567 Autoren* und 70 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 15.170 Mitglieder und 446.242 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 18.05.2021:
Hymne
Gedicht, das in gehobener, frei rhythmischer Sprache seinen Gegenstand - nahezu - religiös besingt
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Hüpfen von Soshura (18.05.21)
Recht lang:  Sinfonie der nährenden Kräfte von LillyWaldfee (754 Worte)
Wenig kommentiert:  Beharrlichkeit und Lebensfreude von Georg Maria Wilke (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Eine Hymne an den Morgen (Übersetzung) von Quoth (nur 51 Aufrufe)
alle Hymnen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Die Leiden Unschuldiger im Kosovokrieg und anderswo
von hei43
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ...siehe oben..." (Macpal)
Als Lily einen historischen Roman schreiben wollte.InhaltsverzeichnisAls Lily eine Liebesgeschichte schreiben wollte.

Als Lily ein Drama schreiben wollte.

Erzählung zum Thema Schreiben


von Skala

Ein oberflächlicher Betrachter würde vielleicht glauben, dass Lily lernt, so tief hat sie den Kopf über das dicke Buch gebeugt, das für mich nur voll von Hieroglyphen ist, doch an der Art wie sie die Lippen bewegt sehe ich, dass sie wieder einmal versunken ist in irgendeiner Geschichte.
„Lily.“ Ich klopfe mit der Hand auf das Buch. „Schläfst du?“
„Nein“, sagt Lily und zieht das Wort in die Länge. Na-hain.
„Aber du lernst nicht“, stelle ich fest, und Lily zuckt die Schultern, verneint diese Feststellung aber nicht. „Was machst du dann?“, frage ich.
„Ich schreibe“, sagt sie.
„Du hast keinen Stift und kein Papier“, erinnere ich sie.
„Wozu auch?“, fragt Lily. „Die ganz großen Dramen entstehen erst einmal im Kopf.“
Ich stöhne auf. „Ein Drama also?“
„Aber eines erster Güteklasse!“, bestätigt Lily. „Eine Familie, über der ein verhängnisvoller Fluch lastet, ein junger Held der tragisch stirbt, aber erst nachdem seine große Liebe glücklich mit seinem größten Widersacher verlobt ist, viel Haareraufen, und elendig lange Monologe.“
„Klingt gut“, nicke ich höflich.
„Absolut.“ Lily klappt ihre dicke Schwarte zu und schaut mit glänzenden Augen zu mir auf.
„Kommt auch ein Duell drin vor?“, frage ich, Interesse vortäuschend. Auf dem Tisch steht die Kaffeekanne, ich deute darauf und Lily nickt zustimmend. Ich hole mir eine Tasse und gieße mir Kaffee ein.
„Also, ein Duell?“, frage ich.
„Mit Degen“, bestätigt Lily.
„Hm“, überlege ich. „Sind Gefechte mit Degen nicht mehr oder weniger out?“
„Meinst du?“ Lily starrt mich kulleräugig an. „Aber ich will doch keine Schießszenen schreiben.“
Ich gebe vor, meine Fingernägel zu putzen. „Ich finde unsere Gefechte so viel interessanter, als wenn wir uns mit Degen bekriegen würden.“
Lilys Gesicht hellt sich auf. „Ach so, du meinst Wortgefechte?“
„Wow.“ Ich grinse sie an. „Du bist aber hellwach heute.“
„Ich bin ja wohl immer hellwach“, knurrt Lily.
„In anderen Sphären!“, gebe ich noch eins oben drauf.
„Unterirdisch wie du ist auch nicht erstrebenswert“, kontert Lily.
„Matt“, gebe ich zu. Und frage: „Sag mal, soll in dem Gefecht einer sterben?“
„Eigentlich nicht“, gibt Lily zu bedenken. „Ich kann ja schlecht den Protagonisten vor dem dramatischen Ende sterben lassen, und sein Widersacher muss erst noch mit Lady Loretta glücklich werden.“
„Lady Loretta?“
„Ist noch ein Arbeitstitel“, gibt Lily zu. „Namen sind ohnehin nur Schall und Rauch…“
„Vor allem wenn sich eine Figur nach der anderen in selbigen auflöst“, gebe ich ihr Recht. Lily hebt die Hand an die Stirn und deklamiert: „Oh Gott im Himmel, das Balg scheint mich schier zu zerreißen! Nimm mich in deine Hände bevor Satan es vermag!“ In einer gespielten Ohnmacht sinkt sie auf den Küchenboden. Ein paar Sekunden liegt sie regungslos, bevor sie zu kichern beginnt.
„Was war das denn?“
„Das“, erklärt Lily und rappelt sich von den Küchenfliesen hoch, „war der absolut dramatische Tod der unerfüllten Liebe des bereits durch eigene Hand verstorbenen Helden. Das Finale nach dem Finale. Lady Loretta stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Das Kind überlebt, sieht aber Desmond…“
„Desmond?“
„Ja, dem Helden eben – der bekommt noch einen vernünftigen Namen! – erschreckend ähnlich, und tatsächlich wurde das Kind in der einzigen – und für Lady Loretta schrecklich verhängnisvollen Liebesnacht der unglücklichen Protagonisten gezeugt, bevor Lady Loretta sich für Peter Brown...“
„Peter Brown?“
„Ja, Peter Brown eben entscheidet.“
„Dramatisch“, bestätige ich. „Vor allem angesichts der Namensgebung.“
„Die bekommen doch noch andere Namen!“, verteidigt sich Lily vehement. „Aber sag mal, ist das nicht ein Drama erster Güteklasse?“
„Die reinste Tragödie“, bestätige ich. „Wie soll das Stück heißen?“
„Rühreier“, sagt Lily.
„Gerne“, nehme ich an. „Mit Zwiebeln?“
„Nein, Rühreier ist der Arbeitstitel.“
Ich schwanke zwischen Erstaunen und Enttäuschung über ein Abendessen, das mir jetzt wohl doch nicht vorgesetzt werden wird. „Rühreier?“ Das Erstaunen siegt. „Warum Rühreier?“
Lily schnieft. „Weil einem Werk dieses Arbeitstitels ein unfassbarer Erfolg schon vorbestimmt ist.“
„Ach so“, entgegne ich blöde. Lily sieht mich abschätzig an, gibt mir das Gefühl, wieder einmal gar nichts zu verstehen. Ich überspiele mein offensichtliches Unwissen mit einem großen Schluck Kaffee und den Worten: „Meinst du wirklich, Dramen sind heutzutage noch in?“
„Etwa nicht?“ Lily sieht maßlos enttäuscht aus.
„Das eignet sich doch höchstens für Seifenopern und die ganz großen Bühnen, und das ist doch nicht das, was du willst“, versuche ich ihr behutsam zu erklären. Ich kenne Lily, weiß, dass sie selbst wenn sie ihr Drama jemals zu Ende schreiben sollte, unglücklich wäre mit dem Ergebnis. Erfolgsträchtiger Arbeitstitel hin oder her.
Schweigend steht Lily auf. Dann nimmt sie ihre leere Kaffeetasse in die Hand und wirft sie kraftvoll auf den Boden.
„Autsch“, sage ich.
„Die darfst du jetzt auffegen“, entgegnet Lily ruhig. „Dafür, dass du mich besser kennst, als ich mich selbst.“ Und während ich reumütig auf die Knie sinke um die Scherben einzusammeln, verlässt Lily wie eine echte Dramaqueen die Küche, eine Melodie summend, die mir vage bekannt vorkommt. Mir will der Name nicht einfallen, doch ich glaube, es hat etwas mit Rührei zu tun.


Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren

 
 

Kommentare zu diesem Text


Seelenfresserin
Kommentar von Seelenfresserin (12.08.2012)
Scherben bringen bekanntlich Glück ;) vielleicht bringen sie ja auch Lily Glück das ihr Stück bald auf den ganz großen Bühnen gespielt wird?

Ich steh auf Rühreier!
Gern gelesen
Seelchen
diesen Kommentar melden
Skala meinte dazu am 12.08.2012:
Hihi. Ich bezweifle eher, dass Lilys Rühreier es zu Weltruhm bringen werden, aber wer weiß, vielleicht bringen ihr die Scherben anderweitig Glück.

Vielen Dank dir für Kommentar und Klixx,
LG, Ranky.
diese Antwort melden
Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (12.08.2012)
SO liebenswert, so einfallsreich, so toll geschreiben! ♥
diesen Kommentar melden
Skala antwortete darauf am 12.08.2012:
Dankeschööön! Eine Lily-Geschichte kommt jetzt noch, mal schauen, ob sie es in der zu Weltenruhm bringt...

LG, Ranky.
diese Antwort melden
Kommentar von MarieM (55) (12.08.2012)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Skala schrieb daraufhin am 12.08.2012:
Oh, da sagst du was... vage ist eines dieser Wörter, bei denen ich nie weiß, wie's geschrieben wird, und gestern Abend war ich wohl zu faul, nachzugucken. Wird sofort korrigiert, danke!

Lily und Fred grüßen nett zurück. Lily immer noch etwas eingeschnappt durch ihre Zimmertür und Fred vom Boden aus. ;)

Danke dir für's Nase reinstecken, ich freu mich über jeden Riechkolben hier!

LG, Ranky.
diese Antwort melden
MarieM (55) äußerte darauf am 12.08.2012:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
Kommentar von Scrag (24) (14.08.2012)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Skala ergänzte dazu am 14.08.2012:
Huiii, danke dir! Aber das wäre gedruckt wohl ein sehr dünnes Büchlein... hmm...

Hach ja, die Lily. Einmal darf sie noch ran.

Cucu, Ranky.
diese Antwort melden
Scrag (24) meinte dazu am 22.11.2012:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden

Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren

Als Lily einen historischen Roman schreiben wollte.InhaltsverzeichnisAls Lily eine Liebesgeschichte schreiben wollte.
Kein Foto vorhanden
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zur Fotogalerie
Zum Aktivitäts-Index
Dies ist ein Erzählung des mehrteiligen Textes Wenn Lily schreibt..
Veröffentlicht am 12.08.2012, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.08.2012). Textlänge: 815 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.516 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.05.2021.
Lieblingstext von:
Seelenfresserin.
Leserwertung
· leidenschaftlich (1)
· nachdenklich (1)
· romantisch (1)
· spannend (1)
· spielerisch (1)
· witzig (1)
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Schlagworte
Drama schreiben Beatles
Mehr über Skala
Mehr von Skala
Mail an Skala
Blättern:
voriger Text
nächster Text
Weitere 10 neue Erzählungen von Skala:
Als Lily ihre Memoiren schreiben wollte Als Lily eine Weihnachtsgeschichte schreiben wollte. Als Lily einen Krimi schreiben wollte. Als Lily einen historischen Roman schreiben wollte. Als Lily einen Fantasyroman schreiben wollte. Als Lily eine Gruselgeschichte schreiben wollte. Als Lily eine lustige Geschichte schreiben wollte. Wenn Lily schreibt. Als Lily eine Liebesgeschichte schreiben wollte. Als Lily einen Heimatroman schreiben wollte.
Mehr zum Thema "Schreiben" von Skala:
Wenn Lily schreibt. Als Lily einen Krimi schreiben wollte. Als Lily einen Heimatroman schreiben wollte. Als Lily ihre Memoiren schreiben wollte Als Lily einen historischen Roman schreiben wollte. Als Lily eine Liebesgeschichte schreiben wollte. Als Lily einen Fantasyroman schreiben wollte. Als Lily eine Gruselgeschichte schreiben wollte. Als Lily eine lustige Geschichte schreiben wollte.
Was schreiben andere zum Thema "Schreiben"?
Narrativ, Spurensucher der eigenen unerforschten Wildnis (DanceWith1Life) Terrorchoreogramme (Ralf_Renkking) musenkuss (harzgebirgler) fürs schreiben unabdingbar (harzgebirgler) Der Gedichtsanfänger! (Die Erkenntnis) (Thomas-Wiefelhaus) des schreibens belanglosigkeit (harzgebirgler) bei herbstlich trübem wetter verse schmieden... (harzgebirgler) Gen der Zeit (Ralf_Renkking) Was normale Menschen über uns denken (klaatu) Warum ich Punkt Punkt Komma strich (plotzn) und 669 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2021 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2021 keinVerlag.de