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Verschissene Erkenntnis

Text


von MrDurden

Erkenntnis des vorgestrigen Tages: Ich bin Mensch. Menschen streben nach Aufklärung.

Zumindest strebt der interessierte und halbwegs intelligente Mensch nach Aufklärung. Er ist mit dem juckreizartigen Verlangen ausgestattet, Gegebenheiten zu be- und durchleuchten und Ursachen aufzudecken, die in irgendeiner Form Wirkung zeigen. Wie ist die Welt zu definieren, in der er lebt? Seit wann existiert sie? Seit wann existiert er und warum?

Innerhalb der Gesellschaft neige ich dazu, mich falsch zu definieren. Ich erzähle gerne, ich sei Realist, denn schließlich ist Realismus stichhaltiger und vernünftiger als Pessimismus. Unter Menschen werde ich zum Gaukler und heuchle Interesse an blödem Scheiß, der mir eigentlich am Arsch vorbeigeht. Ich heuchle tagein und tagaus, erzähle von der Wichtigkeit von Tier- und Umweltschutz und vorausschauendem Fahrverhalten im Straßenverkehr.

Außerhalb der Gesellschaft, wenn ich niemandem das bemitleidenswerte Gefühl gebe, sich gut in meinen Gedanken auszukennen, neige ich ebenfalls dazu, mich falsch zu definieren. Mein Ego ist größer als die Welt, in der ich lebe, doch es kann jederzeit durch das Gewicht einer Schmeißfliege zu Fall gebracht werden. Ich werde zum Gaukler und heuchle mir selbst blöden Scheiß vor wie Größe, Intelligenz, Sexappeal und Talent. Ich heuchle tagein und tagaus und ich scheiße auf Tier- und Umweltschutz und auf vorausschauendes Fahrverhalten im Straßenverkehr.

Erkenntnis des gestrigen Tages: Menschen finden keine Antworten, denn sie selbst sind die Antwort auf ihre Fragen.

Optimisten, Pessimisten und Realisten leben in derselben und doch in grundverschiedenen Welten. Ein Optimist sitzt am Steuer seines Kleinwagens, fährt auf einer Landstraße, freut sich seines Lebens und sinniert über Tier- und Umweltschutz und vorausschauendes Fahrverhalten im Straßenverkehr. Plötzlich kreuzt ein Reh die Fahrbahn, wird vom Wagen des Optimisten erfasst und getötet. Durch die ungeheuere Wucht des Aufpralls spürt das Reh nichts, ist auf der Stelle tot und fährt in den Wildhimmel auf, wo verwinkelte Landstraßen und gedankenversunkene Autofahrer nicht existieren. Der Optimist fährt nach Hause, trauert einige Tage und setzt sein Leben fort, dessen unschätzbarer Wert für ihn außer Frage steht.

Ein Pessimist sitz am Steuer seines verschissenen Kleinwagens, fährt auf einer verschissen unübersichtlichen Landstraße, erachtet sein Leben als verschissen aussichtslos und scheißt auf Tier- und Umweltschutz und verschissenes vorausschauendes Fahrverhalten im Straßenverkehr. Plötzlich kreuzt der verschissen größte Brocken von einem Reh die Fahrbahn, den der Pessimist je zu Gesicht bekommen hat, wird vom verschissenen Kleinwagen des Pessimisten erfasst und getötet. Das Reh spürt alles und stirbt einen scheißlangsamen und qualvollen Tod, bevor der Pessimist den stinkenden Kadaver des bescheuerten Mistviehs runter von der scheiß Straße in den verschissenen Wald zerrt. Das Ungeziefer landet in der Wildhölle, denn durch seinen Aufprall zerschmetterte es den Seitenspiegel des Autos in tausend Teile. Der Pessimist fährt nach Hause, bezahlt die verschissenen Wucherrechnungen seiner Werkstatt und setzt sein verschissen bemitleidenswertes Leben fort, dessen er seit scheißlanger Zeit überdrüssig ist.

Menschen finden keine Antworten, denn sie selbst sind die Antwort auf ihre Fragen. Menschen erschaffen ihre eigenen beschissen unübersichtlichen Landstraßen und schicken ihre persönlichen stinkenden Wildkadaver in die Hölle, um sich anschließend zu fragen, warum ausgerechnet ihr Leben so verschissen anstrengend sein muss. Menschen erschaffen die Scheiße, die ihnen langsam und allmählich über Knöchel, Hüften und Kehlkopf bis unter die Nase steigt. Die Scheiße, in der ihre Welt versinkt und ertrinkt, bis es keine Oberfläche mehr gibt, an der man sich eine Kugel durch den Kopf jagen und seinem stinkenden, verschissenen Dasein ein Ende bereiten könnte.

Die Welt, in der ich lebe, definiert sich durch meine Sichtweisen. Sie und ich existieren, seit meine Wahrnehmungsfähigkeit und mein Urteilsvermögen existieren. Warum ich existiere, weiß ich nicht, und es ist mir scheißegal, da ich es ohnehin verschissen nochmal niemals herausfinden werde. Doch ich scheiße weiterhin auf Tier- und Umweltschutz und vorausschauendes Fahrverhalten im Straßenverkehr.

Erkenntnis des heutigen Tages: Das menschliche Streben nach Aufklärung kommt endlich zu einem in keinster Weise zufriedenstellenden Resultat. Die Welt wird immer so kackbraun sein wie ich sie mir ausmale.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von fragilfluegelig (49) (01.09.2012)
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MrDurden meinte dazu am 01.09.2012:
Wie immer vielen Dank für deinen Kommentar Freut mich sehr, dass du dich mit jedem neuen Text so auseinandersetzt! Wünsche noch ein schönes Wochenende! David
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Kommentar von Jack (33) (01.09.2012)
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MrDurden antwortete darauf am 01.09.2012:
Dem kann ich eigentlich nicht widersprechen, wobei es natürlich auch Extremoptimisten gibt, die jedes noch so schlimme Ereignis als z.B. "eine Prüfung Gottes" und somit etwas Gutes ansehen. Man kann die Welt sehen wie man will und so ist sie dann auch. Zumindest für das eigene Ich. Dank dir für Kommentar und Empfehlung!
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MrDurden
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Veröffentlicht am 01.09.2012. Textlänge: 640 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.142 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.06.2020.
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