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Gebet
Texte, die ihre Gedanken und Herzensangelegenheiten an ein größeres Gegenüber richten und dort gut aufgehoben wissen.
... und was wir daraus machen:

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Recht lang:  Japanische Lyrik samt Cellomusik von idioma (484 Worte)
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Selten gelesen:  Ehrfurcht von LotharAtzert (nur 88 Aufrufe)
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Is` ja SAGENhaft! 2 - Norddeutsche Sagen reloaded
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Zu frei

Kurzgedicht zum Thema Mutter/Mütter


von morbideArtinc

Ich sitze, fühle nichts mehr. Gedanken fluten mein Hirn, alle Farben verschwimmen. Irreal bewegt sich die Zeit, Gefühle zu Eis erstarrt. Der Wind ist gegangen, und das Buch vergilbt. Ein Foto verstaubt, in einem Rahmen aus Tränen und Blut.Salz rinnt die Hände hinab, stüzend die Lehne aus Hass. Sehe mich nicht, stehe neben mir, Lichter gehen aus, die See vertrocknet. Geduld gerissen. Verloren in mir, grau der Nebel aus dem Mund, längst gestorben und tot, das Wort. Ungelesen der Brief auf dem Tisch. Ungeöffnet. Leben ist ein Wort, und Tot der Preis. Verrottend mein Körper, fremd die Augen, Loch in Loch, doch nie zufrieden. Engel an der Hand, verlebt die Jugend und rot das Tuch. Mein Hals geschwollen und verdammt. Meine Seele mit Hammern zerschrammt. Gespalten als Kind, meine Zeit im Stundenglas verrint.

Ich schreibe, denn es bewegt. Meine Gedanken auf Papier gebannt, meine Seele verheizt, das Herz verbrannt. Gefühl ist nix und Verstand regiert. Vorrausplanend, nichts aus dem Bauch. In mir staut sich die Trauer als Rauch. Meine Welt ist vereist und kalt, komm zu mir und hilf mir auf. Trockne meine Tränen die rieseln wie Regen. Rette mich! Gib mir deinen Segen. Erzähle mir von deiner Qual, ich harre aus, geduldig. Stund um Stund, brennt sich dein Wort in meinen Mund. Verzeih es mir, soweit du kannst, und führe mich fort vom tiefen Rand. Springen will ich, Freiheit ist nicht mein, doch bin ich mal weg, wer wird dann sein? Trag mich fort so weit du kannst. Meine Füße im Beton. Gefoltert der Wille.

Halte mich, solange du kannst. Doch kommt die Zeit wo du nicht mehr kannst, lass mich los und geh fort. Doch bitte nimm die Erinnerung mit, an jeden anderen Ort. Ich werde sterben, in deinen Armen, doch gehen will ich, mit deinen Narben. Verlassen hast du mich, vor also langer Zeit. Gib mir noch einmal Kraft, und ich bin bereit. Fliegen werde ich, ohne Ziel. Für die Hölle zu gut, für den Himmel zu frei.

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