Stille

Alltagsgedicht zum Thema Einsamkeit

von  Füllertintentanz

Die Stille hört sich komisch an,
es passt so viel hinein.
Was sie so laut erzählen kann,
sie wollt so Vieles sein.

Ein Lachen quer durchs Kinderhaar,
ein Singen dort am Strand,
ein Reden übers letzte Jahr,
ein Greifen deiner Hand.

Dein Plan sah leider anders aus,
ich kam nicht darin vor.
Denn ohne Wort bliebst du zu Haus
und schweigst mir nun zu Ohr.

So wurde Stille  über Nacht
zu dem,  was sie nicht will.
Sie hat sich so viel ausgedacht,
nun ist sie einfach still.

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Kommentare zu diesem Text

AchterZwerg (65)
(18.01.13)
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 Füllertintentanz meinte dazu am 19.01.13:
Hallo Heidrun, Textarbeit ist bei mir in der Tat immer herzlich willkommen. In diesem Fall beschämt sie mich fast ein wenig, da du dich amscheinend mit den Zeilen fast mehr beschäftigt hast, als ich selbst. Für mich waren es Gedanken, die nach einem sehr lauten Konzertabend in meinem Kopf herum geisterten, während ich der Stille lauschte, die sich in diesem Moment so unwirklich und merkwürdig anhörte. Am nächten Morgen schrieb ich kurz meine Gedanken nieder und das wars. Ich sollte mir wohl in Zukunft mehr Zeit für meine eigenen Wortspielchen nehmen. Deine Ideen werde ich dabei überdenken. Ich danke herzlichst. NG, Sandra

 TrekanBelluvitsh (18.01.13)
Jetzt sind wir also bei den 'Folgeerscheinungen'.

Ja, Stille kann mörderisch sein, nein, schlimmer noch, sie lässt einem am Leben. Aber auch die Nacht hat viele Geräusche. Doch die Stille kann eben auch taub machen.

Auf eine weiter Fortsetzung bin ich (neu-)gierig.

T.B.
Steyk (61)
(19.01.13)
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 Füllertintentanz antwortete darauf am 19.01.13:
Hallo Stefan, ich flüster mich ganz leise dankend aus deinem Kommentar. Hat mich gefreut. LG, Sandra

 Isaban (19.01.13)
Was die Melodie betrifft, kommt der Textfast zu frühlich daher für das traurige Thema. Die Bebilderung gefällt mir gut. Vielleicht klönnte man noch das eine oder andere "nun" und ein paar "so" ausbauen, die wirken meist irgendwie der Metrik geschuldet. Ich schreib mal in Klammern zum Text, was mir ins Auge fiel.

Liebe Grüße

Sabine


Die Stille hört sich komisch an,
es passt so viel hinein.
Was sie so laut erzählen kann, (wie laut sie doch erzählen kann? dann wäre auch zumindest eine "So-Dopplung" eliminiert.)
sie wollt so Vieles sein. (sie kann gewaltig sein/sie wollte vieles sein, sie könnte vieles sein:)

Ein Lachen quer durchs Kinderhaar,
ein Singen dort am Strand,
ein Reden übers letzte Jahr,
ein Greifen deiner Hand.

Dein Plan sah leider anders aus,
ich kam nicht darin vor.(,)
Denn ohne Wort bliebst du zu Haus
und schweigst mir nun zu Ohr. (und schweigst mir schrill ins Ohr/schweigst mir von dort ins Ohr/nichts klingelt mir im Ohr/schweigst mir in jedes Ohr/beschweigst gemein mein Ohr o.ä.?)

So wurde Stille über Nacht
zu dem, was sie nicht will.
Sie hat sich so viel ausgedacht,
nun (jetzt) ist sie einfach still.

 Füllertintentanz schrieb daraufhin am 19.01.13:
Hallo Sabine, ich bin total überwältigt von der Tatsache, wie viel Zeit sich der Eine oder Andere für diese schlichten Zeilen nimmt. Danke dafür.
Für mich waren es ganz schlichte Gedanken, die ich nach einem sehr lauten Konzertbesuch beim Einschlafen hatte. Da hörte sich die Stille tatsächlich komisch an. Es kamen mir Momente und Bilder in den Sinn, was sie jetzt hätte alles sein können.
Später habe ich dann kurz und knapp diese Gedanken zu Papier gebracht. Mir selbst war gar nicht aufgefallen, wie oft das Wörtchen "so" zu finden ist. Ich werde sicher ein paar davon entfernen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.
NG, Sandra

 Kontrastspiegelung (29.01.13)
Sie wollt so vieles sein...

Sie ist sovieles... wie zBs. keine Antworten sind Antworten. Weil eben die Stille nicht nur aufs Reden basiert, sie ist eine/ kann eine lesbare Körpersprache sein.

Aufjedenfall gefällt mir dein Gedicht! ;)

LG, Konti
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