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Herbert Rosendorfers Erzählung "Mithras"

Essay zum Thema Literatur


von Dieter Wal

Immer wieder lese ich Herbert Rosendorfers: "Mitteilungen aus dem poetischen Chaos - Römische Geschichten".

Als ich den Band 28-jährig entdeckte, hatte ich (nach Selbsteinschätzung) die Flegeljahre in etwa hinter mir und sehnte mich nach Werten.

Rosendorfer beschreibt die Lebensfreude der Römer. In feuilletonistischer Sprache. Heiter, detailgenau und mit Erzählfreude geht er seine Geschichten an. Der Leser fühlt sich in ein zeitlos-modernes Italien versetzt. Die Erzählungen erwecken Rom-Sehnsucht.

Selbst Goethes zwischen 1813 und 1817 entstandene "Italiänische Reise" dagegen vermochte das nicht. Dabei ergatterte ich eine in Leder gebundene zeitgenössische Ausgabe davon in einem Bamberger Antiquariat, die den Stempel eines italienischen Klosters auf dem Deckblatt trägt!   

Rosendorfers Erzählung "Mithras" der Römischen Geschichten zieht den Leser unmittelbar in ihren Bann. Sie beginnt so:



"Normalerweise setze ich mich nicht an einen Tisch, wenn ich in der Bar Sant' Eustachio meinen Caffè Speziale oder meine Grappa trinke, nicht aus Geiz, weil es im Stehen wie überall in Italien weniger kostet, sondern um das wohlige Gefühl zu genießen, durch die drängende Fluktuation der Gäste wie von selber wieder nach draußen gespült zu werden."





S. 39


Die Erzählung enthält zahlreiche anschauliche Beobachtungen, die das sinnenhafte, hektische, laute, ansprechend farbenfrohe und vor Menschen brodelnde Rom am Abend ausmachen.

Der in Cafés almosenempfangende Signor Gai führt den Erzähler und seinen guten Bekannten Oberstaatanwalt Weltin in seinen Keller, unter dem sich ein bisher nur von Gai zufällig entdecktes   Mithräum befindet.



"Gai schaltete seine Taschenlampe ein. Auf einem Relief war ein Mann in phrygischer Mütze  dargestellt, der einen Stier tötet. Ein Hund leckt das Blut des Stieres auf, ein Krebs zwickt in die Hoden des Stieres, links und rechts zwei  Jünglingsgestalten - in anderer Dimension, größer als der Stier - jeder mit einer Fackel, der eine hält sie nach oben, der andere zu Boden. Der Stein stand in einem Halbrund, links und rechts davon steinerne Bänke. 

"Ach -", sagte Weltin.
Ein Mithräum. Nie hatte ich eine so vollständige und unversehrt erhaltene Mithrasdarstellung gesehen. Gai kniete nieder."





S. 56


Der vielleicht letzte Mithras-Gläubige des fast vor 2000 Jahren untergegangenen Mithraskultes für römische Soldaten und deren männliche Angehörige lebt noch in einer Erzählung Herbert Rosendorfers. Überaus poetisch.


Dieter Wal



Herbert Rosendorfter: "Mitteilungen aus dem poetischen Chaos - Römische Geschichten", Kiepenheuer & Witsch Köln 1991, 135 S., ISBN: 3-462-02098-6

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Veröffentlicht am 19.01.2013, 7 mal überarbeitet (letzte Änderung am 20.01.2013). Textlänge: 376 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.043 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.03.2020.
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