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Selten geh'n die Grafen

Kurzprosa zum Thema Andere Welten


von BrigitteG

Schnee auf der Straße, auf Bürgersteigen, Altglascontainern, Hortensien und der Nase.  Zuckerbäckerwelt. 

Die CD mit Operettenarien im Auto, nur für diese Zeit. Tage, höchstens Wochen.

Operettenarien und katholische Kirchenlieder – prägend in der Kindheit,  dann versteckt in einer schwer zugänglichen Ecke des Gehirns. Falls notwendig sofort und ohne zu Zögern wieder abrufbar, auch nach 20 oder 40 Jahren.

...Stoß an, stoß an, Du Liebchen mein
und trink mit mir Champagnerwein...


Es ist ein eigentümliches Gefühl, durch verschneite Straßen zu fahren. Die Räume ändern sich – Hausfassaden, Straßen, Bürgersteige, Büsche, Bäume, alles wird durch den Schnee verbunden, es gibt keine einzelnen Bauteile mehr. Weiße Räume, dreidimensional.

...Lippen schweigen
'S flüstern Geigen
Hab mich lieb...


Die übliche Ordnung ist dahin, es ist Ausnahmezustand. Die Autos fahren nicht, sondern bewegen sich vorsichtig auf der gepressten Schneedecke, denn die Menschen sind ja nur zu Besuch hier, es ist nichts auf Dauer, und so wollen sie einmal höflich und freundlich sein.

...Dein ist mein ganzes Herz
Wo Du nigt bist
Will ich nigt sein...

(Ein nicht-deutschsprachiger Sänger, Probleme mit dem „ch“)

Die größeren Straßen mit ihrem glatt gepressten Schnee sind wie ein Binnenmeer, ruhig, freundlich, und immer bereit, ein Schiff entlang gleiten zu lassen, wenn es sich denn ordentlich verhält.

...Selten geh’n die Grafen
Vor drei Uhr morgens schlafen...


Aber die kleinen Nebenstraßen sind anders. Sie sind der Ozean, der Sturm, genügen sich selbst, wollen niemanden haben. Eine Wohnstraße mit drei Dimensionen statt zwei, der Schnee türmt sich auf, bildet Wellen, Steigungen rund um Kanaldeckel, Wände, tiefe Furchen vom Fahren und Ausweichen. So wie der Sand am Meer, vom Wind und vom Wasser geschoben, gedrückt.

...Nimm Zigeuner Deine Geige
Lass seh’n was Du kannst
Schwarzer Teufel spiel und zeige
Wie Dein Bogen tanzt...


Glücksgefühle beim Autofahren – damals im Spätsommer, kurz vor Eintreten der Dämmerung. Wenn das Licht sich geändert hat, schärfer geworden ist, präziser, unbarmherziger, und gleichzeitig so intensiv, dass Alles mehr Kraft hat, und mehr Präsenz.

...Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht
Ganz ohne Sonne blüht die Rose nicht...


Jetzt aber in einem Winter mit Schnee - das Glücksgefühl beim Fahren auf einer verschneiten Straße, das Herz ganz weich und weit, kein Druck, keine Anstrengung, nur noch loslassen und da sein. An so einem dummen Ort wie der Zufahrt zur Bundesstraße.

...Lassst’ uns loben
Den dort droben
Der’ss sso gut gemacht
Ssiehst ja dass Hertss ihm vor Freude
Sselber lacht...

(Der Sänger lispelt etwas)

Irgendwann kommt der Bruch – aus Schnee wird brauner Matsch, Autofahrer sind hektischer, Schuhe klatschnass und Parkplätze in kleinen Straßen jetzt zugänglich. Es war nur ein kurzes Wunder.  Tschüss, Frau Rothenberger.

Anmerkung von BrigitteG:

Eine ältere Kolumne, wieder aktuell, mit Textänderungen.



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Kommentare zu diesem Text


Martina
Kommentar von Martina (21.01.2013)
Ach, da ist sie wieder....deine Art zu schreiben, die ich leider viel zu selten hier zu lesen bekomme! Ein schöner Start in den Tag, mit den Grafen, die nicht schlafen....Lg Tina.
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BrigitteG meinte dazu am 21.01.2013:
Ich gehöre tatsächlich nicht zu den fleißigen Schreiberinnen, Martina... speziell übrigens dieses Zeile war sehr komisch gesungen: das "r" sehr gerollt, das "s" überbetont, und überhaupt insgesamt sehr dramatisch-künstlich.
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Martina antwortete darauf am 21.01.2013:
Ja leider...Brigitte...was ich auch sehr schade finde =)
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Kommentar von chichi† (80) (21.01.2013)
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BrigitteG schrieb daraufhin am 21.01.2013:
In diesem Fall brauchte ich nur die Realität beschreiben - ich hatte die Operettenmelodien eigentlich für meine Mutter aufgenommen, und irgendwie blieb die CD damals im Wagen. Und als es dieses Jahr anfing zu schneien, hab ich sie instinktiv wieder rausgeholt
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (21.01.2013)
ja, die Operettenarien passen zu der Zuckerbäckerwelt. Sie schmilzt schnell dahin, also lasst uns genießen.
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BrigitteG äußerte darauf am 21.01.2013:
Das ist wie kitschige Weihnachtsbeleuchtung - vier Wochen lang kann ich sie sehr gut ertragen, aber nicht länger...
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EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 21.01.2013:
d'accord
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AronManfeld (43) meinte dazu am 21.01.2013:
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BrigitteG meinte dazu am 21.01.2013:
Bei mir kommt das auf die Dosierung an, Aron - wenn der Schnee weg ist, liegt die Operetten-CD wieder ganz hinten im Auto und wartet auf das nächste Jahr
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AronManfeld (43) meinte dazu am 21.01.2013:
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Kommentar von The_black_Death (31) (23.01.2013)
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BrigitteG meinte dazu am 23.01.2013:
Kann ich mir vorstellen, dass es Dir nicht gefällt *g*. Der Text hat keine Handlung, sondern ein Bild. Er zeigt meine Antwort auf die Frage "Was macht der Schnee aus meiner Welt", nämlich Räume, die sich verändern.
Am Besten vergisst Du den Text, wenn er so gar nicht Dein Geschmack ist
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Kommentar von Mondscheinsonate (39) (22.02.2014)
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BrigitteG meinte dazu am 23.02.2014:
Ja, ich weiß - Operetten sind Geschmacksache Ich bin schon als Kind damit aufgewachsen, und das prägt. Allerdings kann ich sie auch nur zeitlich begrenzt ertragen *g*.
Danke, dass ich eine Oper bin!
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Mondscheinsonate (39) meinte dazu am 23.02.2014:
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (19.03.2014)
Nun ja, was will uns die Autorin damit sagen? Ein Sinn hinter dem ganzen entdecke ich nicht. Und kitschige Einsprengsel wie
"Sie sind der Ozean, der Sturm, genügen sich selbst"

(Frage: Gibt es einen Ozean der nur dem Menschen genügen will?)
Oder
"das Herz ganz weich und weit, kein Druck, keine Anstrengung, nur noch loslassen und da sein."

machen die Sache auch nicht wirklich besser.

Aber vielleicht entzieht sich mir auch nur einfach die Romantik des Autofahrens, wer weiß...
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BrigitteG meinte dazu am 19.03.2014:
Deine Frage nach dem Sinn ist durchaus berechtigt - an sich habe ich eine Tatsache beschrieben: ich hörte die Operetten-CD so lange im Auto, wie es in dem besagten Winter schneite und legte sie bei Tauwetter wieder weg. Als ich anfing, über Zusammenhänge nachzudenken (das Süßliche der Operetten und der Zuckerbäckerstil bei verschneiten Häusern), da kam ich auf diesen Text.
Mir gefällt er, Deinen Geschmack trifft er gar nicht, aber damit kann ich leben.
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Kommentar von janna (66) (19.03.2014)
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BrigitteG meinte dazu am 19.03.2014:
Ja, manchmal dauert es etwas, bis man merkt, was einen in der Kindheit prägt, das kenne ich .

Glücksgefühle sind meist Glücksmomente für mich, die nicht lange dauern, aber sehr intensiv sind. Bei großem Schneefall, wenn man schon nicht mehr sieht, wo Bürgersteig und wo Straße ist, weil alles ineinander übergeht, da kann es immer wieder passieren.

D.h. letzten Winter gab's keine schneeverursachenden Glücksgefühle für mich *g*.

Liebe Grüße,
Brigitte
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Teichhüpfer (56) meinte dazu am 08.05.2016:
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Kommentar von harzgebirgler (27.08.2016)
die rothenberger war einst sehr präsent - / wie schön, daß sie noch jemand kennt und nennt!
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BrigitteG meinte dazu am 28.08.2016:
Ja, Kindheitserinnerungen prägen sich jahrzehntelang ein
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Veröffentlicht am 21.01.2013. Textlänge: 432 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.501 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 02.08.2020.
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