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Ein flirrendes Rauschen von Grellem und Schwarz

Skizze


von m.o.bryé

Manchmal, wenn ich krank bin oder betrunken, ganz zittrig an den Fingern, sodass ich nichts greifen kann, manchmal vertrage ich Berührung nicht. Ich läge dann gerne im luftleeren Raum, nackt und warm auf dem Rücken oder kopfüber im Nichts, sodass nur mein Haar noch der Schwerkraft gehorchen dürfte und nichts meine Haut streifte, darüber strich, rieb, scheuerte. Ich wäre ganz im lauen Weich und meine Sinne weichgezeichnet ohne Kanten, Schärfen, Ecken, Grelles.

Aber Menschen sind um mich statt des Nichts.

Ihr Atem fällt schwer über meine Haut, poltert über die kleinen Haare, die Prägungen in Armbeugen und Handinnenflächen, schabt über die Fingernägel, sich verkeilend und lösend, kratzend und drückend und endlich abrutschend. Mein eigener Stoff lastet dann schwer auf den Schultern, um den Hals, reibt und reibt an den empfindlichen Seiten des Bauchs, kratzt vielstimmig die Wirbelsäule hinunter. Die Ärmelenden an Oberarmen oder um die Handgelenke sind besonders rau und voller Last. Ich spür die Hüften in den Hosen und wo der grobere Stoff Falten schlägt an Taschen und Körperbeugen, doppelt liegt an Gürtelschlaufen und ruhelos auf und ab, vor zurück rechtslinks sich an mir schiebt, bricht und Wellen schlägt und streut.
Trockene Finger streifen ruppig meinen Arm, ein Reißverschluss, der über meinen Handrücken kratzt, steifer Jackenstoff, grobe Jeans, klebrige Planentasche, nasser Regenschirm, Haare, die zuschlagen, peitschen in mein Gesicht, in die müden Lider, den fahlen Mund



Ein Tier ohne Fell liegt neben mir im nassen Gras. Unsere Augen gehen ins Leere, auf meinem Gesicht liegt ein abgenutztes Lächeln, aus seiner Hand fließt Schnee den kalten Hang hinab. Im Nebel sind wir allein, das Tier und ich.

Es trägt meine Arroganz ohne Berechtigung, sein Stolz ist falsch und spiegelt nicht. Ich errichte Schilder hinter meinen Linsen, redraw, redraw, ganz unbemerkt und unsichtbar und vielleicht denkt es dasselbe und wir spiegeln uns in einander trüber Augen bis zur Unendlichkeit.

Ich weine.

 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (19.04.2013)
Hm, du nennst das Skizze und als solche ist es auch gelungen. Allerdings beschreibst du hier ja fast nur den Bruchteil einer Sekunde. Für meinen Geschmack ist hier zu viel vom 'Wie' und zu wenig vom 'Warum' die Rede, ja, es wird ja noch nicht einmal angedeutet. Und so hinterlässt der Text bei mir nur unbeantwortete Fragen, die du als Autor zumindest hättest streifen können.

Als Anfang oder Zwischenspiel wäre das sehr gut, doch läuft dein Text ein wenig Gefahr, beliebig zu wirken, austauschbar, als hätte man ihn schon irgendwo gelesen und das hat er allein wegen der Ausdrucksstärke einfach nicht verdient.
(Kommentar korrigiert am 19.04.2013)
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m.o.bryé meinte dazu am 19.04.2013:
Hallo TrekanBelluvitsh,
danke für deinen Kommentar und dass du so beschreibst, was dich an dem Text stört. Für mich persönlich sind das zwar keine Ziele, die ich mir setzen möchte, aber die Außenansicht ist spannend.
Liebe Grüße,
Lena
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (21.04.2013)
Wie schmerzhaft das Leben sein kann, wenn man versucht, einigermaßen, vielleicht nur unauffällig, seine Aristokratie zu leben, und bestünde sie nur darin, dass man nicht berührt werden mag, von nassen Regenschirmen, beispielsweise, und man meint das gar nicht misanthropisch, man ist nur müde, oder krank, oder betrunken, oder es gibt gar keinen Grund, man mag nicht …

Jedenfalls liegt die Stärke dieses Textes nicht in seinem abstrakten Element, sondern in seinem beschreibendem, und die Beschreibung selbst bietet dem Leser lediglich eine Möglichkeit zur Abstraktion an, einer Deutung, die lauten kann: Gott, sind manche Menschen empfindlich, - die aber lauten muss: Manchmal bis oft will man das nicht, so berührt werden, als wäre man ein Teil dieser Berührenden, um daraus wiederum eine Schlussfolgerung zu ziehen, ähnlich der in Kafkas „Entschlüssen“:

„Deshalb bleibt doch der beste Rat, alles hinzunehmen, als schwere Masse sich verhalten, und fühle man sich selbst fortgeblasen, keinen unnötigen Schritt sich ablocken lassen, den anderen mit Tierblick anschauen, keine Reue fühlen, kurz, das, was vom Leben als Gespenst noch übrig ist, mit eigener Hand niederdrücken, das heißt, die letzte grabmäßige Ruhe noch vermehren und nichts außer ihr mehr bestehen lassen.

Eine charakteristische Bewegung eines solchen Zustandes ist das Hinfahren des kleinen Fingers über die Augenbrauen.“

Oder man sucht einen Trost in einer Literatur, wie man sie bei Dir immer wieder lesen darf.
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Kommentar von AronManfeld (43) (12.05.2013)
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Kommentar von Mannche (28) (12.01.2014)
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Hillarts
Kommentar von Hillarts (14.02.2015)
Dieser Text spricht mir aus der Seele. Oh wie gut ich dieses Gefühl manchmal kenne. Ich finde, du hast mit diesem Text sehr genau getroffen, was manch einer schwer beschreiben kann.
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m.o.bryé
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Veröffentlicht am 19.04.2013. Textlänge: 310 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.117 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.04.2019.
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