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RotgelbInhaltsverzeichnisSonne, Staub und knirschendes Geröll

Sonne mit Mond. Sonne ohne Mond.

Symbolgedicht zum Thema Liebe, lieben


von Dieter Wal


Conjunctio
(von Arnold de Villanova, 16. Jh.)
Für unangepasste


I.

SONNE MIT MOND

Da liegst du aufgespießt wie ein Zitronenfalter
mit glühenden Wangen. Du bist festgenagelt.
Die Spitzen deiner Brüste überzieht zartes Rot.
Du keuchst. Wie schnell sie sich heben und senken.
Dein Schoß wölbt sich mir entgegen.
Die gierige Vulva einer ekstatischen Göttin
nimmt mich in sich auf, umfaßt den alten Wurzelstamm.
Zwei nackte Menschen auf einem Staubkorn
am Rand der Milchstraße, die sich ausdehnt
und zusammenzieht, in deren Sonnen Meteore verschmelzen,
wo Kulturen entstehen und untergehn.
Zwei fette Amseln picken Johannesbeeren.
Zwei Menschen stöhnen am Rand der Milchstraße.
Weißlinge, Zitronenfalter, Schwalbenschwänze
fliegen in die Sonne, Schwärmer, Eulenfalter
und Bärenspinner flattern um den Mond.
Ein geiler Pan packt sich eine Nymphe,
die sich als Göttin entpuppt.
Neue Generationen erblicken das Licht der Welt.
Manche im Schaukasten fixiert,
manche in vollkommener Verwandlung.
Noch formen deine Lippen Worte, die kein Mensch
verstehen kann und ich zähle die Schweißperlen
zwischen deinen Brüsten, während eine Sonne explodiert.



8. September 1995



II .

SONNE OHNE MOND

Ich habe, seit du gingst, sehr viel geschrieben,
in vielen Bildern oft an dich gedacht,
weil mir es nicht gelang, dich so zu lieben,
blieb ich dein schwarzer Schatten jede Nacht.

Und wenn du dachtest: "Jetzt hat er's begriffen",
dann war ich noch in dir, du sahst mich nicht.
Der Schmerz hat mich geschmiedet und geschliffen,
ich bin dein Teil, unhörbar, ohne Sicht.

Und stirbst du einst, dann werd ich dich verlassen,
dann gehn zwei Flammen in die hellste Glut,
wir zwei sind eins, du darfst mich dafür hassen,
ich bin in dir, ich bin in deinem Blut.

Träumst du von mir, werd räumlich ich nicht nah sein,
ich bleib vergessen, blass, verblichne Schrift,
doch sage ich, ich werde immer da sein,
in deinen Schläfen pocht es wie ein Gift.

Du führst seit einem Jahr ein gutes Leben,
es wird noch glücklicher als es jetzt ist.
Wahrscheinlich hast du lange mir vergeben ... .
Fühlst du denn nicht, was du mir schuldig bist?



5. Februar 1998.


15 Jahre später las ich das Gedicht erneut. "Ach du liebe ...!", dachte ich. Komplett vergessen.  11. April 2013.

Anmerkung von Dieter Wal:

Illustration aus dem Rosarium Philosophorum.


 
 

Kommentare zu diesem Text


unangepasste
Kommentar von unangepasste (28.04.2013)
Das zweite gefällt mir unglaublich gut. Treffender kann man den Zustand nicht ausdrücken. (Vor 10 Jahren habe ich einen inhaltlich sehr ähnlichen Text geschrieben, er kommt aber von der Sprachgewalt bei weitem nicht an deinen heran - aber vielleicht kann ich das Gedicht deshalb so gut nachempfinden.)
diesen Kommentar melden
Dieter Wal meinte dazu am 28.04.2013:
Hui! Kann ich mir bei deinen Gedichten kaum vorstellen? Die sind doch immer so sprachgewaltig. Schickst du mir es einmal zum Vergleich privat? Bin neugierig.
diese Antwort melden
AZU20
Kommentar von AZU20 (29.04.2013)
Sehr eindrucksvoll. LG
diesen Kommentar melden
Piroschka
Kommentar von Piroschka (04.12.2018)
Das erste Gedicht mag ich nicht lesen. Ich habe Angst, es bleibt etwas in mir davon zurück, ich habe das Lesen abgebrochen. Aber ich kann verstehen, dass solche Gedanken kommen. Der Schmerz hat viele Gesichter und fast alle scheinen mir legitim.
Im zweiten Gedicht ist für mein Lesen soviel echtes Leid … hier ziehe ich mich nach dem Lesen still zurück, es wäre nicht richtig, es zu kommentieren.

Lieben Gruß!
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Dieter Wal antwortete darauf am 04.12.2018:
Danke.
diese Antwort melden

RotgelbInhaltsverzeichnisSonne, Staub und knirschendes Geröll
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Veröffentlicht am 27.04.2013, 18 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.11.2018). Dieser Text wurde bereits 1.673 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.12.2018.
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