Fäden

Kurzprosa zum Thema Loslassen

von  tulpenrot

wir saßen uns gegenüber schweigsam ernst sie bewegte ruhig und konzentriert ihre Hände auf nieder zusammen wieder auseinander als ob sie mit ihren schmalen spitzen Fingern vorsichtig Fäden entwirren wollte ich beobachtete begriff ihr Tun nicht als sie aufstand war es als entglitten ihr die Fäden ihre Hände leer jetzt lächelte sie
und ging.


Anmerkung von tulpenrot:

Versuch einer Kurzfassung des Textes "Im Wartezimmer" auf Anregung eines Kommentators

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Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (29.05.13)
Hallo tulpenrot,
ist kurz besser?
Das muß von Fall zu Fall entschieden werden und bleibt immer subjektiv.
Als Kenner des "Wartezimmer" Textes kommt mir die Langversion sehr viel dichter vor (länger=dichter, hört sich wie ein Widerspruch an), zweifellos vermittelt sie aber sehr viel mehr Athmosphäre. Gerade die Schilderung eines Zustandes, einer Vermutung, einer Stimmung, bei der die Handlung nebensächlich ist und auch sein soll, erfährt durch einen beschriebenen Rahmen ihre Eindringlichkeit.
Herzlich Grüße TT

 tulpenrot meinte dazu am 30.05.13:
Das Ganze ist für mich natürlich auch ein Experiment - im Moment gefällt mir gar keine Version.
Deine Erläuterung kann ich aber durchaus nachvollziehen. Eigentlich schon vor der gestrigen Diskussion hatte ich die Idee, eine Kurzfassung zu schreiben, in der Hoffnung, die Gegebenheit dichter machen zu können. Heute beim Schreiben der Kurzfassung kamen mir schon Zweifel - die du ja nun bestätigst. Dennoch kam mir eine unerwartete Spielerei in den Sinn: Keine Satzzeichen zu verwenden und so den "Faden" sichtbar zu machen.
Es ist nun spät in der Nacht - da kommt nichts Gescheites mehr von mir.
Also erst einmal ein herzliches Dankeschön für deine Mühe und deinen Klick und eine gute Nacht.
Angelika
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