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Beschreibung zum Thema Andere Kulturen


von susidie

Eigentlich eine ganz einfache Geschichte. Sie begann heute gegen 11 Uhr. Ab in die Kiste, auf nach Abu Dhabi für eine Woche. Business, business. Ist ja fast  um die Ecke. Vier bis fünf Stunden, so wie München – Frankfurt oder sowas. Easy going, linke Backe.
So war es auch. Erstmal Kalkbrenner rein – sky and sand – cool. Dach runter und los geht’s. Okay, nach 10 min. Dach wieder drauf. Der Fahrtwind ist zu heiss. Geht gar nicht. Aber egal. Lauthals singend, highway frei, aus Kalkbrenner wird Klangkarussell, Rihanna mischt sich dazu, Bob Marley hat auch noch was zu sagen. Kunterbunt gemischt, wie meine Stimmung. Linke Spur gepachtet, wenig los. Nach lockeren 3 Std. an der Grenze Buraimi/Al Ain. Auch nichts los. Mein Glückstag. Ausreisestempel Oman habe ich bereits weit vor der Grenze erhalten. Kann also nichts mehr schiefgehen.

„Passport and car insurance, please“, logisch, was sonst. Auch wenn das in kaum verständlichem Englisch war, ich wusste ja, was der finster dreinblickende junge Mann  an der Grenze meinte. Freundlich lächelnd reichte ich die gewünschten Papiere rüber. Nach kurzem Blättern, wurde meine Aktion mit „No“ quittiert.  Da ich mir seit mehreren Jahren die Frage „why“ abgewöhnt hatte, ließ ich ihn erklären. Mit Händen, Füssen und wild auf mich einredend, wies er mich an, umzukehren. Police, customs, Visa, naja, irgendeine Stelle sollte mir einen Stempel in meinen sowieso schon verstempelten Pass drücken. Ich brauchte hier noch nie einen. Aber egal. „Why“, frage ich nicht mehr. Höchstens „why not?“. Also umdrehen, Parkplatz suchen, diverse Amts- und Würdenträger befragen, wo ich denn hingehen könnte zum stempeln. Man konnte sich nicht einigen, also versuchte ich eben mal alle Türen, die irgendwie offenstanden. Der vierte Versuch war erfolgreich und ich ganz glücklich. Zwei Frauen am Schreibtisch. Immer gut, dachte ich. Sorry Jungs, die sind hier nunmal mehrere Ecken schlauer. Und außerdem ziehen sie dich nicht beim „stempeln“ mit den Augen aus und an und aus und an und...letztendlich doch nur aus!
Viele Buchstaben wurden in den Computer gehackt, wieso eigentlich? Keine Ahnung. Um auch wirklich alles ganz vollständig machen zu lassen, gab ich noch rüber: Arabische ID, Führerschein (deutsch und arabisch), Kreditkarte, Bankkarte, kurz vor den Kinderbildern hörte ich auf.  Das war ein Fehler.

Man kann es ja mal versuchen, wider besseren Wissens. In gepflegtem Hocharabisch stellte ich die „böse Frage“, was denn fehle und warum ich überhaupt einen Stempel bräuchte. Die Antwort war – wie erwartet – ein Kauderwelsch aus Sätzen, welcher Dialekt auch immer, für mich nicht verständlich. Na gut. Ich solle mich doch setzen. Die zweite, freundlich lächelnde Kollegin, bot mir Platz und Tee an. Oh jeh, wenn es Tee gibt, dauert es schon mal länger. Aber macht ja nichts, hatte ja noch Zeit bis ich am Flughafen sein sollte. Ob ich nun hier saß oder da. Eine Unterhaltung begann mit vielen Fragen. Woher, warum, Name, verheiratet, Kinder, Alter, sie schien echt interessiert.

Gebrochenes Englisch, mein gebrochenes (Hoch)Arabisch. Es fing an Spaß zu machen. Fatima ließ ihre Kollegin am Computer wurschteln, diverse Handy-Telefonate führen, meinen Pass und weitere Unterlagen gefühlte einhundertmal durchblättern. Sie wollte mir lieber ihre Lebensgeschichte erzählen. Nach einer halben Stunde, beim dritten Tee angekommen, wusste ich bereits, dass sie zwei Fehlgeburten hatte, drei von fünf Kindern waren schon fast erwachsen, die beiden Kleinen bei der Großmutter. Ihr Mann wollte nie, dass sie arbeitet, aber sie hat sich durchgesetzt. Ein Strahlen in den Augen und von meiner Seite großes Lob und Bewunderung ob diesen Mutes. Tee Nr. 7 nach einer weiteren halben Stunde wurde begleitet von Gebäck und Datteln. Mhm, lecker. Aber langsam wuchs dann doch meine Nervosität. Noch knapp 2 Std. bis Abu Dhabi, um acht Uhr muss ich da sein, einen Freund abholen, jetzt war es fünf. Man wusste ja nie.
Ach ja, ihr Bruder heiratet nächste Woche, das vierte Mal, alle anderen Ehefrauen bisher hatte er nach kurzer Zeit verstoßen. Hoffen wir das Beste für Nr. 4.

Mittlerweile standen bei Kollegin Mariam zwei weitere Uniformierte und beschäftigten sich mit meinem Pass. Nur mal so aus dem Augenwinkel betrachtet. Heftige Diskussionen, dazwischen Gelächter. Ich war mir gar nicht mehr so sicher, ob es hierbei noch um mich ging. Aber auch das, macht ja nichts.

Um die ganze Sache etwas abzukürzen. Geschlagene 3 Std. später, nach 10 Gläsern Tee, Unmengen von Datteln und Gebäck und dem Stoff für mindestens ein dreiteiliges Buch, wurde mir lächelnd mein Pass wieder ausgehändigt samt allen anderen Identitätsbeweisen. Dazu ein „Schmierzettel“ mit einem unleserlichen Stempel. „Thats it?“, fragte ich erstaunt. „Yes Madam, now okay!“

Nicht ohne diverse Freundschaftsbekundungen und einer Einladung zur Hochzeit des Bruders (ich überlege, ob ich hingehe), verabschiedete ich mich von Fatima. Der Rest der Mannschaft kam auch noch. Shake hands, alle guten Wünsche, gute Reise, Allah schütze mich und Friede sei mit mir sowieso. Ja, der war wahrlich in mir, denn den immer wieder zwischendurch anschwellenden Kamm habe ich schön brav unterdrückt. Bringt nichts. Erfahrungswerte.

Puuuuh, ab ins Auto, Dach runter, 46 Grad immer noch. Scheissegal, ich brauche Luft. Und Bleifuß Richtung Abu Dhabi. Sitze jetzt hier am airport, pünktlich zum touch-down von Ethihad aus Düsseldorf. Ich liebe mein Gastland, ich liebe meine Mitlebenden- und liebenden Auch wenn sie mich manchmal wahnsinnig machen. Sie sind einmalig in ihrer Art. Und ja, mein Freund, ich hole dich auch beim nächsten Mal wieder ab und brauche 9 Stunden um hierherzukommen. Thats what friends are for.
MaaSalamah und wünscht mir eine erfolgreiche Woche. Grüße von Su ☺

Anmerkung von susidie:

Authentischer gehts nicht. What a day.
01.09.2013, 11 am - 8 pm. Jetzt endlich im Hotel :)



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Kommentare zu diesem Text


SapphoSonne
Kommentar von SapphoSonne (02.09.2013)
Und wieder hast du mich auf die Reise mitgenommen. Ich hab unter der Hitze gelitten und unter einer vollen Blase nach all dem Tee. Hab leichte Panik geschoben, weil sie uns dort an der Grenze festhielten und vor Erleichterung gegrinst, als es endlich weiter ging.
Danke für den schönen Ausflug.
Liebe Grüße nach Dubai
Sappho
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susidie meinte dazu am 02.09.2013:
Lach*. Gerne immer wieder. Es passieren schon die witzigsten Dinge hier. Und mit dem Tee ging es mir genauso... Danke dir und lieben Gruß von Su
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Kommentar von chichi† (80) (02.09.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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susidie antwortete darauf am 02.09.2013:
Dann schicke ich dir abendliche Danke-Grüße zurück. Freut mich. Ich hoffe, es konnte auch ein Lächeln entlocken. Mir sitzt es noch immer im Gesicht Su
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Kommentar von LancealostDream (49) (02.09.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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susidie schrieb daraufhin am 03.09.2013:
Das freut mich, Sir L. (könnte dann ja auch für Laurence von Arabien stehen, lach*), neee, Sir Lance, meinte ich. Danke. Su
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susidie
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Veröffentlicht am 02.09.2013. Textlänge: 902 Wörter; dieser Text wurde bereits 572 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.12.2019.
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