Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
PandaOfLove (28.05.), kreativschlachten (27.05.), TheTramp (27.05.), raffzahn (25.05.), FurySneakerFreak (23.05.), LuiLui (21.05.), MadEleine (13.05.), DominiqueWM (04.05.), XtheEVILg (03.05.), Konkret (29.04.), JorLeaKan (25.04.), wundertüte (21.04.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 619 Autoren* und 70 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.987 Mitglieder und 435.860 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 29.05.2020:
Erörterung
Die Erörterung ist eine sachbezogene, argumentativ begründete Auseinandersetzung mit einem Problem unter... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Vereinigung meiner inneren Widersprüche von Sätzer (11.04.20)
Recht lang:  Die Nichtigkeit des Individuums von kaltric (7553 Worte)
Wenig kommentiert:  Wo bis’n Du g’rade? Zur Phänomenologie des Mobiltelefons – Teil acht: Mitteilungspflicht von JoBo72 (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Zwei ungleiche Halbzeiten von eiskimo (nur 28 Aufrufe)
alle Erörterungen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Stups und Staps Heute wird Hochzeit gemacht
von Delphinpaar
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ich meine Gedanken und Gefühle ausdrücken kann." (Schattenmaler)
Über Anmut, Systemtheorie, Jonathan Meese und das MarionettentheaterInhaltsverzeichnisBewußtsein ist sehr leicht von Kommunikation faszinierbar

Luhmann und Gnosis

Essay zum Thema Nihilismus


von toltec-head

Die Systemtheorie ein wenig gegen den Strich gelesen und schon gelangt man zu einer modernen Gnosis. Luhmann selbst interessiert nur Soziologie. Seine Ausgangspunkte sind immer die sozialen Systeme, also Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Familie, Kunst, Religion etc. und deren Autopoiesis. Aber die radikale Verbannung der einzelnen Menschen in die Umwelt der sozialen Systeme, in der sie als Parasiten erscheinen, eröffnet die Möglichkeit und prinzipielle Legitimität einer umgekehrten, nicht-soziologischen Sichtweise, in der die sozialen Systeme als Parasiten in der Umwelt der einzelnen Menschen erscheinen. In dieser umgekehrten Sichtweise sind Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Familie, Kunst, Religion etc. als Bewusstseins-Parasiten mit einem das, was sie bereits für die antike Gnosis waren: böse Götter, deren einziger Sinn in der Verdunkelung des Lebensfunkens besteht.

Modern ist an dieser Gnosis zum einen, dass die alten bösen Götter und ihre Statthalter auf Erden, die Archonten, als rein soziale Wesen entlarvt werden. Das Böse bedarf keines virus from outer space, bloße Kommunikation reicht. Das ganze antik-gnostische Brimborium einer außerirdischen Genesis des Bösen können wir uns also sparen. Kommunikation ist die Genesis. Wenn eine Yvonne oder ein Lukas den Mund auftut, sind wir bereits im Zentrum allen Bösens, ein anderes Böses als Kommunikation gibt es nicht.

Man beachte zum anderen die Verschärfung des gnostischen Szenariums des Kampfes des Lebensfunkens gegen die bösen Götter durch die berühmte Luhmann´sche Totale. Diese versperrt billige Ausflüchte vor der Wirtschaft, dem Recht oder Wissenschaft in Richtung Familie, Kunst, Religion oder eines anderen vermeintlich "guten" sozialen Systems. Alle sozialen Systeme sind gleich gestrickt und aus Sicht des Bewusstseins gleich parasitär. Zwar trug schon die antike Gnosis afamiliäre sowie areligiöse Züge, naturwissenschaftliche Fragestellung nahm sie gar nicht erst zur Kenntnis (wie sollte man das auch, wenn man an seinem Seelenheil interessiert ist?), und auch Kunst als Verhübschung der vom Demiurgen geschaffenen Welt war Sache der Gnosis nicht. Der Mythos von den bösen, außerirdischen Göttern und die damit einhergehende Nicht-Verortung des Bösen in der Kommunikation ermöglichte jedoch allerlei sozial-illusionäre Ausflüchte, welche die Luhmann´sche Totale versperrt. Liebe ist übrigens nur ein anderes Wort für das soziale System Familie, ob mit Kind oder ohne, ob schwul oder lesbisch oder sonstwie.

Als Ausgestoßener nicht nur der Wirtschaft, der Wissenschaft und des Rechts, sondern auch der Familie, der Kunst und der Religion, als außerhalb aller Kommunikation stehender erscheint der Mensch heute zum ersten Mal in der Geschichte als das, was die Alten wohl ahnten aber nie ganz einsahen: als absoluter Fremdling.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von JakobJanus (35) (25.10.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
toltec-head meinte dazu am 15.11.2013:
Der ganze Frieden der Natur ohne die Menschen, das wäre das Glück:

Eu nunca guardei rebanhos,
Mas é como se os guardasse.
Minha alma é como um pastor,
Conhece o vento e o sol
E anda pela mão das Estações
A seguir e a olhar.
Toda a paz da Natureza sem gente
Vem sentar-se a meu lado.
Mas eu fico triste como um pôr de sol
Para a nossa imaginação,
Quando esfria no fundo da planície
E se sente a noite entrada
Como uma borboleta pela janela.

(Antwort korrigiert am 15.11.2013)
diese Antwort melden

Über Anmut, Systemtheorie, Jonathan Meese und das MarionettentheaterInhaltsverzeichnisBewußtsein ist sehr leicht von Kommunikation faszinierbar
toltec-head
Zur Autorenseite
Zum Aktivitäts-Index
Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes LuhMania.
Veröffentlicht am 24.10.2013, 7 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.11.2013). Textlänge: 404 Wörter; dieser Text wurde bereits 786 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.04.2020.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über toltec-head
Mehr von toltec-head
Mail an toltec-head
Blättern:
voriger Text
nächster Text
Weitere 10 neue Essays von toltec-head:
Durch die Hintertür hinein wollen - Mein schwules Verhältnis zur Literatur Differenzfeminismus Trecento Incel-Lyrik: Francesco Petrarca und der süße Gesang der Nachtigall Bei den Müttern, diesem beliebten deutschen Aufenthaltsort LitForen und Oralität Hausfrauen-Lyrik Troll-Sein-Dürfen als Funktionssystem wabi-sabi - Lob der Foren-Poesie; warum Hobby-Autoren nur alles richtig machen können Warum Forum und kein Blog? Monsieur Forum
Mehr zum Thema "Nihilismus" von toltec-head:
Ode für Tebartz-van Elst die Zweite Lose Kopplung - Das Evangelium nach Niklas Luhmann Gabriel und Slomka auf Youtube und ich Die Diktatur der Schönheit Die Kurgantheorie und die Rematriarchalisierung Europas Altbundesrepublikanische Lachnummern - Heute: Hans Küng Die Lady Macbeth von Limburg in Rom Über Anmut, Systemtheorie, Jonathan Meese und das Marionettentheater Ode für Tebartz-van Elst Internetliteraturforen als inneres Erlebnis Leni Riefenstahl in Kabul
Was schreiben andere zum Thema "Nihilismus"?
Nihilist (Papalagi) Carmen (Ralf_Renkking) kindergartendialektik (RainerMScholz) Natalie (RainerMScholz) Leerzeichen (Ralf_Renkking) Nichtzschs (klaatu) Stadtspaziergang, verregnet (Walther) macht nichts (harzgebirgler) Ohne Werte (KopfEB) Die dunkle Welt (RainerMScholz) und 8 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2020 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2020 keinVerlag.de