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Herbstmediation

Experimenteller Text zum Thema Erinnerung


von quergeist

[12653]


Ich erinnere mich … an einen nie enden wollenden Kuss, an den Mund der Frau, die alle Frauen für mich verkörperte, in jenem Augenblick … an einen verlorenen Schlüssel und das klare Bewusstsein, diesen an einen Ort gelegt zu haben, an den er nicht hingehört … an konzentrische Kreise auf den Wassern, die sich gegenseitig verstärken und auslöschen, um die kompliziertesten Muster zu bilden … daran, wie ich mich befreite und alles ablegte … wie die Türken und Tschertschessen Menschen an ihren Ohren an Wände nagelten und Kleinkinder der Brust ihrer Mutter entrissen, in die Luft warfen, und sie auf ihren Bajonetten auffingen … wie die Tolteken und Kasachen und Usbeken und Serben und Mongolen und Deutschen und Franzosen und Japaner und Polen und Inka und Ägypter und Juden und Katholiken und Monegassen und Syrer und Kasachen und Sumerer und Russen und Iraker und Babylonier und Ithaker und Römer und Hellenen und Franzosen und Phönizier und Etrusker ganz Ähnliches taten, ganz Ähnliches … Ich erinnere mich an die Blutschuld, an monatlich getränkte Wattestäbchen in undurchdringlichen Höhlen, in denen Ungeheuerliches wächst, daran, dass Blut, nicht Geld, die Welt regiert … an einen roten Fleck auf dem blitzblanken Kachelboden des Kauflands, schäumende Lache, geplatzt aus einem gefallenen und gerissenen Tetrapack, an den sabbelnden Mund eines Irren, der sich still an die Lache legt … an das Burgertum, Ende Oktober im Tshirt inmitten der Stadt, gesättigt vom Fleisch der Toten, an Gespräche über tägliche Masturbation, über nächtliches Fluchen, gezückte Messer und geschluckte Pillen … an die Crystalopfer, die nun alle in der sterbenden Kleinstadt ziehen, weil dort keine Bullen sind … und die ewig folgende, stets unerwartete Kontrolle, aus dem Nirgendwo mit dem roten Punkt winkend, mit dem Finger auf dich zeigend und fordernden Blickes fragend: „Hast du am Gesetz gesündigt? Hast du am Gesetz gesündigt?“ … Ich glaube, Gesichte gesehen zu haben … eine Burg am Rande des Landes der Krummsäbel, einen Stern, geboren aus der Sichel, einen rotweißen Feger und ein schwarzes, unleserliches Edding-Menetekel … ich sah, wie der Frühling in die Erde eindrang, mein Vater in meine Mutter und der Krebs in den Menschen … wie der Inquisitor sich schützend die Hand aufs Herz hielt und heiße Tränen weinte, als das Kind ihn auf die Lippen küsste und auf den Scheiterhaufen stieg … als die Alte sich auf der Bank, die ins Tal blickt, an ihre Liebe erinnert und weiß, dass sie sich ein ganzes Leben lang selbst betrogen hat, aus Eitel, aus Stolz … Ich sah ihn schwitzen, in seinem Körper, sah ihre rosige, faltige Spalte, sah ihr Seufzen … ich wollte weder gewinnen noch verlieren, weder reich sein noch arm … ich wollte nicht in Versuchung geführt werden, im Guten wie im Bösen … ich wollte das sein, was ich immer gewesen war und immer sein werde … das, was ich in den Tieren sah, die mir in den Armen lagen: ein weißer, verspielter, angstfreier Kater, dessen ängstlicher Vorgänger vom Verlangen überfahren wurde; ein hechelnder, aufgeregter, zutraulicher Hund, dessen Vorfahr von Unbekannten vergiftet wurde … denn „das Schlimme ist, dass man nicht weiß, und dass man deswegen die Falschen verdächtigt.“

 
 

Kommentare zu diesem Text


Graeculus
Kommentar von Graeculus (23.06.2016)
Schwierig zu lesen, aber wenn man es schafft, lohnt es sich. Sozusagen atemlos erzählt. Gar nicht meditativ.
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quergeist meinte dazu am 04.07.2016:
Huch, wie war ich denn da drauf? Überrascht mich immer wieder, wenn ich ein paar Jahre nicht auf meine Texte gucke. Ich glaube, das war so eine Gemengelage aus Gesprächen, Eindrücken und Gedanken an einem Tag in Berlin. Allerdings fehlt das "T" in der Überschrift ganz bewusst. Danke trotzdem für die Blumen!
(Antwort korrigiert am 04.07.2016)
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