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Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 8InhaltsverzeichnisVom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 10

Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 9

Erzählung zum Thema Mensch (-sein, -heit)


von NormanM.

Nach dem Essen schlug er vor, noch etwas trinken zu gehen, so gingen sie in das nächste Pup. Er bestellte sich ein großes Bier, Kerstin wählte einen Cocktail.
„Den bezahle ich aber natürlich selbst“, bot sie an. „Das wäre sonst ein wenig zu teuer für dich.“
„Nein, nichts da. Trink, was du möchtest, ich bezahle“, bestand er. Aber es gefiel ihm, dass sie nicht erwartete, von ihm eingeladen zu werden. Tim hatte ihn ja schon vorgewarnt, dass die Menschen einander oft ausnutzten und er aufpassen sollte. Aber sie schien ehrlich zu sein.
Die Getränke wurden serviert, sie stießen an.
„Noch einmal vielen Dank für deine Einladung“, dankte Kerstin.
Das Bier schmeckte ihm nicht, er ließ es sich aber nicht anmerken, sonst würde sie wieder fragen, ob er zum ersten Mal Bier trinke. So langsam hatte er es raus, wie man sich verstellte. Aber was die Menschen an Bier so toll fanden, konnte er trotzdem nicht verstehen. Das war absolut kein vergleich zu der herrlichen Cola, die er vorher getrunken hatte. Gleich bestelle ich auch wieder eine Cola, dachte er. Aber je mehr er von seinem Bier trank, desto besser schmeckte es ihm. Nachdem er das Glas geleert hatte, fand er, dass es eigentlich doch ganz gut schmecke und er sich einfach nur an den Geschmack gewöhnen müsse. Und irgendwie fühlte er sich auch ganz anders, er war plötzlich viel lockerer und seine Laune schien noch besser geworden zu sein.
„Noch einmal das Gleiche“, bat er den Kellner. Das zweite Bier trank er noch schneller. Es schien sogar noch besser als das vorherige zu schmecken, auch wurde seine Laune immer besser.
„Die Musik ist richtig toll“, bemerkte er. „Ich kriege gerade richtig Lust zu tanzen. Ich könnte die ganze Nacht tanzen.“ Plötzlich musste er lachen.
„Sag mal, bist du etwa schon betrunken?“, grinste Kerstin. Genau das war es, er war betrunken, fiel ihm ein. Er hatte ja gelesen, dass man von Bier betrunken werde. Nun wusste er, wie es ist, betrunken zu sein und es gefiel ihm sogar. Wahrscheinlich tranken die Menschen deshalb so gerne Bier.
„Ja“, lachte er. „Ich glaube schon. Ich bin betrunken.“
„Du verträgst ja noch weniger als ich, trinkst du sonst nie Alkohol?“
„Doch, aber nur ganz wenig“. Er hatte inzwischen schon sein drittes Bier vor sich stehen.
„Wollen wir gleich noch zu mir“, fragte er dann ganz spontan.
„Zu dir?“, sie schien überrascht.
„Ja, ich zeig dir dann, wie ich so wohne.“
„Klar, von mir aus können wir sofort los.“
„Dann will ich nur noch eben schnell mein Bier austrinken.“ Mit einem Zug trank er es aus und stand auf. Er fühlte sich richtig gut. Er gab wieder ein großzügiges Trinkgeld und verließ mit ihr die Kneipe.
Er stellte fest, dass Kerstin plötzlich ganz anders ging als vorher. Sie ging plötzlich ganz gerade und ließ ihr Hinterteil dabei schwanken. Das hatte sie vorher noch nicht gemacht. Aber es gefiel ihm, gut sogar. Er fragte sich nur, wieso sich gerade zwischen seinen Beinen etwas bewegte. Aber er hatte schon eine Vermutung…

Kurz bevor sie sein Haus erreicht hatten, trafen sie auf Tim.
„Hallo Tim“, grüßte er und wendete sich Kerstin zu. „Das ist Tim und das ist Kerstin“, stellte er die beiden vor.
„Hallo, sehr erfreut“, antwortete Tim.
„Guten Abend“, antwortete Kerstin, klang aber nicht so erfreut.
„Hattet ihr einen schönen Abend?“, fragte Tim.
„Ja, auf jeden Fall, ich möchte ihr noch mein Haus zeigen“, erklärte Mark.
„Dann will ich auch mal nicht länger aufhalten. Einen schönen Abend wünsche ich euch noch“, verabschiedete sich Tim.
„Danke gleichfalls, wir sehen uns morgen“, gab Mark gut gelaunt zurück und ging mit Kerstin weiter.
„Wer war das denn?“, fragte Kerstin, als sie außer Hörweite waren.
„Das war Tim. Ein neuer Freund von mir.“
„Ein Freund? Er sieht aus wie ein Obdachloser.“
„Ist er leider auch. Er hat Pech in seinem Leben gehabt. Er ist aber sehr nett, ich mag ihn.“
„Du bist mit einem Obdachlosen befreundet? Weiß er etwa, wo du wohnst? Der räumt dir die Bude aus.“
„Nein“, lachte Mark. „Er nicht. Er hat mich selbst vor den Menschen gewarnt. Er mag selbst keine Menschen. Ihm kannst du trauen.“
„Na ja, ich würd ihm nicht trauen und du solltest echt aufpassen.“
„Warum sprichst du eigentlich so schlecht über ihn, du kennst ihn doch gar nicht“. Mark reagierte nun enttäuscht, konnte er Kerstins Gedanken absolut nicht nachvollziehen.
„Ich möchte dich nur bitten, vorsichtig zu sein. Ich wollte keinen Streit anfechten. Sei mir nicht böse“, entschuldigte sie sich.
„Nein, ich bin dir doch nicht böse.“ Inzwischen hatten sie das Haus betreten. Bevor er noch etwas sagen konnte, küsste sie ihn. Obwohl er es noch nie getan hatte, erwiderte er den Kuss, er wusste ganz genau, was es bedeutete. Leider stellte er sich ziemlich ungeschickt an, er war so verkrampft.
„Wo ist dein Schlafzimmer?“, hauchte sie.
„Komm mit“, hechelte er zurück und zog sie hastig mit sich die Treppe hoch in sein Schlafzimmer. Dort setzte sie ihre Kussserie fort, während sie ihn unten herum freimachte.
„Willst du mich denn nicht ausziehen?“, fragte sie schließlich, nachdem er alles über sich ergehen ließ, ohne selbst aktiv zu werden.
„Doch, doch natürlich“, reagierte er und zog sie schließlich ebenfalls aus.
„Warum bist du so verkrampft?“, fragte sie. „Ist alles in Ordnung mit dir?“
„Ja, natürlich.“
„Wenn du es nicht tun willst, sag es.“
„Doch, ich will es auch.“ Und er wollte es wirklich, aber er wusste nicht, wie er sich  verhalten sollte, als Mensch war er ja sexuell völlig unerfahren. Er musste sich auf ihre Führung verlassen. Plötzlich fasste sie ihn in den Schritt, was ihn laut aufstöhnen ließ.
„Sorry, aber ich glaub, das hat keinen Sinn mit uns“, meinte sie plötzlich und ließ von ihm ab.
„Was meinst du damit?“, fragte er erstaunt.
„Du bist völlig teilnahmslos, du führst dich auf, als sei es dein erstes Mal. Wenn du keine Lust auf mich hast und es nicht tun willst, ist es völlig in Ordnung, aber dann solltest du es mir wenigstens sagen. Aber auf so ein Verhalten habe ich keine Lust. Ich sollte gehen.“
„Nein, bitte geh nicht. Bleib, bitte“, bettelte er.
„Nein, ich sehe gerade keinen Sinn darin. Das Geld für das Essen und die Getränke kriegst du natürlich zurück.“
„Nein, ich will das Geld nicht zurück haben. Ich will dich.“
„Dann musst du es mir deutlich zeigen.“
„Wie denn? Was soll ich denn machen?“
„Mark, du bist wirklich ein netter Mensch, du hast eine interessante Seite und du hast mich heute oft zum Lachen gebracht. Aber es gehört einfach mehr dazu. Und es ist ja nett, dass du so großzügig bist, aber das beeindruckt mich nicht, für mich sind andere Sachen wichtiger. Kehr einmal in dich und frag dich selbst, was du wirklich willst.“
Ohne dass er sich in der Lage fühlte, etwas zu tun, ging sie. Er stand einfach nur da wie versteinert.
„Was sollte ich denn machen?“, fragte er sich. „Ich kann ihr doch nicht die Wahrheit sagen. Jedenfalls nicht jetzt.“ Nun war sie weg, er hatte sie einfach gehen lassen, ohne etwas zu unternehmen. So schön der erste Tag als Mensch verlaufen war, so traurig endete der Abend. Er begann zu weinen, zum ersten Mal als Mensch. Er wusste nicht, was er machen sollte. Vielleicht könnte ihm ja ein Bier helfen. Er beschloss, wieder zurück in die Stadt zu gehen.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von chichi† (80) (03.11.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Kommentar von Omnahmashivaya (04.11.2013)
Spannend, unterhaltsam und auch nachdenklich dieser Teil. der 10 Streich folgt sogleich.
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Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 8InhaltsverzeichnisVom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 10
NormanM.
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte.
Veröffentlicht am 02.11.2013, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 02.11.2013). Textlänge: 1.221 Wörter; dieser Text wurde bereits 909 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 28.05.2020.
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