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Sybille Lewitscharoff und neues literarisches Biedermeier II

Essay zum Thema Literatur


von toltec-head

Während wir immer noch vergebens auf das Erscheinen eines deutschen Houellebecq  warten, hat in der Zwischenzeit Frau Lewitscharoff eine weitere ihrer gefürchteten Preisverleihungsreden gehalten. Nachdem sie bereits anlässlich der Verleihung des Kleist-Preises bekannte, mit dem Werk dieses Autors, der regelmäßig ein Tohuwabohu aus Gut und Böse anrichte, eigentlich wenig anfangen zu können, wendet sie sich nunmehr dem Werke Büchners und dem von ihr so bezeichnetem "massiv Gestörtem" Charakter Büchners Lenz zu.

Zitat: "Literarische Bearbeitungen, auch Georg Büchners Text, sie sind natürlich leichter zu verkosten als Begegnungen mit Wahnsinnigen im wirklichen Leben."

Na, da kann Büchner bzw. sein Text ja zum Glück noch einmal aufatmen. Bang fragt man sich aber, wie wohl eine Begegnung der diesjährigen Büchner-Preisträgerin mit dem richtigen Büchner in dem von ihr sogenannten "wirklichen" Leben ausgegangen wäre. Das "wirkliche" Leben liegt der neuen deutschen Großautorin dabei so sehr am Herzen, dass sie es ein paar Zeilen später noch einmal zitiert und bekennt:

"Wo immer es geht - im wirklichen Leben mache ich einen Riesenbogen um die massiv Gestörten, aber in der Literatur hege und pflege ich sie auf bekömmliche Weise. Als Papiergeschöpfe hocken sie nicht vor mir, da belästigen sie mich nicht, da hinterlassen ihre Körper keinen Unflat."

Wir verstehen: das wirklich Leben ist natürlich etwas vollkommen anderes als die Literatur, in der Literatur darf es gerne mal auch ein bisschen verrückt und drollig zugehen, im wirklich Leben hat man es dann aber doch lieber mit Wurstfabrikanten zu tun. Schizophrenie als Gesellschaftsstruktur, Marietta Slomka als wahnsinnig gewordene Realität, wen interessiert das? Wir leben schließlich im neuen literarischen Biedermeier.

Und ach ja, die Körper und ihr Unflat. Wäre doch schön, wenn auch im wirklichen Leben alles so schön sauber und geruchsfrei wie in der Werken unserer deutschen Großautorin zuginge. Aber sehr leider zeigt sich:

"Die moderne Gesellschaft gebiert pausenlos neue Formen der geistigen Wirrnis, die sich meist um das Rätsel des Geschlechtlichen ranken und die sehr viel unsympathischer sind, als die sympathischen und bewundernswerten Verrückten der Literatur."

Wir sehen Herrn Houellebecq im Auditorium der Preisverleihung zu dieser schonungslosen Bestandsaufnahme der modernen Gesellschaft und ihren Swinger Clubs andächtig nicken.

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (08.11.2013)
Da wendet sich der Gast mit Grausen, nicht von diesem Essay, sondern von dem bohrend tiefen Blick von Frau Lewitscharoff.
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toltec-head meinte dazu am 08.11.2013:
Hattest du die gesamte Rede in der FAZ letzte Woche gelesen?
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 08.11.2013:
Das interessiert mich. Kannst du mir einen Link legen?
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parkfüralteprofs (57) schrieb daraufhin am 08.11.2013:
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parkfüralteprofs (57) äußerte darauf am 08.11.2013:
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EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 08.11.2013:
Vielen Dank, Park, es hat funktioniert.
Die geniale Groteske von Thomas Bernhard ist ein anderes Kaliber als das neue literarische Biedermeier.
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Kommentar von P. Rofan (44) (08.11.2013)
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Lluviagata meinte dazu am 08.11.2013:
Siegbert! Ab in'n Käfisch!
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parkfüralteprofs (57) meinte dazu am 09.11.2013:
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Mitteilungen aus dem geschlossenen Leben.
Veröffentlicht am 08.11.2013, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.11.2013). Textlänge: 350 Wörter; dieser Text wurde bereits 806 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.11.2019.
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