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Sonne über Minamitorishima

Text zum Thema Vergeblichkeit


von Hillarts

Ich laufe einen Hügel hinunter, irgendwo in den Ländern Japans, die Brust brennend vom Schmerz der Ruhelosigkeit.

Neben mir pflügen Frauen das Feld, neben mir treiben Soldaten des hiesigen Herrn sie dazu weiter zu machen.
Mit jedem Peitschenhieb bohren sich die Wörter wie Nägel weiter in mein Herz, meine schwarze, schweflige Galle, die Äther spuckt, dank einer, durch Missgunst, verschwendeten Nacht.

'Wirst  -klatsch-  du  -klatsch-  wohl  -ziisch-  aufstehen  -klatsch-  und  -klatsch-  weiter  -Schnalz-    arbeiten  -klatsch-  oder  -klatsch-  wovon  -klatsch-  soll der Herr sonst leben?'

Ich neige das Gesicht zu Boden, lasse mir die Mütze des weiten Mantels ins Gesicht fallen, doch die deutlichen Konturen meiner Muskeln sind nicht zu übersehen.

'Hee da, wohin des Wegs?'  'Aufn Bau, wohin sonst. Der neue Schrein soll nächste Woche fertig sein,' sage ich mit deutlich rauher und donnernder Stimme, dass die Gesichter auf den Pferden mir respektvoll und die Augen auf der Erde mir mit verheißungvollem Blick entgegen sehen. 'Ich tu watt sich jehört, wa?'  'Recht so, recht so. Die Leute auf dem Bau arbeiten wenigstens, nicht so wie diese Maultierkinder hier.' Mit einem Zischen fährt die Peitsche durch die Luft und trifft eine Frau auf der Wange. Sie hinterlässt eine tiefe Furche. Die Frau schreit auf und geht wimmernd zu Boden.

Ich laufe weiter, festen Schrittes, darauf achtend, keinerlei Unsicherheit nach außen dringen zu lassen. Nach einer Weile komme ich an einem Tor an. Der Pförtner bittet mich um Applaus und ich fange an zu klatschen. Ich klatsche, wie ich jedes Mal klatsche, die Leute um mich herum begutachten mein Klatschen gleich den Juroren einer Tanzveranstaltung. Nach etwa zwei Minuten winkt der Pförtner ab und öffnet mir das große Portal...



Hab ich genug gesagt? Ich denke das sollte ja wohl reichen um zu erklären worum es hier geht.



Nur eins noch.
Jede schöne Geschichte braucht ein Resümee, eine Pointe, oder, wenn man so will, einen Grund, ja eine Daseinsberechtigung. Richtig.
Also,
gib mir eine, verdammt nochmal,
nein?

Eben, genau darum geht es hierbei.

Der Pförtner lässt mich klatschen, das Gesicht lässt sie klatschen, ich lass die Hufe klatschen, zieh mir meinen Kimono weit ins Gesicht. Nein? Und wenn ich entschieden habe, dass meiner aber eine Mütze braucht?

Man ist ja heutzutage nicht mehr sicher unter all den Gesichtern, denn sie sind nicht mehr als das: Gesichter.

Mal reiten Sie, mal pflügen sie. Nachts schneiden die einen den anderen die Haare ab, diese zu besoffen um es noch mitzubekommen wundern sich am nächsten Tag über die fehlenden Haare und so entstehen Märchen.

Und umgekehrt:

Die anderen Gesichter fügen den einen Schaden zu. Doch es ist nur Sachschaden, denn es liegt ja wohl kaum im Auge des Betrachters, die Schmerzen zu beurteilen, was wäre das bitteschön für eine Anmaßung? Also ist es Sachschaden.


Dem Autor kann es glücklicherweise egal sein, was es dem Leser bedeutet, dessen Zeilen zu lesen, gibt er doch nur wieder, was sein Hirn schreibt und selbst da sollte man vorsichtig sein, weiß man doch niemals wovon der Autor zum Geier redet.


Ja wovon zum Henker redet er überhaupt? Zeichnungen, Texte, Höhlenmalerei oder nur die depperde Wahnvorstellung eines Möchtegern, der es darüberhinaus dann doch zu weltweiter Berühmtheit geschafft hat, nur um einen Kleingeist, in diesem Fall durch den Autor repräsentiert,
in seinem Schlafzimmer zu wecken und laut die Worte 'Yo ga ta na.' brüllen zu lassen.

Ja wovon redet er zum Arsch?

Wovon er redet während ihn die Sonne Minamitorishimas blendet und zwar gefühlt jedes Mal wenn er von diesem grasbewachsenen Hügel hinabsteigt und fliegenden sowie fliehenden Wesen hinterhersieht, die er und nur er sehen kann, mal ganz abgesehen von jener großartigen Landschaft und dem kleinen Dorf, dem unbeachteten Dorf, welches zu betreten sich nicht mal die Diener des hiesig herrschenden Beschränkten trauen.

Ja, wenn er hinabsteigt und sich den unqualifizierten Kommentaren einiger Gesichter aussetzt, weil er weiß, dass er manche Dinge einfach tun muss so sehr er sich jedes Mal darüber aufregt und es in seinen Adern brennt, als kochte dort der Eulenspiegel selbst eine Suppe aus Otternbrut gepaart mit einer nicht kleinen Gruppe an herrlich leuchtenden Zugvögeln, als sie in den Köpfen mancher Menschen beheimatet sind. Dem Himmel sei Dank.

Und genauso scheint ihn die Sonne zu blenden, jedesmal, wenn er sich doch darauf einlässt diesen Hügel wieder zu besteigen, nächtigt er doch inzwischen die meißte Zeit in der Taverne von Frau Chie und hat seine Heimat, das Dorf Hāto, doch längst verlassen.

Doch in diesen, eher selten vorkommenden und dann auch mit jeder Zelle gefeierten Momenten, scheint ihn die Sonne anders zu blenden.

Vielleicht mag dies an alldem liegen was sich nun hinter seinem Rücken abspielt, diesem muskulösen, riesengroßen und Schutz spendenden Rücken. Doch was beschützt er? Sind es Momente, vor denen er  nur zu oft sein Antlitz zu verbergen versteht oder ist es wirklich der Rücken, den er zwischen das dahinter liegende und das davor liegende schiebt? Wir werden es nie erfahren.


Unser Autor ist stumm, sonst würde er so etwas wohl nie verfassen.


Nunja, zumindest ist es an uns, dies zu mutmaßen, er hat es nicht verboten, somit seis erlaubt.


Wo war ich? Achja, wovon er scheiße nochmal schreibt? Ich weiß es nicht, ich schien es einst gewusst zu haben, aber gerade hab ich besseres zu tun. Daher geht das Wort wieder an den Autor...

Selten jedoch ergeben sich die Momente, in denen er sich mehr hingibt, als nur der Möglichkeit zu beeindrucken, mehr hingibt, als nur dem Treiben in den Casinos Minamitorishimas nachzugeben um jeden morgen mit wild beschriebenen Zetteln in den Hosentaschen aufzuwachen und festzustellen, dass er wieder schrie, was keiner hören darf.

Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne. Eine schwarze, dunkle Wolke. Gerade sage ich der Haushälterin, sie solle doch Herrn Kabā  den Ingwertee nachschenken...

Oohaah, wenn er das merkt, er wird sehr beleidigt sein. Liebe Hörerschaft, der Autor ist natürlich Herr  Kabā, wie er aus dem Exil schreibt. Doch liest er eh nie nach ob ich seine Wahnausbrüche wirklich ins Netz jage, daher bin ich wohl auf der sicheren Seite.

Für heute ist  Herr  Kabā müde, sagt er und es reiche ihm an Text.

Nur soviel noch als gelungenen Abschluß, was er stets mit einem verschmitzten, vielsagenden Blick untermalt, sei noch geschrieben:

Traue niemals einem Fasahn, der Ratten jagt, glaube lieber einem Neugeborenen Küken es könne fliegen und bestärke es darin, nie weißt du was aus ihm einmal wird.

 
 

Kommentare zu diesem Text


mannemvorne
Kommentar von mannemvorne (16.11.2013)
°

__________moin,
das Küken, wird landen, vielleicht sogar auf einem Teller
als Halbes oder als Ganzes
zu viel Gerfräßigkeit. Rund herum
meinst du den Fasan
aus der Ordnung der Hühnervögel?

Gruß dazu
and a nice 16.No Vember!
_mv


°


_____________________ __Billie_Storm____


°
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Hillarts meinte dazu am 22.11.2013:
Da hat sich ja einer eingehend mit dem beschäftigt, was offenschtlich ist, der Text lebt eher von einem anderen Blickwinkel.

Ich hab ehrlich gesagt nicht allzu viel Ahnung von Vögeln, ich glaube es spielt auch keine große Rolle, welcher Fasahn dies nun ist. Nunja, eigentlich fasst der letzte Satz den kompletten Text zusammen, aber das werd ich niemals weiter erklären. ;-)
(Antwort korrigiert am 22.11.2013)
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