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InhaltsverzeichnisLethe, Fluß des Vergessens

Vom Wind in den Bäumen

Text


von LotharAtzert

Manchmal, wenn ich traurig bin, betrachte ich den Wasserkreislauf, rufe ihn mir vor Augen - wie die Wolken aus dem Meer aufsteigen und dorthin ziehen, wo ihr Wasser als Regen in den Boden fällt. Wie es versickert, bis in die Bereiche, wo Magma das Element zum Verdampfen bringt und wie sein zerstäubtes Stoffliches durch die Hitze wieder durchs Erdreich aufwärts steigt, dabei abkühlend Pflanzennährstoffe - Verstorbenes - fürs Wachstum von neuem Leben mitnimmt, bis hoch hinauf auf den Berg, wo das "Quellwasser" Genannte rein und klar aus einem Fels oder Erdloch zutage tritt und sich sodann unmittelbar seinen Weg zurück zum Meer sucht.

Das hilft zwar wenig, die Traurigkeit zu verlieren - wegen des Verfalls von Bewußtsein, der daraufhin folgenden allseitigen Zerstörung der Natur durch Menschenhand - aber es macht geduldig, wenn man gewahr wird, wie der ewige Kreislauf unaufhaltsam wirkt: unsere Vorfahren blickten auf dasselbe Meer, tranken dasselbe Wasser und desgleichen unsere Kinder, Enkelkinder und so fort. Das Wasser und sein flüchtiger Geist.

Wasser ist heilig! Wasser ist Leben.
Blut besteht hauptsächlich aus Wasser. Schon als Kind assoziierte ich zu Blut die Blüte als das, was einmal Frucht werden sollte. Und ich wunderte mich an der Weisheit der deutschen Dichter-Sprache, die bei jedem von uns Frucht werden könnte, so man sie in Analogie sähe.

Blut und Blüte, Erde und Werde, Dach, Andacht als Gedächtnis ... und mir wurden Novalis Worte bewußt, daß der Weg zur wahren Heimat ein innerer ist. Zu Innen wiederum fällt mir stets die Erinnerung ein. Und zu Erinnerung die Göttin Mnemosyne, die erste Gefährtin des Zeus. Mnemosyne, so heißt es, sei das uranfängliche Anwesendsein bei allem, was je geschah, geschieht und noch geschehen wird.

Bis sie von Hera, der zweiten Frau des Göttervaters verdrängt wurde.
Hera, Bild des Weiblichen im Gemüt der Lebenden, steht für die Verdrängung der Erinnerung aus der Seele, was das Fühlen in die Welt erst ermöglicht und das Seelische zur unselig-veräußerlichten Gesell-schaft werden läßt - zu Ertastenden ihres Umraus. Denn nur was man in sich nicht findet, sucht man draußen in der Welt.

In jedem Quell verehrte der antike Geist Griechenlands noch die Emanation der Nymphe Mnemosyne als Spenderin von Erinnerung, kommt doch immer zuerst Wasser aus dem Erd-Inneren hervor, frisch, kühl, klar. Die Ur-Quelle als Gedächtnis ihres Berges - der Berg als Hüter von Verborgenem. In jedem Wassertropfen ruht diese Geschichte gespeichert - in den sogenannten Elektronen, oder dem Speicherbewußtsein (Rudolf Steiners Akashachronik) - da ur-lagern für alle Zeiten die Erfahrung sämtlicher Kreisläufe zwischen Ozean, Quelle und Rückkehr, wie zwischen Geburt, Alter und Tod.

Wasser ist ursprünglich Weihwasser, wie Quelle immer Heilquelle ist.
Es ist in jedem Wesen auf dessen eigene Art, kann aufsteigend als Empfindung gefunden werden. Durch die Stille der Andacht steigt es hinauf bis ins bergende Bewußt-Sein.
Die Heutigen verstehen unter Gebirge nur noch eine Ansammlung von Bäumen, verteilt auf weitläufige Hügel. Nicht jedoch auf Verborgenes und Geborgenheit. Weil nur noch Wenige sich auf innere Stille einlassen.

Das Traurige wandelt sich in Vertrauen - mir scheint die betrachtende Verehrung vom Kreislauf der Natur ein Weg zu sein zur Gesundung, zu Liebe und Frieden. ... Frieden und Liebe. ...

.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Pocahontas (54) (22.11.2013)
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LotharAtzert meinte dazu am 23.11.2013:
Vielen Dank, Sigrun.
Die nicht minder starken Worte einer verehrten Dichterin sollen mir dabei Ansporn sein, in der gewohnten Weise fortzufahren.

LG
Lothar
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Kommentar von Festil (59) (12.08.2016)
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LotharAtzert antwortete darauf am 12.08.2016:
Eine späte Würdigung. Danke Festil. Ich seh’ gerade da ist noch mehr an Nachrichten. Ich mach mich morgen dran. Der alte Mann braucht seinen Schlaf.
Gruß
Lothar
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Kommentar von Prosperus (31) (12.08.2016)
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 12.08.2016:
Ach, jetzt krieg ich noch feuchte Augen. Was soll ich sagen, - vielen Dank Messaja.
Gruß
Lothar
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RainerMScholz
Kommentar von RainerMScholz (07.09.2018)
Wasser ist ursprünglich Weihwasser, wie Quelle immer Heilquelle ist.
Eine schöne Idee, an die auch noch mein Großvater glaubte. Der schickte mich immer mit einem Henkelmann quer durchs Vorstadtdorf zu der Quelle aus dem Weinberg, die durch ein Bleirohr in den steinernen Trog floss und dann in die Mosel, knapp unter dem Stauwehr. Und wie im Mittelalter ist er dann vermutlich an einer Bleivergiftung gestorben, zu der ich beigetragen habe, indem ich mich der Lächerlicheit preisgeben musste und das Wasser holte, obschon in jedem Haushalt, auch in unserem, Wasseranschlüsse vorhanden waren.
Trotzdem ist das mit dem Weihwasser - auch trotz Fukushima - ein guter Gedanke.
Grüße,
R.
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LotharAtzert äußerte darauf am 08.09.2018:
Danke für das Lesen eines älteren Textes. Damals hab ich mir noch Mühe gegeben.

Ja, dein Opa war wohl das, was man eine tragische Gestalt nennt, wie Don Quichote. Ursprünglich ist alles gut. Erst mit dem Menschen fängt es an, seltsam bizarr zu werden. Das darf einen aber nicht davon abhalten, das Gute zu sehen.
Danke Dir Rainer

Gruß L.
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Kommentar von Regina (13.05.2019)
Dieser Text ist so klar wie das Wasser, von dem du schreibst. Wer kann sich noch mit sauberem Quellwasser versorgen heutzutage? In D sicherlich die Ausnahme. LG Gina
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Borek
Kommentar von Borek (21.09.2019)
Lieber Lothar
Dein Text: Vom Wind in den Bäumen
davon habe ich den Anfang kopiert, da ich die kleinen Buchstaben von KV nur schlecht lesen kann.
Ich habe bei KV einen Text geschrieben:
„Der Glaspalast tanzender Birken“
ich habe mein fast tägliches Blickfeld beschrieben die das Spiel des Windes mit 368 Bäumen in unseren Garten beschreiben.
Es ist immer wieder eine Faszination ihre eleganten Bewegungen
zu sehen. Vor allem die Birken die sich elegant im Takt des Windes wiegen.
Herzliche Grüße und eine gute Zeit
Borek
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LotharAtzert ergänzte dazu am 21.09.2019:
Vielen Dank, lieber Borek,
„Der Glaspalast tanzender Birken“ werde ich in Kürze lesen.
368 Bäume - hast du sie tatsächlich alle gezählt?
Ja Bäume sind wunderbare Lebewesen.

Es tut mir leid, wenn du die Buchstaben schlecht lesen kannst -früher gab es die Möglichkeit des Vergrößerns, aber jetzt ist das wohl nicht mehr so.
Sei auch du herzlich gegrüßt und auch eine gute Zeit
Lothar
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Borek
Kommentar von Borek (22.09.2019)
Lieber Lothar.
Danke für Deine Rückfrage
Es war ein Gartenfreund dem wir das Haus mit riesigem Garten
abkauften. So war eine Bestandsaufnahme nötig, denn auch
japanische Kirchbäume und Akazien blühen in unseren grünen
Paradies. Und in unseren kleinen Wald wachsen essbare Pilze.
Wir brauchten viel Fläche als meine Firma noch vor der Krise
bestand. Wir bauten Lagerzelte für unsere 4 großen Geschäft in
Polen. Wir mussten ca. 40 000 Paar Schuhe im Karton lagern
Es war dass einzige Lager wo wir keinen Lagerschwund erlebten.
Und Wabka, Boreck Julchen, Basil und Tatze bewachten mit ihren 4 Beinen das Gelände und Verwalttungsgebäude.
Es ist interessant die Entwicklung der Bäume zu beobachten und plötzlich wächst wieder ein neuer junger Baum aus dem Schoß der
Erd.
Dir herzliche Grüße und einen schönen Spätsommer
Borek
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Vom Wind in den Bäumen.
Veröffentlicht am 22.11.2013. Textlänge: 515 Wörter; dieser Text wurde bereits 664 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2019.
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