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Im Eichenhaine

Gedicht zum Thema Natur


von Möllerkies


Dieser Text gehört zum Projekt Parodien und Satiren.
Deine knorke, morsche Borke
hüllt dich, alter Eichenbaum,
ist verwittert und zersplittert,
Borkenkäfers Lebensraum.
 
Tote Äste, kahle Reste
längst vergangner Blätterpracht,
keine holden Blütendolden
zittern in der Frühlingsnacht.
 
Jene Kälte, die dich fällte,
schloss behutsam dir den Mund,
und es sanken deine Ranken
traurig auf den Waldesgrund.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Jorge
Kommentar von Jorge (07.12.2013)
Interessant finde ich die gewollten doppelten Reime in jeder zweiten Zeile. Sie geben der toten Eiche ein schönes Reimkorsett.
LG Jorge
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MarieM (55) meinte dazu am 07.12.2013:
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Möllerkies antwortete darauf am 07.12.2013:
Danke, Jorge und Marie. Ja, mir gefällt er auch sehr gut, der Binnenreim im Wechsel mit dem Endreim. So gut, dass ich ihn auch ausprobieren wollte, nachdem ich ihn bei einem großen Dichter gelesen hatte. Als Reverenz an diesen Dichter habe ich seinen Namen im Titel genannt ... :-)
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MarieM (55) schrieb daraufhin am 07.12.2013:
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Möllerkies äußerte darauf am 07.12.2013:
Genau, Hainrich Haine ist gemeint. Dass man genauso gut auf Eichendorff kommen könnte, war mir gar nicht aufgefallen - umso besser gefällt mir der Titel. Und En-Hai war ein mandschurischer Korporal, der im Jahr 1900 den deutschen Gesandten in China erschoss - dass er auch Gedichte geschrieben hat, davon berichtet  Wikipedia nichts. ;-)
(Antwort korrigiert am 07.12.2013)
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MarieM (55) ergänzte dazu am 07.12.2013:
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Weiß ich doch, Marie; ich kannte bis heute auch keinen En-Hai.

Es spricht en Hai zu einer Scholle:
"Den Heine find ich nicht so dolle."
Worauf die Scholle ihm gesteht,
dass ihr es auch nicht anders geht.
(Antwort korrigiert am 08.12.2013)
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MarieM (55) meinte dazu am 09.12.2013:
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loslosch
Kommentar von loslosch (07.12.2013)
gut bebildert und wohlklingend.
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Vielen Dank, loslosch. :-)
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Kommentar von Anne (56) (07.12.2013)
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Freut mich sehr, Anne. :-)
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (07.12.2013)
Wenn auch die Ranken traurig sanken, finde ich dieses feine Gedicht nicht traurig, denn
"Deine knorke, morsche Borke
hüllt dich, alter Eichenbaum,
ist verwittert und zersplittert,
Borkenkäfers Lebensraum."
LG
Ekki
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Genau, Ekki, Leben und Tod sind nur durch einen Strophenwechsel getrennt: „Und neues Leben blüht aus den Ruinen.“ :-)
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Irma
Kommentar von Irma (07.12.2013)
Der Binnenreim ist wirklich ein tolles Stilmittel, um dieses Leben im Inneren zu untermalen. Unwillkürlich drängt sich 'natürlich' auch die Übertragung auf den Menschen auf (spätestens durch den "Mund" in V.10, der ja so wenig zum Baum passen will), wobei die Vorstellung, nach dem Tod Heimat von irgendwelchen Maden und Würmern zu sein, weniger anheimelnd ist ... Gefällt mir sehr gut! (Nur bei dem "hüllt" in Z.2 fehlt mir irgendwie noch das "ein" oder "um-".) LG Irma
(Kommentar korrigiert am 07.12.2013)
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Danke, Irma, für den treffenden Kommentar. :-)
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Kommentar von janna (66) (07.12.2013)
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Genau, janna, so stelle ich es mir auch vor. Aus botanischer Sicht mag das Gedicht anfechtbar sein, denn die Eiche selbst hat ja weder Blütendolden noch Mund noch Ranken. :-)
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Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (07.12.2013)
Toll gemacht - und dadurch soo schön traurig!

Liebe Grüße
Llu ♥
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Vielen Dank, Llu. Ich muss gestehen, dass ich mir nicht nur den Binnenreim, sondern auch das Motiv der Totenklage bei meinem  Vorbild ausgeborkt [sic] habe. :-)
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Graeculus
Kommentar von Graeculus (07.12.2013)
Möllerkies: eindeutig mein Lieblingsdichter in diesem Forum.
In diesem Falle wird die Traurigkeit der Stimmung gemildert durch den feinen Humor.
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Vielen Dank, Graeculus, zuviel der Ehre. Beides, die Traurigkeit und der Humor, verdankt sich der Tatsache, dass ich Heines  "Eine starke, schwarze Barke ..." parodiere - und zwar keineswegs in abwertender Absicht, sondern als Hommage an dieses schöne Gedicht. :-)
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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (07.12.2013)
Gestern Eiche, heute Leiche. ;-)
Binnen und buten hervorragend verreimt!
Schöne Grüße, Dirk
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Möllerkies meinte dazu am 07.12.2013:
Vielen Dank, Dirk. :-)
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Kommentar von Scrag (28) (08.12.2013)
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Möllerkies meinte dazu am 09.12.2013:
Vielen Dank, Markus. :-)
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plotzn
Kommentar von plotzn (10.12.2013)
Sowohl die klassische Vorlage (die ich noch nicht kannte) als auch deine Hommage gefallen mir gut. Man kann sich im Binnenmeer gedankenverloren dahintreiben lassen...

Liebe Grüße, Stefan
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Möllerkies meinte dazu am 10.12.2013:
Freut mich. Vielen Dank, Stefan. :-)
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Beaver
Kommentar von Beaver (19.02.2014)
ich bin nur noch selten bei KV, daher habe ich solche Werke verpasst. Das soll sich von nun an ändern.

Hallo, gestatten, mein Name ist Beaver, ich werde Dich jetzt abonnieren :o)

Gruß
Manuel
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Möllerkies meinte dazu am 19.02.2014:
Freut mich sehr - was wünscht sich ein Autor mehr als treue Leser? ;-)
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Kommentar von Adelheid (15.06.2014)
Ich mag es, es macht schönes Kopfkino. Allerdings muss ich auch schmunzeln, Martin, aber dafür kannste nix. Es erinnert mich ein wenig an die Reim-Neurosen, die mich manchmal im Würgegriff haben.

LG und bis zum Wiederlesen, es war unterhaltsam und schön bei Dir!
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Möllerkies meinte dazu am 17.06.2014:
Freut mich sehr, kannst gerne wieder reinschauen. :-)
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Veröffentlicht am 07.12.2013, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.10.2014). Dieser Text wurde bereits 1.198 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.02.2018.
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