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Elegie

Elegie zum Thema Abschied


von LotharAtzert

Herbstlich, naßkalt zugig - so die Tage. Und einsam die Nächte.
Nackt das Papier, wo Gedichte nicht stehen - Bilder, lieblich wie Neckartäler, Nahe, Mosel ... Oder des Jünglings Hoffen beim ersten Blick in jungmädchenträumende Augenweiden.
Jetzt ist es Totenlied, Stumpf und Sterben geworden, eines, das kein Frühlingshoffen mehr trägt. Eines, das weiß: nun wird es Zeit, die Leinwand einzurollen, der Pinsel - längst vertrocknet - nur mehr morgen den Bleibenden Lasten hinterlassend: Den Körper müssen sie entsorgen - er wird nicht gut riechen. Und die ungefügten Blätter mit Anträgen ausfüllen, den Sarg oder Urne nebst Pfaffen bestellen. Dieselben Blätter, denen die Bilder fehlen, die Dein Herz, Geliebte, erreichen wollten. Banknoten finden sie statt dessen, zwei, drei, jener Kirchhofspartituren, die die Kosten nicht decken.
Asche zu Asche! Staub zu Staub ...

Ach, welche Hoffnungen hegte ich einst! - unter dem Baldachin der Manneskraft und den wie Lerchensingen hochfliegenden Ideen: Einst wollten sie ein Paradies erschaffen. Für alle - für jene, die mir alles war. Königreiche, oder doch wenigstens ein Königreich für die Königin - oder, wo das Schicksal waltete, heldenhaft im Kampf um das Liebste fallen.
Das Liebste - die tiefste Tiefe des Ozeans, in eines starken Weibes Herzen, ihr Sehnen nach Erlösendem.

Doch wie sich ein Baum entblättert im Herbst, entfiel alle Hoffnung.: sie erstarb an sich selbst, als die scheinbare Liebe unverhofft welkte. Ihr Stern verglühte still.
Doch damals folgte ein neuer Frühling, neue Triebe - ein abermals fruchtloses Blühen. Und Sterben und Leben und Sterben. Und jedesmal war der Folge-Frühling nach Wintertagen verheißungsvoller, farbiger, ersehnter, - aufgeblähter! ... nur umso furchtbarer das Welken - Enttäuschungen in der Zeit.
So dank ich für die Furcht, Du grause Lehrerin und Beschenkerin der Wirklichkeit. Die Frucht der Furcht, auch sie entblätterte sich, ward Winter und Winter Kristall. Rein, klar.

Verehrung dir, Ursprung, Schreckgespenst aller Teilung. Du nimmst das Eine, zerreisst es in zwei und zwei in viele und dichtest in Bild und Stoff, schmiegst dich selbst hinein, als Same, als Bewußtsein.
Und ich erwartete Dich, nur immer Dich, allgegenwärtige Weissheitsgöttin, die du im Urspung verschwindest, um dich mit-zu-teilen, im Geteilten wohnend schließlich, mit Name und Adresse.

Doch all die Gestalten, die ich traf, waren Projektionen, die man hat, solange Triebkraft da ist, dass sie zum Handeln nötigte. Aber die Zeit gehört den Krämerseelen, die kaufen und verkaufen. Und Du verwandeltest Dich und entzogst dich mir, wie so oft zuvor, entzogst mir Lebenskraft, um ein Kindlein zu gebären, das Anlass gäbe auf mehr Hoffnung, als die Jammergestalt ihres Erzeugers, der noch immer, immer träumt .... ach, immer und überall das Hoffen! Die böse Frucht des Erkennens.

Ich stellte mir vor ... wie es wäre, wenn einer den anderen nur durch Gestalt (sowie deren Gestaltungen) zum Schöpfertum von glücklichen Welten erweckte, wo es sich fügt, das himmlische Paar, oder auch viele himmlische Paare. Und studierte geheime Schriften darüber, hörte Laute, die das Empfinden mitschwingen lässt: hörte endlich Deine untrügliche Stimme in mir und deinen Namen, wie sie dem Schwung befahlen: Folge diesem Weg - schwinge, wie ich, schwinge mit mir. (Aber ich vergaß es so gern, daß du so zu allem Leben sprichst)
Ja!- Was immer geschieht - möge es sich dahingehend fügen! So lange du nur gegenwärtig bist.
Und siehe, mein Herz, ich folge, wie das schlaftrunkene Kindlein am Busen dem Mutterlied nach dem Stillen folgt.

Nun werden wir uns hier nicht mehr begegnen. Und so ist dieser mein Herbst -
nasskalt, zugig, leer das Bett, von ausgekühlter Hoffnungslosigkeit. Lange währt wohl die Nacht ohne Schlaf.
O lass mich mit gutem Gewissen und heiteren Schritts vergehen. Wie die Töne von Dir. Spende dich, einmal noch, diesem letzten Gesang. Soll er fernhin leise erklingen, als Mutters Lied nach dem Stillen, als mein letzter Abschiedsgesang - Ich hab's nicht besser vermocht. ...

.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (07.11.2017)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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LotharAtzert meinte dazu am 07.11.2017:
Oh, ein alter Schinken, gut abgehangen. ..
Ja, nie kommentiert, bis gestern.
Fehler ist behoben, danke.
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Kommentar von matwildast (37) (08.07.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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LotharAtzert antwortete darauf am 09.07.2018:
Wie du das auf den Punkt bringst, berührt wiederum mich.
Vielen herzlichen Dank.
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (08.07.2018)
Ach, ist das schön. Was ist nur aus dir geworden, nachdem du solche Texte geschrieben hast. Da ist Novalis ein Scheißdreck gegen. So voller Pathos und romantischer Schwärmerei. Und nicht zu vergessen, voll von des Lebens Irrungen und Wirrungen. Ein zutiefst ergreifender Text voller sprachlicher Schönheit und Eloquenz. Ein Mal noch einen solchen Text von dir und dann sterben. Ach, wie hat es mich ergriffen. Und beeindruckt. Respekt.
Nicht kommentiert bis gestern? Das spricht für ... sag ich jetzt nicht.

Mit Tränen in den Augen
H.
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 09.07.2018:
Ach komm, du beschämst mich, das kannst du doch mindestens genau so gut, wo nicht besser.
Ja damals war ich etwas enttäuscht - nicht mal eine Empfehlung.
Dafür jetzt, nach Jahren, die Creme de la Creme, M&H …
Auch dir herzlichen Dank, ich weine mit
L.

(-was ist aus mir geworden - ein seufzendes altes Männchen!)
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Kommentar von MichaelBerger (10.07.2018)
Michaels Leserherz schwärmt und schweigt...
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LotharAtzert äußerte darauf am 11.07.2018:
So will ich denn Teil dieses Schwarmes sein, mit einem vielfachen Dank.
L.
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LotharAtzert
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Veröffentlicht am 10.12.2013, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.11.2017). Textlänge: 610 Wörter; dieser Text wurde bereits 758 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.06.2019.
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