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Abgeschrieben

Sonett zum Thema Außenseiter


von Irma

Sie spricht gebildet, wirkt sogar belesen,
dabei zieht sie ein Rilke-Hörbuch vor
aus dem Regal und lauscht - sie ist ganz Ohr.
Beim Auto-Leasing steht sie still am Tresen,

da sie das Kleingedruckte nicht durchblickt.
Mit Gipsarm wahrt sie in der Bank den Schein,
und auf dem Postamt fällt ihr plötzlich ein,
sie hätte - heut schon wieder, wie geschickt! -

die Brille eben irgendwo verloren.
Selbst Liebesbriefe hat sie nie geschrieben,
indessen wurde sie bereits mit sieben
abgestempelt als zurückgeblieben:

„Du schaffst das nicht. Du bist schon dumm geboren.
Das schreib dir besser hinter deine Ohren!“

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (11.12.2013)
Nach dem "Vorleser" nun die Analphabetin im Sonett.
Gelungen!
LG
Ekki
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Danke, Ekki! Den "Vorleser" muss ich mir unbedingt auch mal zu Gemüte führen! LG Irma
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franky
Kommentar von franky (11.12.2013)
Hi liebe Irma,

Das läuft so rund und ausgefeilt beim Lesen über meine Zunge.
Ich finde das ganz toll gemacht.

Herzliche Grüße

Von Franky
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Irma antwortete darauf am 18.12.2013:
Danke schön, Franky. Bei "das läuft" musste ich unwillkürlich an das "Läuft bei dir!" denken, das bei den Jugendlichen jetzt wohl ganz große Mode sein muss. Meine Kinder sagen es in jedem zweiten Satz ... LG Irma
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AZU20
Kommentar von AZU20 (11.12.2013)
Tarnen und täuschen ein Leben lang. Nicht einfach. Gut nachempfunden.LG
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Irma schrieb daraufhin am 18.12.2013:
Ja, wenn sie nicht doch irgendwann mal den Mut aufbringen, etwas zu verändern, ist das wohl leider so. Danke dir, Armin. LG Irma
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Kommentar von janna (66) (11.12.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Irma äußerte darauf am 18.12.2013:
Das freut mich, Janna! Ganz herzlichen Dank! LG Irma
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sandfarben
Kommentar von sandfarben (11.12.2013)
Hier wurde ein Glaubenssatz eingetrichtert. Ein gelungenes Sonett!
christa
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Irma ergänzte dazu am 18.12.2013:
Ja, ich denke, was einem lange genug eingeredet wird, glaubt man irgendwann auch selbst. Und damit wird es - im Sinne einer "self-fulfilling prophecy" - auch eintreten. Danke dir herzlich für Lob und Empfehlung. Liebe Grüße, Irma
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Isaban
Kommentar von Isaban (11.12.2013)
Auch von mir eine Empfehlung!
Bau vielleicht noch das kleine Auslassungszeichen vor dem Doppelpunkt aus - und eventuell, ganz eventuell könnte man noch überlegen, ob es nach dem "vorziehen in S1, V2 nicht vielleicht in V3 ei9n bissl anders weitergehen könnte, da stimmt der Satzzusammenhang nicht so ganz.

Liebe Grüße

Sabine
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monalisa meinte dazu am 11.12.2013:
Mir gefällt S1 V2 gerade in seiner Doppeldeutigkeit - das Hörbuch einem 'richtigen Buch' vorzuziehen und es aus den Regal hervorzuziehen., da wird es gleichzeitig bevorzugt und aus dem Versteck geholt. das finde ich sehr gelungen.

Liebe Grüße,
mona
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Was meinst du mit "Auslassungszeichen", Sabine? Stören dich die Anführungszeichen bei 'zurückgeblieben', weil dadurch der Doppelpunkt optisch weiter weg rückt? Gut, ich nehme sie raus.

Die andere Stelle würde ich aus den von monalisa genannten Gründen allerdings gerne so belassen. Es geht mir beim "vorziehen" - ebenso wie beim "abgeschrieben" (Analphapeten zeichnen tatsächlich jeden einzelnen Buchstaben mühevoll nach) - gerade um diese Doppelbödigkeit, um Schein und Täuschung. Herzlichen Dank euch beiden! LG Irma
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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (11.12.2013)
Ja Irma, es gibt in unserer Bildungsrepublik mehr Analphabeten, als man denkt, auch deshalb, weil sie nicht unbedingt auf den ersten Blick auffallen. Diesen traurigen Zustand hast du auf unterhaltsame Art verreimt. Gefällt mir gut!
Liebe Grüße, Dirk
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Mich hat letztens auch gerade wieder beim Einkaufen eine Dame gebeten, ihr etwas auf einem Artikel vorzulesen, weil sie die Brille nicht dabei hätte. Und "die kleinen Preise" waren ihr auch zu klein ... Man kommt dann schon ins Grübeln. Die Gründe, warum auch heute noch immer wieder Menschen aus dem System fallen, sind sicher vielfältig. Danke dir auf jeden Fall herzlich. LG Irma
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Kommentar von niemand (11.12.2013)
Ich bewundere solche Menschen, weil sie Enormes leisten
in der Alltagsbewältigung, die ohne Lesen und Schreiben Können kaum vorstellbar ist. Einfallsreichtum gehört dazu,
Fantasie, die so manchem anderen (dem Jebüldeten) oft fehlt. Schade, dass ich keine Leerzeilen sehen kann (verschwunden irgendwo in den Tiefen des Nets) so dass ich auch keine Strophen blicke, nur einen Block.
Vielleicht sehen jedoch die anderen die Leerzeilen.
Wenn ich poste, muss ich jeweils Punkte zwischen
den Strophen setzen, damit diese auch als Strophe erkannt werden. Kleiner Trick
Auf jeden Fall ein gutes Sonett, liebes Irmchen.
mit herzlichen Grüßen, Irene
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Erst bei näherem Hinschauen wird einem oft bewusst, wo überall Schriftsprache eine Rolle spielt und wie sehr man gehandikappt ist, wenn man sie nicht beherrscht. Das mit den Leerzeilen bei KV ist ja eigenartig, liebe Irene. Lese ich zum ersten Mal. Aber du bist ja auch einfallsreich und hast eine kreative Lösung entwickelt! Lieben Dank und Gruß, Irma
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loslosch
Kommentar von loslosch (11.12.2013)
in einer alphabetisierten gesellschaft sind es bedauernswerte wesen. natürlich versuchen sie zu tarnen und zu täuschen. aus welchen gründen das schicksal auch zugeschlagen hatte. und im geschäftsleben werden sie über den tisch
gezogen.

in der 1. zeile entspräche der tarnung besser:

Sie wirkt gebildet, tut sogar belesen ...

einige wenige mögen sogar recht klug sein. (die alten jazz-musiker konnten zt nicht mal noten lesen!)
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Du hast Recht, Lo. Die Tarnung käme mit deinen Vorschlägen gut zum Ausdruck. Mir ging es hier allerdings auch darum zu zeigen, dass diese Menschen eben nicht nur gebildet "wirken", sondern es durchaus sein können. Das "spricht gebildet" bringt meiner Ansicht nach sehr schön diesen Unterschied zwischen Sprache (Sprechen) und Schriftsprache zum Ausdruck. Nur weil sie nicht lesen können, sind diese Menschen ja (wie du selbst sagst) nicht zwangsläufig dumm und können oftmals ausgesprochen gebildet reden.

Das "tut belesen" wirkt mir auch zu aufgesetzt. Für einen Analphabeten ist es zwar wichtig, eine Lesefähigkeit vorzutäuschen. Aber es gibt wahrscheinlich keinen Grund, besonders belesen rüberzukommen. Heutzutage findet Bildung eben nicht mehr nur auf dem Leseweg statt. Podcasts, Hörbücher - es gibt so viele Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen. Warum sollte jemand, der sich für Literatur interessiert, dann nicht auch "belesen wirken"?

Danke dir aber herzlich für die Auseinandersetzung mit meinem Text und deine Anregungen. Es hat sich für mich gelohnt, noch einmal darüber nachzudenken. LG Irma
(Antwort korrigiert am 18.12.2013)
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monalisa
Kommentar von monalisa (11.12.2013)

Von mir gibts auch eine Empfehlung, liebe Irma!
Ich finde es sehr gut, dass du dich der Thematik des Analphabetismus lyrisch angenommen hast, andeutest, wie schwierig sich der Alltag mit dieser Beeinträchtigung gestaltet. Ich denke, man muss über ein hervorragendes Gedächtnis, über allerlei Tricks und Finten verfügen, um sich da durchzulavieren, auf recht gewitzte Art klug sein

Im Schlusscouplet weitet sich der Rahmen noch weiter, da wird ein Kind stigmatisiert und fürs Leben negativ geprägt, etwas, das nicht nur Lernschwachen, Legastenikern, zu Dicken, zu Dünnen ... oder sonst irgendwie nicht den Ansprüchen der Umwelt Genügenden immer wieder und überall passiert.

Sehr aussagekräftiges Sonett!
Liebe Grüße,
mona
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Gerade bei der Entwicklung des funktionalen Analphabetismus (Illetrismus) hat die Umwelt (Schule, Eltern etc.) sicherlich einen hohen Anteil. Da wird schnell abgeurteilt und viel zu wenig aufgefangen. Welche Folgen das haben kann (Prinzip der "Selbsterfüllenden Prophezeiung"), habe ich ja oben schon bei sandfarben erläutert. Lieben Dank für deine lieben Worte und deine Empfehlung, Irma
diese Antwort melden
plotzn
Kommentar von plotzn (12.12.2013)
Vor einigen Wochen kam ein Bericht über Analphabeten im Fernsehen. Es ist erstaunlich, wie kreativ und geschickt Betroffene versuchen, ihre Schwäche zu verbergen.
Kreativ ist auch dein Gedicht, Irma. Mir gefällt es, den doppelten Boden in den Worten zu ergründen - auch bei einem so ernsten Thema!

Liebe Grüße, Stefan
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Und ich freue mich immer über einen so findigen Leser wie dich Stefan, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, jedwede sprachliche Doppelbödigkeit zu erforschen. LG Irma
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irakulani
Kommentar von irakulani (12.12.2013)
Klasse, wie du ein brisantes Thema hier in treffende Worte gefasst hast! Wie intelligent viele Analphabeten sind, merkt man allein schon daran, wie findig sie sind, ihr "Manko" zu verbergen. Leider ist Scham noch immer sehr verbreitet.Du beschreibst ja, wie es beizeiten "eingetrichert" wurde...

L.G.
Ira
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Irma meinte dazu am 18.12.2013:
Das stimmt, liebe Ira. Oftmals haben Analphabeten sogar einen Vertrauten (eigenes Kind, enger Freund), der für sie alles Schriftsprachliche erledigen muss. Erst wenn jemand bereit ist, die Scham abzulegen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Danke dir ganz herzlich für das Doppelsternchen! LG Irma
(Antwort korrigiert am 18.12.2013)
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Irma
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Veröffentlicht am 11.12.2013, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.12.2013). Textlänge: 96 Wörter; dieser Text wurde bereits 826 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.06.2019.
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