ein wintermärchen

Kurzgedicht

von  monalisa

die halbmondnacht knistert
vom duft gebrannter mandeln
über wollweißen decken
rekeln sich fernöstliche aromen
vertagt sich der morgen
auf nächstes
jahr

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Kommentare zu diesem Text

Abulie (45)
(18.12.13)
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Koka† (46) meinte dazu am 18.12.13:
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 susidie antwortete darauf am 18.12.13:
Na supi, da können wir uns ja alle zusammenkuscheln. Hach, schöööön. Augen-verklär-Grüße von Su :)

 monalisa schrieb daraufhin am 18.12.13:
Ja, ja, wenns draußen frostet, versammelt man sich gern am Kamin :)
Ich danke euch,
liebe Grüße,
mona
BellisParennis (49)
(18.12.13)
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 monalisa äußerte darauf am 18.12.13:
Dankeschön! :)
Liebe Grüße,
mona

 Isaban (18.12.13)
Fernöstliche Aromen wegen des Sonnenaufgangs?

 monalisa ergänzte dazu am 18.12.13:
Ja, Isaban, auch, aber vor allem wegen der Gewürze und Düften aus dem fernen Osten (z.B. Zimt und Weihrauch ... weihnachtliche Gerüche)

Liebe grüße,
mona

 Didi.Costaire (18.12.13)
Hallo monalisa,
die vom Duden bevorzugte Schreibweise von "rekeln" bzw. "räkeln" sieht ja merkwürdig aus, wie "ekeln" mit einem "r" davor.
Abgesehen davon drücken deine Zeilen eine gemütliche Behaglichkeit aus, die mir zusagt.
Liebe Grüße, Dirk

 monalisa meinte dazu am 18.12.13:
Ja, das 'Räkeln /Rekeln' wird wohl auch regional recht unterschiedlich ausgesprochen. Ich weiß hier selbst nicht, welche Schreibweise mir näher liegt, deshalb bin ich der Empfehlung des Duden gefolgt.
Schön, dass du - davon abgesehen - die gemütliche Behaglichkeit herauspüren konntest.
Danke für deinen Kommi und
liebe Grüße,
mona

 niemand (18.12.13)
Ich sehe hier jemanden, der von einem Weihnachtsmarkt
heimgeht, die Aromen einer Märchenwelt in der Nase, sich dem Zauber einer Schneelandschaft ergebend. Am liebsten würde er diese Märchenstimmung lange, lange in sich behalten und so gedenkt solcher noch lange nicht daran einzuschlafen, sondern vielleicht sogar die ganze Nacht im Gemütlichkeit daheim wach zu verbringen. Eine solche Atmosphäre, so sie einem vergönnt ist, erlebt man nicht alle Tage - die muss man auskosten, da muss das Kind in einem wiedererwachen Mit herzlichen Grüßen, Irene

 monalisa meinte dazu am 18.12.13:
Schön, dass du uns an deinem 'Film' ein bisschen teilhaben lässt, liebe Irene. Ja, und genau so oder so ähnlich könnts gewesen sein.

Vielen Dank für deinen Kommi,
liebe Grüße,
mona

 Matthias_B meinte dazu am 18.12.13:
Und ich sehe hier ein einerseits aus einem abgegriffenen Versatzstück (zweite VZ), einer handelsüblichen metaphorischen Periphrase für den Schnee (dritte VZ) und einem Allerweltsenjambement ("auf nächstes / [ J]ahr"), andererseits aus einer ausgefallenen Anthropomorphisierung (vierte VZ), einer triftigen generalisierenden Synekdoche (vierte VZ) und einem in sich stimmigen Wortspiel ("vertagt"-"[ M]orgen"-"[ J]ahr") bestehendes Kurzgedicht, welchem in übertriebener Weise Raum verschafft worden ist (weißer Punkt, zwei Leerzeilen, sieben VZn - eine davon besteht aus zwei Worten, eine lediglich aus einem -, zwei Leerzeilen, weißer Punkt) - insgesamt doch eher outrierter als gehaltvoll? Aber es ist mal etwas anderes als die zahlreichen Anti-Weihnachtsgedichte auf kV.

 monalisa meinte dazu am 19.12.13:
Hi Matthias,
das ist mal ein ganz besonderer Genuss - 'handelsüblich' ist dein Kommentar bestimmt nicht ;) Schon beeindruckend, wie du dieses kleine Stückchen mittels rhetorischem Fachvokabular filetierst (Metapher ;)). Das Freilegen rhetorischer Stilmittel alleine vermag doch einen Text nicht wirklich zu ergründen,oder?
Nun, jede/r geht eben anders an ein Sujet heran. :)

Natürlich kann mans so sehen, ich würde in dem 'abgegriffenen Versatzstück' des Duftes von gebrannten Mandelnmetaphorisch ambiguitiv sehen wollen, vor allem wenn die Halbmondnacht dazu knistert; in der 'metaphorischen Periphrase' – du meinst die wollweißen Decken (Plural!) damit – wieder eine Ambiguität (wollweiße [Schnee-]Decken oder doch weiße Wolldecken ?), also 2x ums Eck gedacht.
Anthropomorphisierung - nicht unbedingt nur das, auch eine Metonymie wäre denkbar, könnte sich da doch tatsächlich jemand rekeln, der 'fernöstlich duftet'. Und hätte ich in der Charakteristik 'Kurzgedicht zum Thema Erotik' geschrieben, würde dem Vertagen des Morgens auf das nächste Jahr möglicherweise eine sehr viel sinnlichere Note beigemessen.

Nun ja, ich will hier niemandem erklären, wie man meine Zeilen zu lesen habe: Wies kommt, so ists mir recht, das sei ganz der LeserIn überlassen. Es zeichnet in meinen Augen Gedichte aus, wenn sie vielseitig lesbar sind.
Mit 'outriert' , magst du Recht haben; es ist halt so orientalisch angehaucht, die mögens gern ein bisschen schwülstig-blumig, üppig, verschwenderisch ... Im Titel wird ja auch ein Märchen angekündigt.

Ich denke mir, das ist einfach nicht dein Stil und dein Geschmack. Wobei, ganz frei von Outriertheit ist dein Kommentar ja auch nicht, so gesehen, könnte man hier durchaus eine Parallele finden, nicht? ;)
Interessante Begegnung mit dir, hat mich sehr gefreut! :)
Liebe Grüße,
mona

 Matthias_B meinte dazu am 19.12.13:
Wenn es in der dritten VZ um ein Liebespaar gehen sollte, hätte diese Ebene eigentlich semantisch deutlicher markiert werden müssen (es sei denn, die "[sich] rekeln[den]" Weltvergessenen hätten sich vorher u.a. in "Zimt und Weihrauch" gebadet), um intersubjektiv erkannt zu werden, sodass das geschilderte Geschehen als ambig erfasst werden hätte können. Ansonsten - diese Klage ist mein Lieblingsthema in puncto Textproduktion und diesbezüglicher Kritiken auf kV - kann eher freiflottierend gemutmaßt und assoziiert werden, als dass eine fundierte Interpretation getätigt wird, z.B. könnte man - folgt man dem Motto "[ w]ies kommt, so ists mir recht, das sei ganz der LeserIn überlassen" - auch annehmen, dass es sich um ein orientalisches Waschpulver handeln könnte, dessen Reinigungskraft bis ins Folgejahr reicht, was denjenigen neben der Waschmaschine erfreut, sodass dessen assonanzgeröstete Mandeln noch besser schmecken - und somit eigentlich horrenden Blödsinn als Deutung äußern. Es ist infolgedessen aus schulischer Sicht geeigneter, den inhaltlichen Gehalt eines Textes auch aus einer genaueren Analyse seiner Stilistik intersubjektiv nachvollziehbar zu ergründen - hierfür muss dieser jedoch im Falle einer beabsichtigt doppelsinnigen Darstellung der Handlung eindeutig mehrdeutig (nennen wir es einmal so) stilistisch wie inhaltlich angeordnet sein - das wäre Kunst, gerade in der heutigen Zeit. Insofern wird der Überzeugung , dass es "Gedichte aus[zeichne], wenn sie vielseitig lesbar [seien]", zugestimmt, wenn jene den Zusatz "[...], aber hinsichtlich der Bedeutungsebenen stringent und objektivierbar strukturiert angeordnet sind" erhält.
Der Kommentar ist wahrscheinlich auch outriert, aber gehaltvoller (nein, Scherz; ich weiß, dass es oberlehrerhaft wirkt (die Vokabel ist schon mehrmals nach einer Kommentierung gefallen, was einen in seinem sachlichen Unterkühltsein aber nicht ärgert), da zudem öfter der Passivstil verwendet wird).

 monalisa meinte dazu am 19.12.13:
.
Kann man hier eigentlich auch Kommentare empfehlen? Dieser wäre es in jedem Fall wert! :) :)

Naja, als Autorin habe ich es natürlich in der Hand, wie semantisch deutlich ich was markiere. Nicht in der Hand habe ich, wie weit der/die einzelne LeserIn diesen ausgelegten Spuren folgen möchte/kann. Foren wie dieses sind da wie geschaffen, die Wirkung auszutesten. Ich gebe mit dem Posting aber den Text auch frei und ärgere mich nicht, wenn jemand konsequent an meiner Intention vorbei interpretiert. Ich kann das als bereichernd empfinden: 'Sieh mal an, was da alles drinsteckt, hab ich ja selbst gar nicht gewusst, Toll!', oder mich amüsieren, weil die Ideen so abgedreht sind, oder auch unangenehm berührt sein und versuchen klarer herauszuarbeiten, woraufs mir ankommt … natürlich hab ich noch viel mehr Möglichkeiten, damit umzugehen. Ich werde dem Kommentarverfasser aber nie ausreden, wozu er in seinen Überlegungen, seinem Empfinden gelangt ist.

O.k. zurück zu deinen konkreten Anmerkungen:
es sei denn, die "[sich] rekeln[den]" Weltvergessenen hätten sich vorher u.a. in "Zimt und Weihrauch" gebadet
warum nicht? Man könnte sich aber auch mit orientalischem Salböl gesalbt haben …
Wenn man der Spur folgen möchte, die konsequent in jedem Vers gelegt wurde, könnte man schon - man, aber wohl nicht jedermann/frau,. Aber den Anspruch erhebt Lyrik ja nicht: für alle gleichermaßen zugänglich zu sein.

Den Halbmond (huch, amm 24.12. ist heuer auch Halbmond) schon mal mit dem Orient in Verbindung gebracht, Knistern mit (erotischer) Spannung?
Schon mal was von Hochzeitsmandeln gehört?
Wollweiße Decken für Schnee – eher ungewöhnlich ihn mit Wolle in Verbindung zu bringen,oder(?) und im mehreren Decken Natürlich kann der Leser zum Resümee gelangen, dass das bloß unpräzise ausgedrückt, in der Bildebene banal und maladroit ist. Das ist ja dann auch wahr, genauso wahr wie, dass da mehrere Ebenen übereinander liegen, ineinander verwoben sind und möglicherweise doch mehr Gehalt drinliegt, als auf den ersten Blick erscheinen mag.
Einigen wir uns darauf, dass du sehr konsequent bist in deiner Art Analyse, ich aber in Anlage und Erstellung dieses Textes ebenfalls - bloß scheinen beide irgendwo parallel nebeneinander her zu laufen. Raum genug gibt es ja :).

Ich empfinde deine Kommentare nicht als oberlehrerhaft, mir fällt jetzt das richtige Wort nicht ein, vielleicht ist sogar besser so ;). Ich lese sie jedenfalls sehr gern.

Liebe Grüße,
mona
(Antwort korrigiert am 19.12.2013)

 Matthias_B meinte dazu am 19.12.13:
Decken ≙ mehrere Schichten Schnee?
Es geht ja ebengleich darum, dass bezweifelt wird, dass die semantische Spur des erotischen Miteinanders in bildlicher Hinsicht durchgängig innovativ und wirklich "konsequent" gelegt worden ist.
Als ich hier anfing, gab es - glaube ich - eine Kommentarbewertungsfunktion o.Ä.; diese ist aber dann wegen Streitigkeiten - glaube ich, wie gesagt - eliminiert worden.

 monalisa meinte dazu am 20.12.13:
:-)

 Matthias_B meinte dazu am 20.12.13:
Hallihallo, i bin's wieder. Was die Eröffnung einer zweiten Bedeutungsbene in Sachen 'Erotik zwischen zwei Liebenden' wohl auch erschwert, ist die Formulierung in der dritten und vierten VZ ("über wollweißen [ D]ecken / rekeln sich fernöstliche [ A]romen"), da jene sich nicht unter oder auf jenen ausstrecken - aus den restlichen VZn ist die "Spur" dann ebengleich nicht sonderlich wesentlich zu erschließen.
wa Bash (47)
(18.12.13)
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 monalisa meinte dazu am 18.12.13:
Ja, die wollweißen Decken müssen ja auch nicht unbedingt aus Schnee sein ;)
Danke für deinen Kommi,
liebe Grüße,
mona

 BeBa (27.12.14)
Gefällt mir gut, dein Text. Hier lauert ja immer die Gefahr, kitschig zu werden. Das ist der Text aber überhaupt nicht. Er spielt mit schönen, eingänglichen und verständlichen Bilder. Meine Lieblingsstelle (nicht, weil es der Schluss ist ):

vertagt sich der morgen
auf nächstes
jahr


LG
BeBa
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