Auf immer

Sonett zum Thema Allzu Menschliches

von  Isaban

In unserer Gasse ist es still. Die Kinder spielen
seit Wochen irgendwo zwei Straßen weiter.
Herr Schulze weint und manchmal, nachts, da schreit er,
Marie, die Frau, verblasst fast stündlich mehr.

Meist wirkt die Schulzewohnung stumm und leer
und niemand hört die Schulzes jemals lachen,
man sieht sie nur die Friedhofswege machen.
Die beiden nehmen es unendlich schwer.

Die Münder sehen aus, wie zugeklebt;
mit ihren Lippen bilden sie zwei Striche:
Das Ehepaar hat Tragisches erlebt,

wo doch der Bruno kürzlich gehen musste.
Er war so lieb und klug und hat so schnell gelernt -
und ach, der Haustierfriedhof ist so weit entfernt!

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Kommentare zu diesem Text


 sandfarben (30.12.13)
Gut beschrieben, man fühlt regelrecht mit, auch wenn es sich am Ende "nur" um ein Tier handelt.
christa
janna (66)
(30.12.13)
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 niemand meinte dazu am 30.12.13:
Ich lese auch Ironie heraus, vielleicht weil ich den Menschen diese zutraue [sollte ich mich irren, denn bitte um Verzeihung] im Bezug darauf "was man lieben darf und was man weniger mögen muss". Für mich persönlich ist es egal wem Mensch seine Liebe/Zuneigung schenkt, wertvoll ist diese allemal, wenn man sich von dem selbstherrlichen Begriff "Krone der Schöpfung" zu distanzieren bereit ist und auch anderen Lebewesen mehr zugesteht als dem EigenSpezies. Meine Erlebnisse mit der Brutalität und Empfindungslosigkeit der Menschen und der Fähigkeit zur Freundschaft/Liebe seitens des Wesens Tier sprechen Bände, da will ich gar nicht auf Einzelheiten eingehen, hier schnitte der Mensch nur allzu schlecht ab.
Daher finde ich, sollte es in der Tat Ironie sein, selbige fehl am Platze. LG niemand

 Didi.Costaire (30.12.13)
Von "Hoppe hoppe Reiter" bleibt beim Schulze nur der Rest und man geht in seiner Trauer vollumfänglich auf. Gut beschrieben!
Liebe Grüße, Dirk
Fabi (50)
(03.01.14)
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