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KURZER MOMENTInhaltsverzeichnisLINDE IN WIND UND WETTER

LIED DER SIEBEN WOLKEN

Satire


von Dieter Wal

1. (7) Die Wolke sieben hinterm Berg
verträumt der große Terrorzwerg.
Was früher war, kann er noch lesen,
was jetzt nicht mehr, ist lang gewesen,
was nie wird sein, bleibt ewig her.
Auf Wolke sieben. Da träumt er.

2. (6) Aus Wolke sechs und allen drunter
fällt unser Kleiner gar nicht munter
auf harter Erde Faktencheck,
wühlt sich durch Akten und durch Dreck.
Er ist genervt, er ist erschüttert
und ja, er ist zurecht verbittert.

3. (5) In Wolke fünf vor lauter Schwärze
erlischt zuletzt der Docht der Kerze.
Stimmt in das Weh gefolgt von Ach,
hält er sich bis zum Morgen wach.
Hängt schwer der Nebel in den Gassen,
ist er gewillt, sich selbst zu hassen.

4, (4) In Wolke vier ists ähnlich trüb,
drum ist der Kleine auch nicht lieb.
Kontrollfreaks machen schlimme Sachen.
Kontrollverlust gibt nichts zu lachen.
Selbst wenn er schreibt von Morgenrot,
klingt das, als hätte er gedroht.

5. (3) Aus Wolke drei, von grüner Au',
trägt man den Zwerg in seinen Bau.
Vor langer Zeit, die war noch wild,
trug man die Kleinen auf nem Schild.
Germanen ließen sich gern raten
von ihren Zwergen aus den Schatten.

6. (2) Die Wolke zwei über dem Berg
gewittert nie für unsren Zwerg.
Sie lächelt rosa in sein Loch,
sie schweigt und duldet immer noch.
Da freut sich unser Terrorzwerg,
der Angst verbreitet tief im Berg.

7. (1) Die Wolke eins in dem Gedicht?
Ganz klar. Die gibt es einfach nicht.
Von West nach Ost der Himmel blau,
von Nord nach Süd sehn wir genau:
Kein Wölkchen in der frischen Luft.
Uns grüßt der zarte Frühlingsduft.

KURZER MOMENTInhaltsverzeichnisLINDE IN WIND UND WETTER
Dieter Wal
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Buch Sigune.
Veröffentlicht am 13.04.2014, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.11.2019). Textlänge: 241 Wörter; dieser Text wurde bereits 958 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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