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Kugelschreiben

Szene zum Thema Liebeszauber


von EliasRafael

"Dann ist unsere Geschichte hier zu Ende?"

Du bemühst dich, die Frage wie eine nebensächliche Feststellung wirken zu lassen. So wie vor wenigen Tagen, als du beiläufig meintest, dass uns der Sommer in diesem Jahr viel zu früh verlassen habe.

Dabei lächelt dein Mund zaghaft und an den Augenrändern bildet sich ein glänzender Film. Verzweiflung sah nie betörender aus.

Eine unnatürliche Stille senkt sich über uns, als versuche die Zeit selbst stehen zu bleiben.
Nur das Geräusch des Kugelschreibers, den du in deiner linken Hand bearbeitest, ist noch hörbar. Das Klackern erinnert uns daran, dass die Welt sich weiterdreht. So oder so.

Früher tickten in solchen Momenten Uhren und jetzt mutet selbst der Kugelschreiber an wie ein Relikt aus einer Epoche, die zu Ende ging, ohne dass jemand danach gefragt hätte.

Theatralisch rolle ich mit den Augen.

Als mein Blick auf dich zurückfällt, bist du noch da. Nicht, dass das ungewöhnlich wäre. Nein, Menschen lösen sich nicht einfach in Luft auf.

Irgendwie bin ich aber doch überrascht.

"Ich kann dir die Frage nicht beantworten. Eine Geschichte ist immer nur ein willkürlicher Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Nur, wenn jemand ihren Anfang definiert, dann wird er nie aufhören, nach ihrem Ende zu suchen. Du wolltest eine Geschichte."

Das Klicken des Kugelschreibers verstummt und deine Lippen werden schmal. Du blickst mir scharf in die Augen. So, als würdest du in meinen Pupillen nach einem Abspann suchen. Oder den Namen desjenigen, der sich das alles ausgedacht hat.

"Du bist frei", flüstere ich, "frei wie die Zeit, wenn niemand mehr eine Uhr trägt."

Etwas ungelenk rückst du mit dem Stuhl nach hinten und stehst auf.

Es ist klar, dass du jetzt gehen wirst. Das tust du immer.

Du bist kein Mensch, der bleibt. Nie.

"Ich lasse dir den Kugelschreiber hier.
Damit kannst du unsere Geschichte aufschreiben."

"Und du?"

"Ich bin jetzt wirklich frei." Der feuchte Glanz in deinen Augen lächelt mich sanft an.

In solchen Momenten bräuchten wir wieder Uhren, die uns ermöglichen, die Zeit anzuhalten.

 
 

Kommentare zu diesem Text


theatralisch
Kommentar von theatralisch (19.01.2015)
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