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Brief zum Thema Vater/ Väter


von SunnySchwanbeck

Die Menschen fragen beiläufig nach dir, denn sie wissen nicht, dass es dich nicht mehr gibt.
Meine Antwort ist meist die selbe: „Er starb als ich acht war.“
Die Reaktion darauf immer gleich, hoch gezogene Augenbrauen und danach der Blick nach unten. Ich versuche ihnen die Situation leichter zu machen indem ich kurz lächelnd sage:
„Schon okay, es ist lange her.“
Die Wahrheit ist jedoch: es wird für immer weh tun, denn mir wurde nicht nur die Chance genommen, dass du irgendwann meine Kinder kennen lernst, sondern vor allem die Chance dich richtig kennen zu lernen.

Wie war es damals als du so alt warst wie ich jetzt?
Welche Farbe hatte dein erstes Auto?
Was waren deine ersten Gedanken als du Mama gesehen hast?
Hast du dich auch zu schnell verliebt als du jung warst?
Was hat dich so richtig glücklich gemacht in deinem Leben?

Fragen die einer achtjährigen nicht einfallen, die eine achtzehnjährige aber beantwortet haben möchte. Dein Verlust hat mein Leben in zwei geteilt, in die erste Hälfte mit dir unserem großen Haus und in die zweite Hälfte in unserer kleinen Wohnung, ohne dich.
Es kommt mir vor wie ein Traum, alles wirkt verschwommen und ich habe das Gefühl dass ich vieles zu meinen Erinnerungen einfach dazu dichte.
Damals verließen wir das Haus, die Stadt und somit auch irgendwie dich. Wir packten Teile unserer Vergangenheit aus den Umzugskartons und versuchten sie so in unserem neuen Leben zu platzieren, dass sie nicht zu sehr weh tun.
Ich fand letztens ein Gedicht von dir zu meinem siebten Geburtstag und fragte mich ob du jetzt stolz auf mich wärst, mit Texten in den Händen auf einer Bühne sitzend.
Ich frage mich, ob du in der ersten Reihe säßest und ob dein Klatschen lauter wäre als das der anderen. Ich könnte dich nie vergessen, selbst wenn ich wollte, denn es sind die selben Augen, in die Mama sich sofort verliebte, die mich jeden Tag aus dem Spiegel anstarren. Für mich wirken sie so als wären sie nur zufällig in meinem Gesicht gelandet.
Ich weiß nicht ob ich das werde, was ich in deinen Augen sein sollte, doch in unseren sehe ich, dass sich die Welt immer weiter drehen wird.

Auch wenn einer fehlt.

Anmerkung von SunnySchwanbeck:

seit wochen als dokument auf meinem desktop, aber fuck it, du fehlst mir.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Owald
Kommentar von Owald (17.09.2014)
Tja. Bei mir und meinem Papa ist es jetzt gute 12 Jahre her, ich war 24, also erwachsen, als es passierte, und ich hatte Zeit, mich darauf vorzubereiten, wobei, nein, man kann sich darauf eigentlich nicht vorbereiten, selbst wenn man glaubt, man könnte.

Nuja, den Vater als Kind zu verlieren, ist natürlich nochmal eine ganz andere Nummer und nicht nachvollziehbar für alle, die das nicht erlebt haben; und das stellst Du in Deinem Brief schmerzhaft gut dar - man kann da im Grunde als Außenstehender nichts hinzufügen.

Was mir beim Lesen wehgetan hat, ist die Parallele, daß auch ich den Eindruck habe, meinem Papa einige entscheidende Fragen nicht gestellt zu haben ... und ich wäre ja alt genug gewesen usw....

Und jetzt? Ändern kann man bekanntlich nix, also schlage ich vor, wir stoßen an auf unsere Papas: *klöng!* - und dann:
gehts weiter im Text!

Alles Gute,
O.
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Kommentar von B-Site (30) (17.09.2014)
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Kommentar von ues (34) (17.09.2014)
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ViolaKunterbunt
Kommentar von ViolaKunterbunt (18.09.2014)
Das hast Du wunderschön geschrieben... berührend ohne rührselig zu sein.
Und ich bin sicher, dass er mega stolz auf Dich wäre und ganz bestimmt am allerlautesten klatschen würde. Bei JEDER Deiner Lesungen, bei JEDEM Text von Dir.

Ganz liebe Grüße,
Viola
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princess
Kommentar von princess (01.03.2019)
Oh ja. Deine Gedanken sind meine Gedanken, Sunny. In diesem Brief. Und ich bin froh, ihn heute entdeckt zu haben. Bei mir sind seither 40 Jahre vergangen. Und manchmal träume ich noch heute, dass es ein Irrtum war und er plötzlich wieder da ist. Dass ich ihm die Fragen stellen kann, die du formuliert hast.

Sie fehlen. In aller Liebe. Aber sie fehlen.

Ira
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