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Krieg und Mythos: Die Waffen-SS - Ein Überblick

Essay zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Die Geschichte und die Geschichten der Menschheit sind voll von Mythen und Legenden. Oft ist von dem Vergangenen nicht mehr geblieben, das erzählt werden kann. Sich der Wahrheit zu nähern wird dann schwierig, wenn nicht unmöglich, auch wenn der technische Fortschritt gerade in Hilfswissenschaften wie der Archäologie vieles möglich gemacht hat.
  Kaum etwas scheint jedoch so anfällig für phantasievolle Erzählungen zu sein, wie der Krieg und gerade da, wo gesicherte Informationen Mangelware sind, blühen die Mythen und Legenden. Doch es gibt noch einen weiteren Grund dafür: Das, was uns heute ein Mythos zu sein scheint war ursprünglich etwas ganz anderes: Politische Propaganda! Darum lohnt immer ein genauerer Blick.



Die Anfänge der Waffen-SS:

Der Begriff Waffen-SS tauchte zum ersten Mal Ende 1939 in den Akten auf. Sie entstand aus drei Gruppierungen.

Die erste war die SS-Verfügungstruppe, die aus den politischen Bereitschaften hervorging, mobile Rollkommandos, die für Gewalttaten im Sinne des NS-Systems zur Verfügung standen. So waren die politischen Bereitschaften an den Morden des 30. Juni 1934 ("Röhmputsch") beteiligt. Sie wurden in der zweiten Hälfte der 30er Jahre neu geordnet. So entstanden die Standarte* ’Germania', stationiert in Hamburg, und die Standarte ’Deutschland’, stationiert in München. Nach dem ’Anschluss’ Österreichs wurde in Wien die Standarte ’Der Führer’ aufgestellt. Hinzu kamen noch Unterstützungseinheiten wie z.B. ein Pioniersturmbann**. Jedes Standarte hatte einen festen Rekrutierungsraum.

Einen weiteren Teil der entstehenden Waffen-SS bildete die in Berlin aufgebaute Standarte ’Leibstandarte SS Adolf Hitler’. Befehligt von Sepp Dietrich sahen sich die Männer der LAH*** als Elite innerhalb der SS. Die politischen Bereitschaften wurden nach ihrem Vorbild entwickelt. Auch die LAH war an frühen Morden und Verbrechen des NS-Staates (auch hier z.B.: "Röhmputsch") beteiligt. Im Gegensatz zu anderen SS-Einheiten durfte die LAH im ganzen Reichsgebiet rekrutieren.

Den dritten Pfeiler der Waffen-SS bildeten die militärisch ausgerüsteten und ausgebildeten SS-Totenkopfverbände. Jene Männer waren ursprünglich zur Bewachung der Konzentrationslager zuständig - die Totenkopfverbände behielten diese Aufgabe bis zum Kriegsende - und kamen wie ihr Anführer Theodor Eicke aus jenem Milieu, mit den entsprechenden Folgen(s.u.).

Zumeist werden die SS-Junkerschulen - zuerst in Braunschweig, dann auch in Bad Tölz - noch zu Waffen-SS gehörig gezählt, doch hatten sie den Auftrag, SS-Führer**** für die gesamte SS auszubilden.

Lange Zeit wehrte sie die Wehrmachtsführung dagegen, dass der Dienst in der Waffen-SS als gleichwertig zum bzw. Ersatz für den Wehrdienst angesehen wurde. Der Status der Armee als "Waffenträger der Nation" sollte so geschützt werden. Mitglieder der SS-Verbände mussten nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht am 16. März 1935 diesen ableisten. Das änderte sich erst mit einem Erlass Hitlers vom 17. August 1938, in dem ausdrücklich festgehalten wurde, dass die Waffen-SS kein Teil der Wehrmacht oder der Polizei sei, sondern eine stehende bewaffnete Truppe, über deren Einsatz Adolf Hitler persönlich entschied.


Die Männer:

Die Waffen-SS wurde im Krieg von Propagandisten und nach dem Krieg von Apologeten gerne als eine ’europäische Armee’ hingestellt. Nichts könnte ferner von der Wirklichkeit sein. Zwar kämpften in ihr verschiedene Nationalitäten, doch es gab eine eindeutige Hierarchie.

An der Spitze standen die ’Reichsdeutschen’. Sie sahen sich selbst höchste Vervollkommnung des SS-Mannes, auch weil vor dem Krieg für sie strenge Auswahlkriterien gegolten hatten. Ihnen annähernd gleichgestellt waren nur noch die ’Volksdeutschen’ - zumindest wenn sie die deutsche Sprache beherrschten, was keine Selbstverständlichkeit war. Himmler hatte sich bei Hitler den Zugriff auf diese Bevölkerungsgruppe gesichert um so die Rekrutierungsbasis für seine militärischen Verbände zu verbreitern.  Ende 1941 dienten jedoch kaim nehr als 6.000 von ihnen in den Verbänden. Das änderte sich in den nächsten Jahren. Bis Ende 1943 wuchs die Zahl auf 120.000 an. Ironischerweise schwächte er damit die von ihm betriebenen ’Volkstumsarbeit’ in jenen nichtdeutschen Gebieten, denn die Objekte seiner Politik dienten nun ja in der Waffen-SS. Bei Betrachtung der "Volksdeutschen" - die meisten kamen aus Rumänien, Ungarn, Serbien und Kroatien - darf jedoch nicht außer Betracht gelassen werden, dass diese sich einem starken Druck ausgesetzt sahen, stammten sie dich aus sozial geschlossenen Gruppierungen, deren Selbstverständnis durch ihr Deutschsein als Abgrenzung gegen ihre Nachbarn, geprägt wurde. Es war nicht die Regel, aber auch nicht außergewöhnlich, wenn einem "Volksdeutschen", der sich der Werbung durch die SS zu entziehen sichte, das Dach über dem Kopf abgebrannt wurde. Umgekehrt gab es aber auch auch viel Begeisterung darüber, als Mitglied einer selbsternannten Elite, für die deutsche Sache kämpfen zu dürfen.

Schon die europäischen Freiwilligen oder Legionäre bekamen den Hochmut der reichsdeutsche SS-Männer zu spüren. Früh beschwerten sich Norweger, Schweden, Wallonen, Niederländer über den rauen und herablassenden Ton ihrer deutschen Ausbilder. Zudem wurde der größte Teil von ihnen, durch ihren Dienst in der Waffen-SS keinesfalls automatisch Mitglieder des SS als Orden. Dieser Weg blieb den Allermeisten verwehrt. Als im Herbst 1943 die zweijährige Verpflichtungszeit der finnischen Freiwilligen - sie bildeten ein eigenen Bataillon in der SS-Divison ’Wiking’ - auslief, wollte die meisten von ihnen zwar weiter gegen die Rote Armee kämpfen, jedoch nicht in der Waffen-SS. Fast alle kehrten in ihre Heimat zurück und traten dort der finnischen Armee bei.

Am Ende der Anerkennungsskala standen die Männer, die aus eigentlich rassistisch verachteten Ländern kamen, aber trotzdem ihren Weg in die Waffen-SS gefunden hatten, wie z.B. die muslimischen Bosnier der 13. SS-Division ’Handschar’. Während ihrer Ausbildung kam es aufgrund der herablassenden Behandlung durch das deutsche Rahmenpersonal zu einem Aufstand der Bosnier. Dieser wurde schnell niedergeschlagen. Mehr aus Gründen der Disziplin ließ Himmler die Anführer hinrichten. Seine Wut richtete sich in erster Linie gegen die deutschen Führer und Unterführer.

Nach dem (erfolgreichen) Ende des Kriegs plante der Reichsführer-SS für die Waffen-SS eine Stärke von knapp über 100.000 Mann. Aus der Waffen-SS ausscheidende Männer sollten als Wehrbauern im Osten den Kern dessen bilden, was als "Bollwerk" gegen "asiatische Untermenschen" vorgesehen war, als Teil der völkischen Siedlungspolitik. Während des Krieges schienen die Männer der Waffen-SS jedoch wenig Interesse daran zu haben, wie Umfragen ergaben. Selbstverständlich stand für die meisten die Rückkehr in die Heimat an der ersten Stelle. Länger dienende SS-Männer hofften, gleich den Berufs- und länger dienenden Zeitsoldaten der Wehrmacht, ein Anrecht auf eine Stelle im öffentlichen Dienst zu haben. Für die zumeist jungen SS-Männer stand hingegen das "Problem Frau" im Mittelpunkt.


Militärische Elite?

Oft wurde und wird die Waffen-SS als militärische Elite des Dritten Reichs dargestellt. Diese Behauptung ist nicht richtig.
  Im Polen- und Frankreichfeldzug konnten die Einheiten der Waffen-SS nicht durch kämpferische Glanztaten auf sich aufmerksam machen. So traf z.B. der britische Gegenangriff bei Arras im Mai 1940 auch die SS-Totenkopfdivision. Ihre Männer nahmen Reißaus. Es war die 7. Panzerdivision der Wehrmacht, welche die Briten stoppte. Die LAH konnte zwar Erfolge für sich verbuchen, bezahlte diese aber mit unverhältnismäßig großen Verlusten.

Das änderte sich erst mit dem Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion. Nun war eine deutliche Professionalisierung der SS-Verbände zu bemerken, die sie bis zum Kriegsende beibehielten. Allerdings gilt es hier einige grundsätzliche Dinge zu beachten:

-) Die Leistungen der SS-Divisonen darf man nicht mit einer gewöhnlichen Heeresinfanteriedivision vergleichen, weil sie mit der Zeit zu Panzerdivisionen ausgebaut wurden. Vergleicht man sie mit den entsprechenden Wehrmachtsverbänden, so ist kein Unterschied bemerkbar. Wenn SS-Verbände sich doch hervortaten, wie das z.B. bei der 1. SS-Panzerdivision LAH zuweilen der Fall war, so lag das daran, dass ihr Kommandeur Sepp Dietrich seine Beziehungen zu Himmler spielen ließ, um, den Dienstweg umgehend, mehr und besseres Material für seine Truppe zu bekommen.  Überdurchschnittliche Erfolge verzeichnete die Division jedoch nie.

-) Es gibt nur 6 SS-Divisionen, die den Vergleich mit Wehrmachtspanzerdivisionen standhalten. Es sind dies: 1. SS-Panzerdivision ’Leibstandarte Adolf Hitler’ (LAH), 2. SS-Panzerdivision ’Das Reich’, 3. SS-Panzerdivision ’Totenkopf’, 5. SS-Panzerdivision ’Wiking’, 9. SS-Panzerdivision ’Hohenstaufen’, 10. SS-Panzerdivision ’Frundsberg’. (Zur 5., 9. und 10. SS-Panzerdivision gibt es anders lautende Urteile. Da diese jedoch teilweise aus apologetischen Schriften von Wehrmachtsgeneralen stammen, die nach dem Kriege verfasst wurden, müssen diese unter Vorbehalt betrachtet werden. Wissenschaftliche Arbeiten zu den meisten Divisionen stehen noch aus.)

Schon um die 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" entstand eine Kontroverse. Ohne Zweifel kämpfte sie aufopfernd in der Normandieschlacht. Das gilt jedoch für alle hier eingesetzten deutschen Verbände. Als Beispiel seien hier die Kämpfe um den Landestrand ’Omaha’ am 6. Juni 1944 genannt, einem größeren Publikum bekannt geworden aus dem US-amerikanischen Film "Der Soldat James Ryan". Die hier eingesetzte 1. US-Infanteriedivision ("The Big One") konnte nur unter großen Verlusten einen Brückenkopf errichten. Diese Kämpfe werden in den USA bis heute mythisch verklärt. Darum ist es kein Wunder, das sie ihren Weg in den Film fanden.
  Sehr selten finden die deutschen Verteidiger Erwähnung. Bei genauer Betrachtung möchte man meinen: Nicht ohne Grund. Das dort kämpfende Infanterieregiment 916 gehörte zur 352. Infanteriedivision - einem erst Monate zuvor aufgestellten Verband, dessen Soldaten zum Großteil aus jungen und unerfahrenen Rekruten bestand, gestützt durch ein schmales Rückgrat von Veteranen. Hinzu kamen noch die Soldaten der Schnellen Brigade 30, die sich den Begriff schnell durch die Ausrüstung mit Fahrrädern(!) verdiente. Helden sehen anders aus.

Die bereits erwähnte SS-Division ’Handschar’ wurde auf dem Balkan als Terrorinstrument gegen die serbischen Bevölkerung benutzt. Als sie im Jahre 1944 gegen die vorrückende Rote Armee eingesetzt werden sollte, desertierten die meisten ihrer Männer. Übrig blieb ein einzelnes Bataillon.
  Während der Ardennenoffensive - Operation Wacht am Rhein - im Dezember 1944 waren es die im Nordsektor eingesetzten SS-Panzerdivisionen, die ein jämmerliches Bild abgaben, in erster Linie durch Kriegsverbrechen auffielen (für Beides gilt: im Gegensatz zu den Heerespanzerdivisionen wie z.B. der 2. Panzerdivision). Ähnlich enttäuschend waren die Leistungen der 1. SS-Panzerdivision ’LAH’ schon in der Normandie im Sommer des gleichen Jahres gewesen. Und noch im Januar 1945 wurde die Führung der 17. SS-Panzergrenadierdivision "Götz von Berlichingen" während der Operation Nordwind abgesetzt und Oberst Gerhard Lindner als Divisionskommandeur samt eines Wehrmachtsstab eingesetzt. Schon in der Normandie hatte die 17. SS-Panzergrenadierdivision "Götz von Berlichingen" unterdurchschnittliche Leistungen erbracht. Wie bei der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" waren bei ihr die Hälfte der Unterführerstellen nicht besetzt.

Ein Ausnahme bildeten die aus den Balten gebildeten SS-Verbände. Sie kämpften besonders hartnäckig, was daran lag, das die SS-Führung nicht den Fehler machte, sie fern ihrer Heimat einzusetzen. Lettische, estnische und litauische Verbände kämpften im Norden der Ostfront, wie sie glaubten zur Verteidigung ihrer Heimat. Viele von ihnen, die den Krieg überlebten, zahlten dafür später mit ihre Leben.


Kriegsverbrechen:

Während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde die SS als verbrecherische Organisation eingestuft. Dieses Urteil trifft also auch die Waffen-SS. Es ist zutreffend.

Wir wissen heute, dass der Mythos von der ’sauberen Wehrmacht’ genau das ist: ein Mythos. Vergleicht man die Verbrechen der Waffen-SS mit denen der Wehrmacht, kann man jedoch verallgemeinernd feststellen, dass die der Waffen-SS qualitativ und quantitativ hervorstechen. Zunächst gilt es jedoch etwas anderes festzuhalten: Die Trennung zwischen Waffen-SS und Allgemeiner SS ist nicht so strikt, wie es uns nach dem Krieg aus apologetischer Absicht vorgetäuscht wurde. So bildeten z.B. die oben erwähneten SS-Junkerschulen für die gesamte SS aus. Die Einsatzgruppen, die in der Sowjetunion ihrem mörderischen Tagwerk nachgingen rekrutieren sich aus Gestapo, Polizei, SD, SS und Waffen-SS. Die SS-Reiterverbände agierten dort als eine weitere Einsatzgruppe. Versetzungen von der Waffen-SS in die Konzentrationslager waren zwar nicht die Regel, doch auch nicht die Ausnahme. Besonders kriegsversehrte Männer wurden nach ihrer Genesung oft Teil des Lagersystems. Und ein jeder angehender militärischer Führer durchlief in seiner Ausbildung idealerweise auch das Reichssicherheitshauptamt. Denn letztlich war die SS - und damit auch die Waffen-SS - Teil des von Himmler angedacht ’Staatsschutzkorps’.

Es gab nur zwei SS-Divisionen, denen keine Kriegsverbrechen nachgewiesen werden konnten. Es handelt sich dabei um die 9. und die 10. SS-Panzerdivision. Dies ist kein Zufall, denn ihre Mannschaften bestanden fast ausschließlich aus Wehrpflichtigen bzw, aus solchen ’Freiwilligen’ die man zum Dienst in der SS gepresst hatte, bzw. ihnen verheimlichte, dass sie sich zur SS gemeldet hatten. Die Angaben des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass sind in diesem Fall stimmig.
  Das bedeutet, dass alle anderen Divisionen der Waffen-SS Kriegsverbrechen begangen habe und das oft im großen Ausmaß. Einige Beispiele seien hier angeführt:

-) Für die deutschen Kriegsverbrechen in Italien ist zu einem großen Teil eine Division verantwortlich: die 16. SS-Panzergrenadierdivision "Reichsführer-SS". Ihre Führer und Unterführer rekrutierten sich zum überwiegenden Teil aus den Totenkopfverbänden. Viele kamen direkt aus den Konzentrationslagern. Die Mannschaften kamen aus der Hitlerjugend. Entsprechen war ihr Verhalten auf dem italienischen Kriegsschauplatz.

-) Die sogenannte ’Wildererbrigade’ unter dem Kommando des verurteilten Pädophilen Oskar Dirlewanger, deren Führer und Unterführer, nicht aber die Mannschaften(!) als Mitglieder der Waffen-SS galten, wurde in der Sowjetunion zur ’Partisanenbekämpfung’ eingesetzt. Innerhalb von 6 Monaten hatte sich meistens Verluste von annähernd 100%. Wie dieser Verband kämpfte, wurde im Sommer 1944 deutlich. Er wurde zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands eingesetzt. Daraufhin forderten SS-Führer(!) die Hinrichtung Direlewangers, wegen der von ihm zu verantwortenden Brutalität seiner Truppen. Nur seine guten Beziehungen zu Himmler retteten Dirlewanger das Leben.
  KZ-Häftlinge, die man gegen Ende des Krieges in jene Einheit zwang, schilderten die dort herrschende "Disziplin" als gewalttätiger und grausamer als sie es aus den Konzentrationslagern gewohnt waren.

-) Am 8. Juni 1944 brannten Soldaten der 2. SS-Panzerdivision ’Das Reich’ das fanzösische Dorf Oradour-sur-Glane nieder und töteten 642 Menschen. Dieses barbarische Tun war die Vergeltung für den Tod eines Kompaniechefs der Division. Bittere Ironie der Geschichte: Die SS hatte sich im Dorf geirrt, denn der Mann war im 25 Kilometer entfernten Oradour-sur-Vayres getötet werden.

Dies sind starke Beispiele, obwohl die unzähligen Verbrechen der Waffen-SS in der Sowjetunion gar keine Erwähnung fanden. Sie zeigen das Selbstverständnis der Waffen-SS, das sich in solchen Taten manifestierte. Sie sahen sich als vorrangige Soldaten des Nationalsozialismus.

Fazit:

Die Waffen-SS war keine ’zweite Wehrmacht’, das zeigt schon ihre Entstehungsgeschichte. Die Wehrmacht folgte als bestehende Institution dem Diktator, begab sich - meistens willfährig - in seine Hand. So wurde sie zum Instrument seines Willens, der auf Zerstörung ausgerichtet war.
  Anders die Waffen-SS: Sie war von Beginn an ein politischer Verband, war ein fester Bestandteil des NS-Regimes. So trat sie auf, so handelte sie. Hauptsächlich verantwortlich für die Morde im Zusammenhang mit dem sogenannten, aber niemals realen, "Röhmputsch", zeigte sie schon früh ihre Treue zu Adolf Hitler. Davon wich sie bis 1945 nicht ab. Es ist kein Zufall, dass zu den letzten Verteidigern Berlins französische SS-Männer gehörten. Genau betrachtet war die Waffen-SS eine Privatarmee der NSdAP, der, wie so vielen Organisationen der Partei, mit der Zeit immer mehr staatliche Aufgaben übertragen wurden, ohne dass sie damit der Kontrolle des Staates unterlagen.

Dabei stellte sich die Waffen-SS von Beginn an als Elite dar, was man an ihren rigorosen Auswahlkriterien feststellen kann. Es bleibt die Frage, wie "Elite" im Sinne der SS definiert wurde. Doch Himmler hatte Pläne mit seinen bewaffneten SS-Leuten. Irgendwann sollten sie der Wehrmacht den Rang ablaufen, galt die Armee doch als klassischer Träger eines im nationalsozialistischen Sinne reaktionären Konservativismus, der ebenso wir der Kommunismus als ausgesprochener Feind der NS-Ideologie galt (auch wenn man sich dessen "nützlichen Idioten" gerne bediente) . Dies konnte jedoch nur geschafft werden, wenn sie ihre Rekrutierungsbasis vergrößerte, was wiederum ein Aufweichen der Aufnahmekriterien bedurfte. Letztlich griff man sogar auf Wehrpflichtige zurück oder Angehörige jener Völker, die im rassistischen Weltbild der SS weit unten rangierten. Das hatten Folgen für das Klima innerhalb der Verbände. Außerdem konnte von (rassischer) Elite nun keine Rede mehr sein.

Mit der Berufung zum Befehlshaber des Ersatzheeres - zuständig für die Ausbildungseinheiten im Reich - und der Einrichtung der ’Volksgrenadierdivisionen’, die disziplinarisch der SS unterstanden, erreichte Himmler den Zenit seiner militärischen Macht. Die Waffen-SS schien den Weg zu einer neuen deutschen Armee zu weisen.

Doch all das war nur möglich, weil das deutsche Reich eine Niederlage nach der anderen erfuhr. Der Aufstieg Himmlers und der Waffen-SS ist eng verbunden mit den militärischen Niedergang des Reichs. So wurde z.B. für das Jahr 1942 eine Haushalt vorgelegt, der mit einer erneute Verdoppelung der Truppenstärke der Waffen-SS plante. Dagegen konnte die Wehrmacht keinen Einspruch erheben. Aufgrund der immer kritischer werdenden Kriegslage, musste sie jedwede verstärkte Mobilmachung der Gesellschaft für den Krieg begrüßen. Das die Waffen-SS als Truppe und damit die SS als politischer Faktor davon profitierten, hatte einen einfachen Grund: Der Wehrmacht waren einfach die Argumente (Siege) ausgegangen.

Die politisch geschulten und ausgebildeten Männer der Waffen-SS folgten nicht der kalten militärischen Logik. Als der Wehrmachtsführung angesichts der sich häufenden Niederlagen die menschliche Behandlung selbst von sowjetischen Gefangenen opportun erschien, folgten die Männer der Waffen-SS immer noch ihren rassischen Ideen und handelten damit ganz im Einklang mit ihrem obersten Befehlshaber Adolf Hitler. So fielen SS-Verbände durch besondere Grausamkeiten auf, die gegen Kriegsende auch (ehemalige) Verbündete und Deutsche treffen konnten.
  Auf dem Koppelschloss eines jeden SS-Mannes stand der Wahlspruch der SS: "Meine Ehre heißt Treue." Der Wahlspruch der Waffen-SS lautete: "Den Tod nehmen, den Tod geben." Sie standen bis zum Schluss treu zu ihrem Führer und gaben den Tod jedem, der anders dachte. Eben darum war auch die Waffen-SS eine verbrecherische Organisation.




Literatur:
Die Literatur über die Waffen-SS ist sehr umfangreich - auch ohne die apologetische Erinnerungsliteratur oder verherrlichende Machwerke aus rechtslastigen Verlagen, zumeist aus der Hand von Schreibenden, die das Wort Autor kaum verdienen, geschweige denn, dass man sie Historiker nennt. Doch auch viele ältere Werke  entsprechen heute nicht mehr dem Stand der Forschung, wie z.B. Kogons "Der SS-Staat" oder Höhnes "Der Orden unter dem Totenkopf".  Es kommt noch hinzu, dass viele Interessierte besondere Schwerpunkte setzen. Wer sich z.B. hauptsächlich für die Kämpfe der Frontverbände der Waffen-SS interessiert, sollte am ehesten zunächst auf allgemein Darstellungen der Kämpfe zurückgreifen, denn allein methodisch betrachtet verfälscht ein Blick allein auf Waffen-SS-Verbände den Charakter der Schlachten, bzw. erschwert das Einordnen in die größeren Zusammenhänge der Kämpfe. Ein guter Ausgangspunkt für jene allgemeine Betrachtungen sind immer die entsprechenden Bände der Reihe "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg", dem deutschen Standartwerk über den Zweiten Weltkrieg.
  Ansonsten möchte ich hier vier, recht verschiedene Titel als Ausgangspunkt nennen:


-) Knopp, Guido; (Hrsg.); Die SS. Eine Warnung der Geschichte, München 2003

Der moralisierende Titel sollte nicht abschrecken. Die Beiträge stammen von namenhaften Historikern (z.B. Longrich, Neitzel). Das Buch gibt auch keinen vollständigen Gesamtüberblick - das ist auch nicht sein Anspruch -, sondern konzentriert sich auf einige wichtige Aspekte.

-) Wegner, Bernd; Hitlers politische Soldaten, Die Waffen-SS 1933–1945: Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite; ND Paderborn 2010

Bereits in der 9. Auflage, ist die Dissertation des Autors aus dem Jahre 1980, bis heute unverzichtbar. Objekt der Analyse war in erster Linie das höherer Führerkorps der SS. Ein Standartwerk, dass sich jedoch eher an den historisch Gebildeten, bzw. ernsthaft Interessierten wendet.

-) Longerich, Peter; Heinrich Himmler, Eine Biographie, München 2008

Heinrich Himmler war nicht einfach nur der oberste Vorgesetzte einer Organisation (wie z.B. von Brauchitsch der Oberbefehlshaber des Heeres). Himmler war die prägende Gestalt der SS, von den kleinen Anfängen bis zum blutigen Ende, hat selbst immer wieder, zumeist eskalierend, in das alltägliche Wirken "seiner" Organisation eingegriffen. Ohne ein Verständnis von Heinrich Himmler ist ein Verständnis der SS unmöglich.

-) Bremm, Klaus-Jürgen; Die Waffen-SS, Hitlers überschätzte Prätorianer; Darmstadt 2018

Dem Autor gebührt die Ehre, sich als Erster an einer zusammenhängenden und unabhängigen Bewertung der militärischen Leistungsfähigkeit der Waffen-SS gewagt zu haben. Es ist zu hoffen, dass dieser Monographie noch weitere Einzelstudien folgen.

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

Habe ich etwas weggelassen? Auf jeden Fall!


* = Standarte ist der SS-Begriff für ein Regiment
** = Sturmbann ist der SS-Begriff für ein Bataillon
*** = LAH ist die allgemein übliche Abkürzung für die ’Leibstandarte Adolf Hitler’
**** = SS-Führer, bzw - Unterführer ist der SS-Begriff für Offiziere bzw. Unteroffiziere


Dieser Essay wird laufend erweitert, ohne dass er dabei seinen Überblickscharakter verlieren soll.


 
 

Kommentare zu diesem Text


BellisParennis
Kommentar von BellisParennis (06.10.2014)
Echt interessant!
LG Carsten
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 06.10.2014:
Bedankt.
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Kommentar von Graeculus (69) (06.10.2014)
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 06.10.2014:
Geändert.
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Graeculus (69) schrieb daraufhin am 06.10.2014:
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WortGewaltig
Kommentar von WortGewaltig (06.10.2014)
Ich hab mal empfohlen da Wissen über die SS heute verloren geht. Die Mystifizierung dieser Einheit lässt vieles verloren gehen was tatsächlich passiert ist. Dazu haben im übrigen auch die Amerikaner beigetragen da sie die Symbole gern als Trophäen hatten. Und wenn es schwere Abwehrkämpfe gab waren es in deren Berichten fast immer SS-Verbände und Tigerpanzer gegen die sie kämpften. Sachliche Berichte sind selten. LG
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 06.10.2014:
Datum unter dem Titel 'Krieg und Mythos'.
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Kommentar von Inis (48) (06.10.2014)
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 06.10.2014:
Die Schublade des Von-nix-ne-Ahnung aber-zu-allem-ne-Meinung hast du auf jeden Fall schon mal bedient. Ist aber auch kein Wunder, wenn man die seichte Berieselung der Sat1/ProSieben-Gruppe vorzieht.
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Inis (48) meinte dazu am 06.10.2014:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 06.10.2014:
Kommentare von vorurteilsbeladenen Menschen wie dir braucht kein Mensch. Darum würde ich dich bitten, das kommentieren meiner Texte demnächst zu unterlassen.
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Inis (48) meinte dazu am 06.10.2014:
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Graeculus (69) meinte dazu am 06.10.2014:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 06.10.2014:
Ergänzungen sind natürlich in vielfältiger Art möglich. Eine Geschichte der Waffen-SS in 2.000 Worten offenbart mehr Lücken, als das sie sie zu schließen vermag.

Zu 1.) Du sprichts von der Stoßtrupptaktik. Die hatte Hausser gegen Ende des Ersten Weltkrieges kennengelernt und er übertrug sie auf die Waffen-SS. Allerdings war sie da schon in der Reichswehr/Wehrmacht längst gebräuchlich. Zu Beginn des Krieges beherrschte sie allerdings nur die von Felix Steiner geführte Standarte 'Deutschland'. Der Kommandeur der Standarte 'Germania' Demelhuber wurde z.B. wegen der katastrophalen Leistungen seiner Truppe im Manöver noch vor Kriegsausbruch abgelöst. Und auch die 'Deutschland' kämpfte im Polenfeldzug im Rahmen der sogenannten Panterdivision 'Kempf' nicht sonderlich erfolgreich, was (auch) an ihrer Todesverachtung lag. Die Waffen-SS lernte die kalte militärische Logik unter blutigen Umständen.

Noch ein Beispiel für die große Heterogenotät innerhalb der Waffen-SS. Zu Generalstabslergängen schickte sie ihre Offiziere zur Wehrmacht (weil der SS eigene Generalstabslergänge verboten waren). Dabei zeigten sich folgende Ergebnisse: Einige wenige SS-Führer schlossen weit über dem Durchschnitt ab, die meisten unter dem Durchschnitt.

zu 2.) Paul Hausser ist in der Tat eine interessante Figur. Allerdings fiel sein Name dem Rahmen und der Absicht des Textes zum Opfer, denn das Thema sollte in erster Linie systematisch und verallgemeinernd dargestellt werden. Wie bereits oben gesagt: Lücken musste ich in Kauf nehmen.

Es wären sicherlich auch noch andere Figuren erwähnenswert gewesen, wie z.B. Dietrich, Steiner, Bittrich, Fegelein oder Reder.

zu 3.) Es gibt unzählige Massaker der Waffen-SS. Ich habe solche herausgesucht, die mir derart erschienen, dass sie den Leser zum Nachdenken anregen. Es mag ein Vorurteil von mir sein, aber ich habe mit voller Absicht auf solche in der Sowjetunion verzichtet, weil Frankreich, Italien und Polen uns naher liegen.

zu 4.) Hierbei handelt es sich in der Tat um eine schwierige Frage und ich verstehe deinen Standpunkt und deine Einwände. Darum möchte ich dir in einigen Punkten erläutern, weshalb ich die Einschätzung der Waffen-SS als verbrecherische Organisation für begründet halte.

*) Zunächst einmal ist es meinerseits eine historische Einschätzung der Organisation an sich. Schon die Zwangsrekrutierten sprechen dafür, denn das pressen von Männern in den Dienst ist - auch schon in der Mitte des 20. Jhd. - ein Verbrechen.

*) Die Sache wird noch deutlicher, wenn man deine Frage umdreht: Ist eine Organisation nur dann verbrecherisch, wenn alle ihre Mitglieder verbrecherisch handeln? Ist ein KZ kein verbrecherischer Ort, weil es dort Köche und Ordonanzen gab, die keiner Fliege ein Haar krümmten?

Ich denke, die Antwort lautet: Nein.

Die Waffen-SS war Teil der SS und wie diese zu verbrecherischen Zielen gegründet worden. Diese verfolgte sie mit verbrecherischen Methoden. Dabei kämpften sie AUCH wie 'normale' Soldaten.

*) Ich denke, es ist auch ein falscher Schluss, wenn man animmt, dass alle Mitglieder der Waffen-SS aus dieser Berurteilung Verbrecher waren. Hier betreten wir nämlich das Feld der individuellen Verantwortlichkeit. Aufgrund der Geschehnisse im WK II wurden die Genfer Konventionen dahingend geändert, dass eine kollektive Schuld (und damit: Bestrafung) nicht rechtens ist.

Bei der Waffen-SS gilt es in diesem Zusammenhang festzustellen, dass ihre Ausweitung gegen Ende des Krieges ihren Charakter verwässerten - eine Tatsache die alte SS-Männer äußerst kritisch betrachteten, legten sie doch eigentlich Wert auf ihre elitäre, menschenverachtende SS.

Das man bei dabei auf große Probleme stößt, zeigt die Geschichte der elsässischen und lothringischen SS-Männer. Nach dem Krieg war natürlich jedem im Frankreich klar, dass diese in den Dienst gezwungen worden waren, was diese auch eifrig behaupteten. erst seit wenigen Jahren wächst in Frankreich die Einsicht, dass vielleicht doch nicht alle dieser Männer (das gilt auch für jene, die in der Wehrmacht waren) den Dienst gegen ihren Willen verrichteten. Aber genau aus solchen Gründen ist eine genaue Aufarbeitung von Nöten.

Danke für deine ausgiebige und sachliche Beschäftigung mit dem Text.

TB
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 07.10.2014:
Noch eine Anmerkung zu 4.)

Das die Waffen-SS eine verbrecherische Organisation war bedeutet NICHT, dass jeder, der in ihr diente, ein Verbrecher war. Aber es bedeutet, dass jeder von ihnen eben eine verbrecherischen Organisation diente, unabhängig von seinen Absichten und seinen Taten.
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Graeculus (69) meinte dazu am 07.10.2014:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 07.10.2014:
Es geht heute aber nicht um eine juristische, sondern um eine historische Beurteilung. Und mit den heutigem wissenschaftlichen Ergebnissen, ist die Beurteilung - eben wegen dem besseren Wissen - aufrechtzuhalten.
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Graeculus (69) meinte dazu am 08.10.2014:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 08.10.2014:
Ich bin fern davon entfernt, deinem Nachbarn etwas zu unterstellen, vor allem, da er nicht der einzige war, der Schwierigkeiten hatte einzusehen, dass er nicht dem 'Vaterland', sondern einem verbrecherischen System gedient hat - Waffen-SS hin, Wehrmacht her.

Allerdings ist z.B. mittlerweile klar herausgearbeitet worden, das die Waffen-SS politisch durchgeformt war durch weltanschauliche Erziehung, das "nicht das gleichnamige Lehrfach gemeint [war] (das später in „weltanschaulicher Schulung“ umbenannt wurde), sondern ein fachübergreifendes pädagogisches Prinzip." (Quelle: Wiki - SS-Junkerschulen). Und das galt eben auch für die Mannschaften. Die Männer der Waffen-SS waren eben politische Soldaten ganz im Sinne des Nationalsozialismus. (Dazu immer noch aktuelle:
-) Wegener, Bernd; Die Waffen-SS, Hitlers politische Soldaten - auch wenn er den Fokus auf die höheren SS-Führerränge legt (und es nicht unbedingt ein Vergnügen ist, es zu lesen, aber man gewöhnt sich an den Stil)
Es gibt mittlerweile eine vergleichbare Arbeit für die unteren Ränge, deren Autor mir jetzt aber nicht einfällt und ich gebe zu, dass ich sie auch nur Abschnittweise gelesen habe, auch wegen ihrem enormen Umfang.)

Noch zwei Anmerkungen:
-) Die Einschätzung der SS (und damit auch der Waffen-SS) war sicherlich nicht der größte Fehler in den Nürnberger Prozessen.
-) Wenn du Zeit und Lust hast und dich überwinden kannst - ich weiß ja, dass du hier nicht gerne Längeres ließt, möchte ich dir meinen Romen  "Ein Leben, eine Lüge, eine Wahrheit" empfehlen, weil es da um viele Dinge geht, die wir hier besprochen haben. Ich hoffe du verzeihst mir meine schamlose Eigenwerbung. ;-)
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Graeculus (69) meinte dazu am 08.10.2014:
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Veröffentlicht am 06.10.2014, 29 mal überarbeitet (letzte Änderung am 02.11.2018). Dieser Text wurde bereits 3.529 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 12.12.2018.
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