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Weltenwanderer

Skizze zum Thema Schmerz


von Ginkgoblatt

Bald werde ich wieder gehen müssen, damit die Menschen ihr Leben weiterleben können. Das ist scheinbar der einzige Sinn meines Lebens. Ich bin ein Weltenwanderer. Jedem neuen Ankommen geht ein Gehen voraus, ein schmerzlicher Abschied. Durch finstere Schluchten irrend, stolpernd.  Heimatlosigkeit zehrt an meinen Kräften. Manchmal komme ich wieder in lichte Wälder und die Menschen freuen sich, mich getroffen zu haben, aber sie wissen nicht woher ich komme und wohin ich gehe. Es gibt für mich kein zu Hause. Es gibt für mich ein da-sein, aber kein Dasein, ich fülle nur in den verschiedenen Welten einen Platz auf Zeit aus. Die Menschen mögen nicht mich - sie mögen das, was ich manchmal bin und sie mögen die Bereicherung, die ich manchmal für sie bin. Aber das bin nicht ich. Sie mögen nicht die Abgründe, die mein Herz zerfetzt haben, die meine Träume fern des Lichtes ertränken, sich mögen nichts von der Krankheit, die darauf lauert, auch das letzte Positive mit einem grandiosen Feuerwerk der Stille zu zerstören und gerade so viel übrig zu lassen, dass es zum
Existieren reicht.  Sie mögen das Schöne, den Glanz in meinen Augen, das Lachen, das Mitreißende, das ein Herz erfüllen kann, aber sie mögen nicht mich. Denn das bin ich nicht [mehr].

Ich bin eine verloren-Gegangene. Ich bin überall und eigentlich nirgendwo mehr. "Und was nützt uns die Erkenntnis, dass was Heimat war jetzt fremd ist?", "Ich hab' den Verstand verloren.""Und wir rennen um unser Leben, Du davon und ich entgegen"; "das Zerbrechen letzenendes" (Jupiter Jones, -Und dann warten-). Überall ist ein Stück von mir zurück geblieben und jetzt fehlen mir die Puzzleteile, mich zusammen zu setzen.

Ich will das schon lange nicht mehr, aber ich kann es nicht durchbrechen. Die Menschen sagen, genieß das Leben, du bist wichtig. Aber vielleicht meinen sie nur, du bist temporär für mich wichtig? Temporär. Es geht gar nicht um mich. Nie. Aber um dieser Erkenntnis fern zu bleiben, wird so
vieles ineinander geflochten. Für die anderen Menschen bin ich vielleicht eine Art "Botschafter anderer Welten“, aber diese "Aufgabe" ist mein Verdammnis. Manchmal frage ich mich, was ich verbrochen habe, dass ich diese Existenz mit Größe tragen soll? Darauf wissen auch Tolle oder Dyer keine Antwort. Keine Antwort ist das, was mir entgegen schlägt, wenn ich mich öffne. Die Menschen blicken nicht gerne in Abgründe, dessen Boden unerreichbar ist, denn es konfrontiert sie mit ihrer eigenen Angst. Aber ich blicke von unten hoch und hoffe auf einen Blick, auf ein Wort, auf eine Berührung, auf ein Gemeinsam.

Die Menschen sagen, du musst es in dir finden, der Frieden kann nur aus dir selber kommen, aber sie vergessen, dass mein Innerstes lichterloh brannte und die Asche erstickt, was zu entgehen versucht. Sporadisch entfliehe ich dem, um dann die Trauer zu tragen, dass ich ein Weltenwanderer bleibe.

Ich stehe jeden Tag auf, um mich durch die Finsternis zu kämpfen, und mit der Hoffnung diesen Schmerz nur für ein paar Minuten zu entgehen. Achtsam mit den Momenten umzugehen, die mich
kurzzeitig vergessen lassen - dass ich bin, ohne zu sein. Für immer. Ich bin dankbar für diese Momente, in denen ich an den Schönheiten des Lebens Anteil nehme und wenn sie auch noch so kurz sind, an dem freien Tun eines zerrissenen Herzens. Dafür bin ich dankbar. Es würde mir fehlen, etwas Verrücktes zu tun und in die entsetzen Gesichter der anderen Menschen zu blicken. Dieses befreiende Lachen aus meiner Kehle würde mir wirklich fehlen.

Anmerkung von Ginkgoblatt:

vom 20.02.2015



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Kommentare zu diesem Text


Nachtpoet
Kommentar von Nachtpoet (21.02.2015)
Tja, ein sehr eindringlicher Text Coline. Solche Gedanken habe ich auch manchmal, wenn ich mit Leuten spreche, die ein hartes Schicksal haben. Der Außenstehende kann gute Ratschläge geben. Er will keine Abgründe um sich herum, will Happy End. Für dich ist ein Happy End immer nur ein temporärer Erfolg. Ich habe z.B: mal daran gedacht, was ich auf die Feststellung eines Selbstmörders, den ich davon abhalten will, es zu tun, antworten soll, wenn er mir sagt: "Du willst doch gar nicht MICH davon abhalten, du willst doch nur DEINE Person als großen Retter sehen und blos kein Drama um dich herum haben." Vor diesem Argument hätte ich Angst, denn es würde mich schnell entwaffnen. Aber es muss gar nicht so krass sein. Alleine das Schicksal eines anderen zu beurteilen und ihm Ratschläge geben, ist schon eine große Schwierigkeit.

Was kann ich dir aber trotzdem sagen?
Dass ich dir Kraft wünsche.
Und zwar eine ordentliche Portion davon

Liebe Grüße
Ralf
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Ginkgoblatt meinte dazu am 21.02.2015:
Hallo Ralf,
dein Kommentar ist auch eindringlich und stelle mir so ein Gespräch schwierig vor, weil es überall Minen gibt. Ratschläge, Meinungen, all jene Worte, die Hilfe bieten sollen, können doch wie weitere Schläge sein und die Hoffnungslosigkeit verstärken. Aber es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich kümmern wollen, die zuhören wollen. Das hilft manchmal schon für einen kurzen Moment dem Schmerz nicht alleine ausgeliefert zu sein.

Und Kraft ist immer gut. UND: Das Wunder, das ich erlebe, ist, dass ich immer noch strahlen kann und das immer wieder. Als ob sich als der Schmerz, all die Tränen zu einem Kristall des Lichtes verbinden. Und das ist wirklich ein Wunder, das ich nicht begreifen kann... "Es gibt so viel mehr, als das Herz je begreifen vermag." (aus Stille von Coline)

Danke dir, lieber Ralf. Lieben Gruß, Coline
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CoffeeTin (34) antwortete darauf am 22.02.2015:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Ginkgoblatt schrieb daraufhin am 22.02.2015:
Hallo CoffeeTin,
wer entscheidet ob das Drama manipulativ ist oder nicht? Wenn du mit dieser Einstellung, die du hier in Worte gefasst hast, auf einen lebensmüden Menschen triffst, sind Verständnisprobleme doch vorprogrammiert. Oder willst du schon von vorne herein einen Stempel aufgedrückt bekommen, für etwas das du tust, ohne das der andere Mensch dich und deine Beweggründe kennt oder bereit ist, sie ohne negativ-bewertenden anzuhören?

Ich habe vor Menschen Respekt, dass sie sich zutrauen, sich in solche Extremlagen des menschlichen Fühlens zu begeben. Das ist ehrenwert. Ich glaube, es stoßen verschiedene Erwartungen zusammen und zwar auch vom Helfer! Und ich glaube, dass es tatsächlich so ist, da der Verstand vom schmerzlichen Fühlen überlagert ist, dass Worte noch so gut gemeint sein können, aber ihr Ziel vollkommen verfehlen und somit auf beiden Seiten Wut und Unverständnis hinterlassen.

Mein Kommentar soll nicht den Suizidanten in Schutz nehmen und er ist auch nicht negativ gemeint. Nachdenkliche Grüße, Coline
(Antwort korrigiert am 22.02.2015)
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CoffeeTin (34) äußerte darauf am 22.02.2015:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Ginkgoblatt ergänzte dazu am 22.02.2015:
Vielleicht führt es dazu, die (eigenen) Grenzen besser wahrnehmen zu können und auch die von Worten. Lieben Gruß, Coline
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (21.02.2015)
Viele wollen nur den 'leichten Teil' eines Menschen. Das tut nicht immer gut, aber vielleicht zeigt es einem deutlich, auf wen man sich nicht verlassen kann.
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BellisParennis (49) meinte dazu am 21.02.2015:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Ginkgoblatt meinte dazu am 21.02.2015:
Das stimmt - danke euch beiden. Das zeigt es auf eindrucksvolle und ehrliche Weise. Lieben Gruß, Coline
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princess
Kommentar von princess (21.02.2015)
Manchmal frage ich mich, was ich verbrochen habe, dass ich diese Existenz mit Größe tragen soll? Darauf wissen auch Tolle oder Dyer keine Antwort.

Tolle würde wahrscheinlich sagen: "Solange du die Qualität deiner Existenz auf ein Verbrechen zurückführst, solange glaubt dein Kopf die Geschichte, die er dir über dich selbst erzählt. Aber das bist nicht du."

Nur ein Versuch. Ich bin ja schließlich auch nicht Tolle.

Liebe Grüße
Ira
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Ginkgoblatt meinte dazu am 21.02.2015:
Hallo Ira,
so würde wohl Tolle sprechen - es ist ein guter Gedanke. Aber manchmal frage ich mich das wirklich, in alle der Zeit, die hinter mir liegt. Aber du hast einen guten Gedanken in Worte gefasst! Vielen lieben Dank, Coline
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Sternenpferd
Kommentar von Sternenpferd (21.02.2015)
Es würde mir fehlen, etwas Verrücktes zu tun und in die entsetzen Gesichter der anderen Menschen zu blicken. ...

genau so "!"



lg m.
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Ginkgoblatt meinte dazu am 21.02.2015:
Dieses Gefühl ist mehr als ein Lachen des Momentes. Danke dir! Lieben Gruß, Coline
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Ginkgoblatt
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Veröffentlicht am 21.02.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 21.02.2015). Textlänge: 574 Wörter; dieser Text wurde bereits 866 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 07.10.2019.
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