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Roman


von AnastasiaCeléste

Ein paar Stunden später saß Ave dem Menschen gegenüber, der für den Großteil von Corvins Alkohol Lieferungen verantwortlich war.
Ave befanden sich knapp hundert Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt. Ein merkwürdiges Gefühl hatte ihn deswegen befallen. Immer wenn er sich außerhalb der Stadt befand, überfielen ihn kleine, mutig drängende Gedanken, alles hinter sich zu lassen, einfach nicht mehr zurückkehren. Dann würde er jedoch zum ewig gejagten werden. Ein Zustand, der seinen Jetzigen nicht wirklich verbessern würde. Ganz davon zu schweigen, dass er Asher zurücklassen müsste und Cat..
Und da war Colby, der er noch etwas schuldig war - Ihre Freiheit.
Der Lieferant, war ein kleingewachsener Mann, mit einer recht auffälligen Physiognomie.
Seine Augen traten etwas zu sehr aus den Augenhöhlen. Das hagere Gesicht war furchig und hatte Ecken und Kanten. Kurz gesagt, er fiel irgendwie auf.
Ave hatte es geschafft, ihm mit wenigen Worten zu erklären, wo das Problem lag, warum er ihn aufgesucht hatte und dass er nicht vorhabe, ihn mit Gewalt von seinem Vorhaben abzuhalten. Er erzählte ihm von der Situation in der Stadt, den Chips, den Unruhen und davon, dass es wohl ziemlich bald zu Veränderungen der einen oder anderen Art kommen würde.
Nach der anfänglichen Panik, als er Ave gesehen hatte, hörte der Mann dem Ganzen aufmerksam zu, nickte ab und an und schien sich Gedanken über all das zu machen.
„Ich schlage vor“, begann Ave abschließend, „dass du weitermachst. Beliefere Corvin noch ein paar Wochen und warte ab, wie sich die Situation entwickelt.“  Ave beobachtet seinen Verhandlungspartner. „Zieh nicht unnötig seine Aufmerksamkeit auf dich. Er wird nicht mehr Geld rausrücken, aber ich denke, das ist die klügste Lösung, vorerst. Du weißt, dass du nicht so einfach abhauen kannst. Er würde dir seine Leute auf den Hals hetzen. Und ich bin heute hier, um das zu verhindern.“ Nach einer Weile der Bedenkzeit, stimmte der Lieferant Aves Vorschlag zu. „Mutig von dir“, pflichtet er Ave bei. „Dass du gegen ihn steuerst und die Leute verschonst. Du treibst da ein gefährliches Spiel, aber das weißt du selbst. Ich danke dir jedenfalls für die Informationen. Wollen wir hoffen, dass Corvin möglichst bald in seine Schranken gewiesen wird!“ Bei dem letzten Satz zwinkerte er verschwörerisch und reichte Ave zum Abschied anerkennend die Hand.
Auf dem Rückweg ließ Ave die letzten Wochen Revue passieren. Er hatte seine Loyalität zu Corvin schon mächtig untergraben. Mehrere Menschen hätten durch seine Hand den Tod finden sollen, wenn es nach Corvin ging. Stattdessen liefen sie irgendwo da draußen herum und redeten vielleicht mit den falschen Leuten. Ein Spiel mit dem Feuer, durch und durch.
Die Sonne hing schon tief am Himmel, als Ave den Chevy in den Hinterhof fuhr. Der Tag hatte ihn geschafft. Er sehnte sich nach eine ausgiebigen Dusche und wollte nur noch ausruhen. Gedanken sortieren und abschalten, so gut es jedenfalls ging.
Als Ave den Wagen abschloss, nahm er etwas im Augenwinkel wahr. Eine reglose, dunkle Gestalt, an der Einfahrt zum Hinterhof.
Als er hinschaute war sie verschwunden. Ave zog seine Beretta und lief ins Haus. Durch den Hintereingang sprintete er zum vorderen Eingang und warf zuerst einen vorsichtigen Blick aus dem kleinen Türfenster. Nichts zu sehen.
Er trat durch die Tür und sah sich um, die Waffe im Anschlag. Die Straße war still und leer. Er nahm an, jemanden in der Ferne laufen zu hören, hallende Schritte, irgendein Geräusch. Aber neben den alltäglichen Stadtgeräuschen, konnte er nichts Ungewöhnliches ausmachen.
Er gab sich geschlagen, ging wieder hinein, hinauf in die Wohnung. Er hätte sich mittlerweile daran gewöhnt haben müssen, an das Gefühl, seit längerem beobachtet zu werden, aber er war es nicht. Beobachten gehört zu seinen Überlebensstrategien. Beobachtet zu werden war eine Sache, die ihn rasend machte. Mittlerweile war er überzeugt davon, dass wenn diese Person oder die Personen, die ihn beobachteten, ihm etwas Böses gewollt hätten, dann hätten sie es längst getan. Nur worauf warteten sie?
Wenn Ian ihm nicht vor kurzem von seiner merkwürdigen Begegnung mit dieser jungen Frau erzählt hätte, hätte er mittlerweile schon geglaubt, er sei verrückt. Einbildung. Seine überreizten Nerven würden ihm Streiche spielen, irgendetwas in der Art.

Nachdem Ave kurz mit seinem Bruder und Cat gesprochen hatte, schloss er sich im Bad ein und genoss die wohltuende Wärme einer heißen Dusche. Während das Wasser minutenlang auf ihn niederprasselte, spürte er, dass er langsam zur Ruhe kam. Seine Muskeln wurden locker. Das Pochen in seinem Kopf schwoll ab. Das Erlebte des Tages verschwand wenigstens für diesen Moment in den Hintergrund. Er wünschte sich mehr von dieser Ruhe, diesen Augenblicken des Stillstands und des Durchatmens.
Er war eigentlich längst fertig, aber das Gefühl des warmen Wassers auf der Haut, hielt ihn wie hypnotisch gefangen.
Er schloss die Augen, legte den Kopf in den Nacken und stellte sich direkt unter den Wasserregen. Das hatte er als Kind schon gern getan. Seine Mutter hatte ihn früher eine Wasserratte genannt. Sobald er einen Pool oder ein Schwimmbad sah, war er Feuer und Flamme. Wie oft hatten seine Eltern ihn ermahnen müssen, nicht solang im Wasser zu bleiben, oder der Familie nicht das ganze warme Wasser weg zu duschen.
Während Asher bei Regen lieber im Haus blieb, hatte er sich seine Regenjacke und Gummistiefel geschnappt und verschwand in den Garten, um sich an dem Gefühl des kitzelnden Regens im Gesicht zu freuen.
Die Kindheit – er hatte nichts missen müssen. Asher und er genossen eine sorgenfreie Zeit, als Kinder einer gut situierten Familie. Der Vater Chefarzt und Chirurg, die Mutter ehemalige Assistentin am Gerichtshof. Es war einfach perfekt. Manche hätten Sie Bilderbuchfamilie genannt. Als sie älter wurden und Ave zur Army ging und sich dort ein paar Jahre verpflichtete, war das eine schwere Probe für die Familie. Asher und er hatten immer eine starke Bindung zueinander gehabt. Er wollte ihn am liebsten nicht mehr gehen lassen, wenn er alle paar Wochen für ein paar Tage heim kam. Seine Mutter hatte große Schwierigkeiten damit, ihren ältesten Sohn ziehen zu lassen, aber sie war genauso stolz auf das, was er tat.
Ihr Vater hatte immer gehofft, dass seine Söhne mal in seine Fußstapfen treten würden. Aber die Medizin konnte er Ihnen nie richtig schmackhaft machen.
Eine Salve dumpfer Geräusche holte ihn aus seinen Erinnerungen zurück.
Sofort war er hellwach. Er schaltete das Wasser ab, woraufhin weiterer Krach folgte. Ave identifizierte es sofort als Schüsse. Es hörte sich so gedämpft an, dass er wusste, dass sie nicht in unmittelbarer Nähe abgefeuert wurden. Aber dass er sie hörte, reichte, um ihn zu beunruhigen.
Er fischte sich sein Handtuch von der Heizung, schlang es sich um die Hüfte und eilte in den Flur. Dort traf er Cat und Asher. „Das schien unten von der Straße zu kommen“, flüsterte sein Bruder, als fürchtete er, dass man ihn am Ort des Geschehens hören könnte.
Automatisch gingen sie zu Cats Zimmer, von dem aus man den besten Überblick hatte. Ave signalisierte den Beiden, an der Zimmertür zu warten.
Ave schlich zum Fenster und wagte einen Blick hinaus. Erst als er sein Gesicht an die Scheibe legte, konnte er am Ende der Straße ein Teil des Wachpostens erkennen, an dem ein Dutzend Menschen, wie aufgescheuchte Hühner, herumliefen und schrien. 
Die Szene lag im Halbdunkel, aber die dunklen Schatten auf dem Boden ließen keine Zweifel übrig, über das, was dort gerade passiert war.
Erneut fiel ein Schuss.
Sofort kehrte Ruhe unter den Menschen dort ein. Sie erstarrten in ihrer Bewegung und schienen dann langsam den Rückzug anzutreten.
Ave hatte genug gesehen.
„Ärger an der Straßensperre. Ein Paar scheinen getötet worden zu sein“, berichtete er knapp und emotionslos. Die anderen beiden sahen sich sorgenvoll an.
Ave schob sich an ihnen vorbei und verschwand in sein Zimmer. Er hatte keine Lust über den Vorfall zu reden. Jeder von Ihnen wusste, was unausweichlich war. Es brachte keine Lösung, sich ständig über das, was eintreten wird zu sinnieren.
Er trocknete sich ab, schlüpfte in weite Klamotten und machte es sich auf seinem Bett bequem. Er hob seine Funkkopfhörer vom Fußboden neben dem Bett auf und begab sich mit ein paar Klicks seiner Fernbedienung in die Sphären brachialer Rock Musik.
Dies war eine andere Art Ruhe für ihn. Mit geschlossenen Augen lag er ausgestreckt da und ließ sich von der Musik mitreißen. Sie durchströmte ihn, wie Sauerstoff, schenkte Frieden und Gelassenheit. Sollten sie sich da draußen doch alle gegenseitig umbringen, solange er und Asher, Cat und Colby und natürlich Ian überlebten.

 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (14.03.2015)
Zum ersten Mal habe ich "etwas zu meckern". Dabei geht es nicht um deinen Stil. Aber der letzte Teil endete mit der Aussicht, dass nun Dinge geschehen. Und ich finde, dass du dieses "Versprechen" nicht ganz einlöst.

Na, bist ja selbst schuld, wenn du die Latte so hoch hängst!

TB
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AnastasiaCeléste meinte dazu am 14.03.2015:
Geduld, geduld ;)

Danke für deinen "Kritik".
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Das Spiel der Macht.
Veröffentlicht am 10.03.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.03.2015). Textlänge: 1.392 Wörter; dieser Text wurde bereits 702 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.06.2021.
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