Diffuses göttliches Wirken

Erörterung zum Thema Gott

von  loslosch

Ille ipse omnium conditor et rector scripsit quidem fata, sed sequitur; semper paret, semel iussit (Seneca, um die Zeitenwende bis 65 n. Chr.; De providentia). Jener Gründer und Lenker des Alls hat zwar selbst die Gesetze geschrieben, aber er befolgt sie (auch); stets gehorcht er, einmal (nur) hat er sie befohlen.

Seneca differenziert, mal spricht er von den Göttern, mal von Gott. Im Singular kommt er zum Grundsätzlichen. Hier zeigt sich die Mühe schon des antiken Menschen mit dem höheren Wesen. Dieses göttliche Prinzip hat alles in Gang gesetzt, überlässt es sich dann selbst und weiß (in Sonderheit nach christlichem Verständnis) sogar um das Zukünftige. Allein, so ist kein rationaler Zugang des Menschen zu diesem überirdischen Wesen möglich. Hier versuchen die kunstvollen Sätze Senecas, das Irrationale zugänglich zu machen. Etwa so: Der oberste Chef hat ein System entwickelt und ordnet sich diesem unter. Er ist allzeit zugegen, kümmert sich aber nicht, mischt sich nicht ein und mischt zugleich als Teil des Systems mit. Vor allem pantheistisches Denken.

Keine Beobachtungsaussage, die an der Realität scheitern könnte.

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Kommentare zu diesem Text

Graeculus (69)
(19.03.15)
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 loslosch meinte dazu am 19.03.15:
dass gott (sol) sein erscheinen auch noch ankündigt, ist dann doch zu viel des guten, käme bei den überzeugten gleichwohl gut an.

 TrekanBelluvitsh (19.03.15)
Bei dem ersten und letzten Teil würden Xenophanes und Spinoza herzlich lachen.
Nur zur Erinnerung: Xenophanes ist der mit dem Pferden. Spinoza hat ihn im 17. Jhd. paraphrasiert, indem er sagt: "Der Gott eines Dreiecks ist ein Dreieck." Nicht so schön wie die Sache mit den Pferden, dafür etwas abstrakter
Das Gott, bzw. das, was er Gott nennt, den Gesetzen der Natur - Spinoza benutzt die Worte 'Gott' und 'Natur*' synonym - folgen muss, dem hätte Spinoza ebenso herzlich zugestimmt.

P.S.: Lustigerweise versuchen aufgeklärte Juden, die Aufhebung des Bannes gegen Spinoza zu erreichen und in so wieder in die jüdische Familie auszunehmen. Sie scheinen ihn nicht verstanden zu haben. Wie dem auch sei, die orthodoxen Juden haben das bis heute mit Erfolg verhindern können.

*'Natur' ist hier nicht Flora und Fauna etc. sondern die Gesetzmäßigkeiten in der Natur. Nicht umsonst waren und sind Naturwissenschaftler wie Einstein von Spinoza begeistert.

 loslosch antwortete darauf am 19.03.15:
der mit den pferden ... denkse! das volle zitat:

"Wenn Kühe, Pferde oder Löwen Hände hätten und damit malen und Werke wie die Menschen schaffen könnten, dann würden die Pferde pferde-, die Kühe kuhähnliche Götterbilder malen und solche Gestalten schaffen, wie sie selber haben."

ich halte xenophanes für bedeutender als spinoza mit seinem pantheistischen ansatz. dass einstein von spinoza begeistert war, überrascht mich. albert war zweifellos beeindruckt von strukturellen symmetrien des alls, knüpfte aber keine folgerungen daran.
JamesBlond (63)
(19.03.15)
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 loslosch schrieb daraufhin am 19.03.15:
damit kann ich leben.

die gottesforscher aller zeiten bemühen sich zumindest sublim, das irrationale zugänglich zu machen.

"Den Widerspruch, warum der Programmierer seinem eigenen Programm so brav gehorcht, löst erst Spinoza, indem er Programmierer und Programm zur Einheit erklärt." - schön gesagt.
Angelika Dirksen (62)
(19.03.15)
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 loslosch äußerte darauf am 19.03.15:
(im hintergrund spricht froböse.)

zu eccles fand ich:

"Trotz eines enormen Respekts vor seinem wissenschaftlichen Lebenswerk wird Eccles’ Position zum Leib-Seele-Problem, aus der er auch Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod schöpfte, heute zumeist als unplausibel betrachtet[4] und als Beispiel dafür gesehen, wie stark das Denken vieler Hirnforscher von religiösen Überzeugungen und von einem interaktionistischen Dualismus im Sinne René Descartes geprägt sei.[5]" (wiki.)

die junge frau - die alte frau: ein uralter optischer trick. ich sah die alte frau damals, etwa 1970, als ebenbild meiner schwiegermutter. da war der ehefrieden gestört.

ich bleibe realist. danke für die abendliche entspannung. lo

 loslosch ergänzte dazu am 19.03.15:
kritik zu froböse:

 hier.

der mann scheint geschäftstüchtig zu sein.
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