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Das Epigramm ist eine besondere Form der Gedankenlyrik, ein zweizeiliges Gedicht, das eine Aussage in prägnanter und... weiterlesen
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Einblicke - Ein Hexenstück

Drama zum Thema Wunder


von HarryStraight

9 Personen, 5 Schauspieler:
Matthias die Hexe
die Freundin
Der F. (F wie Flüsterer, kann abwechselnd gespielt werden von verschiedenen anderen Rollen)
das fremde Mädchen (in der Straßenbahn)
zwei kleine Kinder (Rebecca und Chris, können doppelt besetzt werden mit Freundin und fremden Mädchen.)
zwei Vögel (Amsel und Meise, ein Vogel kann doppelt besetzt werden mit einem F)
Patientin (doppelt besetzbar mit dem fremden Mädchen)


(Wohnzimmer: Matthias und seine Freundin sitzen sich gegenüber.)
Freundin: Du wirst lachen, aber…
Matthias: Aber?
Freundin: Du wirst lachen, aber ich mache heute mit dir Schluss
Matthias: Was für ein Tag. Erst unser Streit und dann dieser Unsinn.
Freundin: Ich meine es ernst: Ich verlasse dich, Matthias, good bye.
Matthias: Aber….
Freundin: Aber was? Es ist eine vollendete Tatsache.
Matthias: Aber das kannst du nicht machen. Das wäre mein sicheres Ende. Ohne dich kann ich nicht weitermachen. Ich bin hilflos den Gefahren dieser Welt ausgesetzt. Du weißt doch: Die wollen mich fertigmachen. Und wir sind die Front dagegen,. Du bist mein Kampfgenosse.
Freundin: Ach Matthias, ich brauche einfach jemanden, der mir guttut und ganz lange bei mir bleibt.
Matthias: Aber das könnte ich doch sein.
Freundin: Nein. Das bist du nicht, du bist raus. Arrivederci.
Matthias: Dieses Gefühl zerreißt das Herz in meiner Brust. Jetzt werde ich nicht nur von der Gesellschaft verraten, sondern auch von meinem einzigen Vertrauten. Einst standst du auf meiner Seite. Wie soll ich die Erinnerung an dich pflegen? Mein Wunsch bei dir zu sein wird in seiner enormen Größe alles überfluten, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Es ist als hätte man mir ein Bein abgetrennt und ich müsste durch die Gegend humpeln, während die Krähen über mich herfallen. Nichts wird mehr Bestand haben. Ich glaubte im Schutz deiner Liebe meine Seele gefunden zu haben, nicht nur in dir, sondern in der ganzen Welt.
Freundin: Mach dir nichts draus. Shit happens. Du kannst ja immer noch schizophren werden und dir einbilden du seist Jesus. Dann kannst du die Welt retten und wirst ganz glücklich sein, auch ohne mich. Nun mach doch nicht so ein verbittertes Gesicht.
Matthias: Jesus werde ich auch sein. Denn der Kaputte nutzt seine Wunde, um Großes zu vollbringen. Es bindet ihn an seinen Weg und lässt ihn gut und böse erkennen. Er geht in Richtung Gesundheit und nimmt dabei viele Menschen mit.
Freundin: Also was sagst du jetzt dazu, dass ich dich nicht mehr will. Du bist so still. So als wärst du so ein Zurückhaltender, so ein behinderter Autist.
Matthias: Was ich dir sage? Wie kannst du nur so etwas grausames tun? Es ist eine Apocalypse!
Freundin: Hm, ein bisschen eingeschnappt bin ich aber.
Matthias: Aber.
Freundin: Du hast es sofort akzeptiert als ich sagte ich trenne mich von dir. Du hast keinen Moment daran gedacht zu kämpfen. Das macht mich nur um so sicherer in meinem Entschluss: Du bist überfällig.
Matthias: Was hätte ich schon sagen können. Ich liebe dich, komm zurück zu mir, warum willst du von mir gehen?
Freundin: Ja, genau. Stattdessen: Wäh, ich bringe mich um, was für ein Unsinn, ich kann nicht leben ohne dich, du bitterböse Frau warum tust du das? Ich tue garnichts du tust was. Nämlich dich immer tiefer reinreiten.
Matthias: Ich dachte es wäre eine vollendete Tatsache.
Freundin: Das ist es nie. Aber jetzt ist es eine.
Matthias: Na toll, immer wenn man etwas begreift ist es zu spät. Nur ein Bissen vom Baum der Erkenntnis und man kann sich sicher sein, man ist aus dem Paradies verbannt.


(Matthias erwacht in seinem Bett, die Vögel zwitschern durcheinander.)
Matthias: Oh, mein Schädel, mein Schädel! Die Vögel, sie zwitschern so laut. Ich will schlafen. Das ist Ruhestörung! Ich rufe die Polizei. Die schießt euch dann von den Bäumen oder verhaftet euch. Oh Gott, wieviel Uhr ist es, ich muss aufstehen. Was ist nur passiert gestern Abend? Bin ich nun wirklich wieder ein Single? Eben noch wie ein Ehemann, für immer verbunden, jetzt ein Junggeselle, als hätte ich nie eine andere Frau gehabt als meine Mutter. Warum singen die Vögel nur so laut. Was ist bloß mit meinen Ohren geschehen? War das schon immer so laut. Wer lässt die bloß so laut singen? Fällt das denn keinem auf außer mir? Es ist unmöglich sich zu konzentrieren. Selbst der kleinste Gedanke wird völlig sabotiert. Na was soll´s. Ich muss ja sowieso zur Arbeit gehen. Da kann ich mein Gehirn gleich hier lassen.
(Versucht aufzustehen) Au, mein Gehirn. Es schwappt in meinem Kopf herum, ist nicht mehr mit mir verbunden. Langsam. Ich schaffe das. (Versucht aufzustehen) Keine falsche Bewegung. Ich bin traumatisiert. Als hätte man mich körperlich gefoltert, traf mich diese Trennung. Jetzt muss ich die Frau vergessen und mich nach neuen Frauen umsehen. Aber nicht auf der Suche nach Sex, oder gar Liebe. Nein, nur um mich im Geiste zu verbünden. Von Hexe zu Hexe Kontakt aufzubauen. Denn daran sollen meine Peiniger immer denken: Ich bin eine witch! Ich kann Dinge, die andere nie könnten. Ich habe tiefe Einblicke in diese Welt.


(In einer Straßenbahn. Das fremde Mädchen blättert in einer Zeitschrift. Nebenan sitzt der F.)
Matthias: Jetzt, sie hat mich bemerkt. Ich merke, wie sie mich anblickt. Sie will mich. Ich fühle mich ihr verbunden. Ich spüre da in mir diese Verbindung auf einer tiefen geistigen Ebene. Unser Treffen ist bedeutsam! Nicht nur irgendein Treffen in der Straßenbahn. Das Treffen. Ein Zauber! Zwischen dir und mir, holde Maid.
Mädchen: (ohne von der Zeitschrift aufzublicken) Sagtest du etwas, mein Darling?
Matthias: Nein, ich schweige. Doch in diesem Schweigen liegt Fassung. Es ist die Erlösung der Welt. Komm zu mir, sauge dich an mich mit Blicken. Spürst du es ich brauche dich, ich kann nicht ohne dich sein, nur mit dir bin ich existent. Du bist aus dem selben Holz geschnitzt wie ich, wir gehören zusammen und weiden uns an unserer Unvollkommenheit. Es ist ein Fest für die Sinne. Wir teilen den Moment, liegt darin nicht stärke, im Moment nicht Reichtum? Keiner kann uns das nehmen, außer der, der dazwischen funkt.
F: Außer dem, der dazwischenfunkt.
Matthias: Der F.
F, wie Flüsterer. Wieder findet er die richtigen Worte, um mich zu schockieren.
Mädchen (ohne die Zeitschrift wegzulegen) : Ich spüre deine Blicke. Oh ja, du machst mich ganz heiß. Doch es ist keine rein sexuelle Attraktion, nein, ich bin zutiefst von dir überzeugt, ohne dass du je etwas dazutun müsstest. Alles was du tun musst ist mir zu begegnen. Es passiert so viel, so ganz ohne Worte.
Matthias: Und das willst du zerstören.
F: Und das will ich zerstören.
Matthias: Ein Satan, wer so deutlich ausspricht, was unveräußerlich ist.
F: Nichts ist unveräußerlich. Du musst die Wahrheit ertragen, denn hier wirst du gemessen an deiner Leistung. Dass du das nie vergisst.
Matthias: Aber du quälst mich.
F: Ich bin dein Gegenspieler. Hat dir noch nie jemand etwas entgegengesetzt? Dann wird es aber höchste Zeit. Wie solltest du sonst wissen, was falsch oder richtig ist?
Matthias: Ich spüre es an meinen Verletzungen. Der Schmerz weist mir den richtigen Weg.
F: Na siehst du, und ich gebe dir diesen Schmerz. Bin ich nicht allzu gütig?
Matthias: Allzu gütig. Schmerz ist ein notwendiges Übel.
F: Ein notwendiges Übel. Vertrag unterzeichnet. Deine eigenen Worte haben es formuliert.
Matthias: Meine Freundin quält mich mit ihrer Trennung. Das echte Leben ist es, was mich quält. Nicht du sollst mich quälen durch deine Hohn, deine Einmischung in mein Leben und deine ständigen doofen Sprüche!
F: Das Leben soll dich quälen. Also gut, ich repräsentiere dein Leben. Ich tue alles, was du willst. Was willst du mehr.
Matthias: Niemand soll mein Leben repräsentieren. Es steht für sich alleine und ist wahr und echt.
F: Nur noch das wahre und das echte. Ist notiert.
Matthias: Schlimmer als die Stasi. Schon einmal gab es über jeden einzelnen Akten. Warum sollten sie nicht auch jetzt sich die Mühe machen, jeden einzelnen zu observieren und dabei noch zu manipulieren. Aber woher nur diese paranoiden Gedanken. Wo war ich überhaupt stehengeblieben. Ach ja, bei meiner neuen Freundin. Siehst du, der Satz des F hat mich vollkommen aus dem Konzept gebracht. F, wie Flüsterer, was flüsterte er diesmal?
F: (flüstert) Außer dem, der dazwischenfunkt.
Matthias: Das weiß ich selbst. Störe die Welt nicht bei ihrem Monolog.
F: Ist notiert.
Matthias: Außer dem der dazwischenfunkt. Aber wer hat es gesagt, er oder ich? Ursprünglich vermutlich ich, doch wer hat es wiederholt?
F: Ich
Matthias: Das weiß ich, doch du sagst es mir, wer also bist du? Eine simple Wiederholung des Gesagten und schon hast du mehr Aufmerksamkeit als meine Seelenverwandte. Abermals: Wo war ich stehengeblieben.
F. Ich friere dich fest.
Matthias: Bei meiner Seelenverwandten, verdammich, sei doch endlich leise.
F: Du lebst von der Stille.
Matthias: Sei still und lass mich nicht aussprechen böse Worte. Im Zorn ist hössliches Gesagt, dass holder Unschuld schadet, Unberührtheit pflügt wie einen Acker.
F: Du Stiller, Zurückhaltender.
Mädchen: Ein Terror ist das. Nie kann man in Ruhe Zeitung lesen.
Matthias: Aber das Mädchen. Es ist auf meiner Seite. Ich lasse dich lesen. DU brauchst dich nicht zu bewegen. Merkst du meine Gegenwart?
Mädchen. Ich bemerke sie.
Matthias: Ich komme dir immer näher.
F: Du bist ein Lustmolch.
Matthias: Das bin ich nicht.
F: Achte gar nicht auf mich, ich bin einfach da. Ich gebe dir den Raum, dich zu entfalten.
Mädchen: (Blickt von der Zeitung auf) Wer stört? Wie viel Uhr ist es? Ist es wirklich schon so spät? Muss ich denn schon aussteigen?
Matthias: Deine Station ist noch nicht gekommen. Lass uns noch eine Weile genießen unser Zusammensein.
Mädchen: Wer bist du?
Matthias: Ich heiße Matthias.
Mädchen: Nie spricht mich einer an. (liest weiter)
Matthias: Und ich dachte es wäre real.
F: Du bist von dir überzeugt. Das ist gefährlich. Wir müssen dich eliminieren.
Matthias: Siehst du, was du angerichtet hast? Sie denkt über mich, ich sei schüchtern. Nur weil du gestört hast, hat sie mich angesehen. Was willst du überhaupt: Das was ich will, oder mein Gegenspieler sein.
F: Was du willst, ist dein Gegenspieler. Wir alle wollen uns doch nur auflösen.
Matthias: In Wohlgefallen. Doch nicht in einem F.
F wie Flüsterer.


(In einem Garten auf einem Trampolin. Matthias und zwei kleine Mädchen (Rebecca und Chris) hüpfen. Die Kinder haben Stöcke in der Hand.)
Matthias: Das ist eine tolle Arbeitsstelle. Ich verdiene mein Geld mit Freizeitquatsch.
Rebecca: Wenn wir das unserem Papa erzählen fliegst du raus.
Chris: Genau. Du bist nämlich unser Vasall.
Matthias: Ach kommt, Kinder, seid nicht so gemein, ich bin doch nur ehrlich!
Rebecca: Du bist eine Hexe!
Chris: Ja, genau, Hexe!
Matthias: Wer hat euch das erzählt, Kinder?
Rebecca: Das wissen wir aus deiner Akte, wir sind nämlich beim Geheimdienst.
Chris: Wir sehen aus wie zwei kleine Kinder, aber in Wirklichkeit sind wir Agenten. Und wir wollen dich manipulieren.
Matthias: Ich dachte mir schon, dass ihr Monster seid. Ihr seid gezüchtet, um mich zu verderben. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass ihr ausseht wie Ex-Freundinnen von mir. Das soll aus mir Informationen locken. Monster!
Rebecca. Er hat uns Monster genannt.
Chris: Das sagen wir unserem Papa.
Matthias: Ich bin doch nur ehrlich.
Rebecca. Du bist verrückt. Und eine Hexe.
Chris: Ja genau, eine Hexe bist du.
Rebecca: Los, auf ihn mit den Fackeln. Verbrenne wir die Hexe. Schlagen wir sie. Stechen wir ihr die Augen aus, mit denen sie blickt auf kleine Kinder.
Matthias: Das ist unfair, man hat euch gezüchtet als meine Ex-Freundinnen. Wie sollte ich da nicht mein Auge auf euch richten.
Rebecca: Wir sind kleine Kinder. Du Pädophile Drecksau. (Sie verfolgen und schlagen ihn mit den Stöcken)
Chris: Staatsfeind.
Matthias: Hey, was soll das, das ist Hexenverfolgung!
Rebecca: Du bist die böse Knusperhex, das weiß doch jedes Kind.
Mathias: Haben sie euch das erzählt, ja? Haben sie euch auf mich angesetzt?
Erziehung ist wohl doch kein Kinderspiel.
Rebecca: Das ist hier kein Freizeitquatsch.
Chris: Du musst leiden, leiden, leiden.
(Zwei Vögel tauchen auf auf den Bäumen.)
Amsel: Warum fragt niemand die Vögel? Alle haben Probleme, aber niemand wendet sich an uns, zizeböh. Und dabei können wir helfen.
Meise: Wir schweben hoch oben und sehen alles ganz genau. Wir sind die Schiedsrichter dieser Welt. Außen vor und doch dabei. Wittwiedu.
(Die Mädchen schlagen sich nun gegenseitig mit den Stöcken)
Matthias: Wer spricht da hoch oben? Eine Stimme die mich erhört.
Amsel: Wir sind die Vögel, wittwiedu. Wir können reden, zizeböh.
Meise: Wir sind die Ziziböh. Wir sind wittwidu.
Matthias: Es sind die Vögel! Sie können reden. Nur ich kann sie verstehen. Ich bin eine wahre Hexe. Ich bin der Auserwählte. Welche komischen Worte sie verwenden. Zizeböh, wittwiedu. Oh liebe Vögel, ich habe Probleme. Ich wende mich an euch. Was bedeutet Zizeböh?
Amsel: Was Zizeböh bedeutet. Zizeböh ist, wenn jemand so tut als wäre er nicht da. Das ist der Zizeböh.
Meise: Vorsicht!
(Ein Mädchen schlägt mit dem Stock in Richtung Kopf von Matthias. Matthias duckt sich und weicht dem Schlag aus.)
Matthias: Das ist toll. Die Vögel helfen mir wirklich. Sie haben meine Haut gerettet.
Amsel: Die Vögel sind witt. Du brauchst nur auf uns zu hören und schon entgehst du jeder Gefahr.
Matthias: Ich werde sein wie Adolf Hitler, der jedem Attentat auswich. Jetzt weiß ich, woher er es wusste. Und woher gewinnt ein F seine Kraft? Eben, er hört auf die Vögel. Er ist eine schlimmere Hexe als ich es jemals war. Doch jetzt stehe ich ihm in nichts mehr nach. Ich werde Informationswege besitzen wie kein Normalsterblicher.
Meise: Sind die Nazis shy?. Du bist der einzige der uns versteht.
Amsel: Ein F kann uns nicht verstehen. F ist der Zizeböh, Work niemals zizeböh, sei eine witch.
Meise: Ich bin eine witch.
Matthias: Aber ihr seid doch der zizeböh. Jetzt bin ich verwirrt.
Amsel: Wir sitzen in den Bäumen. Also tun wir so als wären wir nicht da, also sind wir der Zizeböh. Aber wir sind es wirklich und dürfen es als einziges. Und wir sind trotzdem eine witch.
Meise: So ist unser Leben. Niemand achtet auf die Vögel. Und dabei sind wir für alles verantwortlich, was schiefläuft auf Erden. Alles liegt an den Vögeln.
Matthias: Ihr seid eine witch, genau wie ich. Ihr könnt auf einer hohen geistigen Ebene kommunizieren.
(Die Mädchen hauen sich gegenseitig um)
Amsel: Wir haben sie irre gemacht. Weil sie uns hören und doch nicht verstehen.
Meise: Und doch verstehen sie, aber sie wissen nicht, dass sie uns hören.
Amsel: Warum hört niemand auf die Vögel.
(Matthias steigt vom Trampolin ins Gras.)
Matthias: Aber ich, ich höre auf euch!
Maise: Warum sind wir hier? Die Vögel waren niemals hier! Die Vögel waren immer da!
Amsel: Die Vögel waren da und nicht hier.
Meise: Warum kannst du uns verstehen?
Matthias: Ich bin eine witch. Ich kenne die Sprache der Vögel.
Amsel: Das müssen wir den anderen Vögeln erzählen. Die Vögel fliegen weg.
Matthias: ist das eben wirklich passiert? Ich will fortan auf die Vögel hören. Sie sollen mich begleiten und mir Anweisungen geben für mein Leben. So werde ich mich gegen jeden F verteidigen.
(Die Vögel kommen zurück)
Meise: Vorsicht, Zizeböh.
(Rebecca wirft im Liegen ihren Stock, Matthias weicht aus)
Matthias: Danke!
Amsel: Vögel sind witt.
Matthias. Heißt das, dass ihr es voll drauf habt?
Meise: Wir sehen alles.
Amsel: Und hören deine Gedanken.
Matthias: Kann ich von euch lernen, wie man Gedanken liest.
Amsel: Du kannst es bereits, hast es nur nie benutzt.
Meise: Matthias ist witt wie du!
Matthias: Du kennst ja meinen Namen, ohne dass ich ihn dir jemals nannte. Du bist wirklich ein Freund.
Amsel: Wir sind keine Freunde, Der Vogel ist niemandes Freund.
Meise: Der Vogel ist böse.
Amsel: Der Vogel ist niemals freundlich. Zizeböh!
Amsel: Der böse Vogel.
Matthias: Dann will ich auch niemals freundlich sein. (schmeisst den Stock ins Trampolin auf Rebecca und Chris.
Meise: Greif nicht jeden an, den du triffst.
Amsel: Work nicht zizeböh.
Matthias: Warum sprichst du halb Englisch?
Amsel: Ich bin eine witch.
Matthias: Das ist Englisch.
Meise: Na also.
(Die Mädchen wachen auf)
Rebecca: (zu Chris) Du bist eine blöde Kuh, du hast mich mit deinem Stock bewusstlos geschlagen.
Chris: Du bist eine viel blödere Kuh, denn du hast mich zu erst geschlagen.
Rebecca: Du hast angefangen!
Chris: Nein, du.
Rebecca: Sei still, oder ich schlage dich wieder.
Chris: Siehst du, du schlägst mich.
Rebecca. Das hast du dann auch verdient.
Chris: Das ist gemein, du sollst mich nicht schlagen. Ich bin jünger als du.
Rebecca: Du Kind! Kinder muss man schlagen, sonst entwickeln sie sich nicht.
Matthias: Also los, eine neue Runde Trampolinspringen kann beginnen. Jetzt passiert mir nichts mehr. Und wer weiß, vielleicht kann ich die beiden jungen Flüsterer umerziehen und zu Anhängern in der Armee der Vögel machen. Die Menschen müssen nur mehr auf die Vögel hören, die sie von so hoch oben stören, dann wäre alles bewusster.
(er steigt aufs Trampolin.)
Matthias: Hey Kinder, kennt ihr schon folgendes Lied? Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle.
Amsel: Das ist zizeböh, über Vögel singt man nicht.
Meise: Vögel bildet man nicht ab, das ist zizeböh.
Amsel: Man gibt uns kein Vogelhäuschen,. in dem wir immer wohnen wollen.
Meise: Man gibt uns keine Meisenknödel, von denen wir immer essen wollen.
Amsel: Das ist zizeböh.
Meise: Man zieht keinen Wetterhahn auf sein Dach auf.
Amsel: Wetterhahn, Zizeböh, alles ziezeböh.
Matthias: Ich bin eine Hexe, ich habe tiefe Einblicke in die Welt. Ichverstehe alles. Aber ich brauche Konzentration und muss die Bilder kommen lassen. Niemand darf mich stören. Und tun sie es doch, bemächtigen sie sich meiner. Gnädig sei mir Gott.
Meise: Wir sind Gott.
Amsel: Ich bin der Herr.
Matthias: Hey Mädels. Könnt ihr schon Englisch? Englisch müsst ihr können, das ist eine Weltsprache.
Chris: Können wir nicht, mögen wir nicht.
Rebecca: Los, spring mit uns, sing mit uns.
Matthias: (singt) Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein, Stock und Hut steht ihm gut, ist ganz wohlgemut.
Chris: Sing uns alle Lieder, die du kennst.
Matthias: Lernt lieber die Sprache der Vögel mit mir: Alles zizeböh!
Rebecca (singt): Twinkel twinkel little star, oh I wonder what you are.
Chris: Alles Zizeböh!
Matthias: Richtig, alles zizeböh! Ihr müsst nur genau hinhören! Es zwitschert überall!
Amsel: Zizeböh, er erzählt es den F-Kindern. Die wissen es längst.
Rebecca: Die sind witt
Chris: wittwiedu.
Matthias: Woher wisst ihr das?
Rebecca: Du strahlst es aus.
Chris: Wir sehen es dir an der Nasenspitze an.
Rebecca: Und geh Abendessen machen.
Chris: Ja genau, mach uns ein Hühnchen.
Meise: Sie wollen ein Hühnchen essen, das ist zizenböh.
Amsel: Das ist tschüß.
Meise: Tschüß armes Hühnchen.
Rebecca: Matthias, was stehst du noch hier rum. Ab an den Ofen.
Amsel: Sie rufen ihn hierher. Das macht man nicht. Man ruft keinen hierher.
Meise: Sie rufen ihre Tiere hierher und nun auch Menschen.
Matthias: Was bedeutet hierher rufen?
Amsel: Jemanden beifuß rufen.
Meise: Ihn aus der Reserve locken, um ihn dann auszuplündern. Böser Zauber!
Amsel: Sie rufen Katzen hierher, wenn sie sie hochheben, das ist hierher rufen.
Meise: Wenn sich dich befehligen.
Chris: Hör auf zu zwitschern.
Rebecca: Ja, was redest du da mit den Vögeln?
Chris: Ich glaube er fragt sie was hierherrufen bedeutet.
Matthias: Ihr F wisst einfach alles. Das ist erstaunlich, aber auch gruselig. Ihr seid dich alle bei der Scientology!
Rebecca: Ich will chicken wings!
Chris und Rebecca. Ich will chicken wings, ich will chicken wings, ich will chicken wings.
Matthias: Ihr esst vegetarisch. Was anderes kommt nicht auf den Tisch.
Chris: Du bist eine unterdrückerische Person!
Rebecca: Wir wollen uns selbst entfalten!
Matthias: Spielt schön, ich gehe einen Broccoliauflauf machen.
Chris: Bäh, Broccoli, ekelhaft.
Rebecca: Schmeckt wie Kotze!
Chris: Der Papa wird dich feuern, wenn wir es so wollen.
Rebecca: Wir wollen dich hier nicht!
Meise: Der Papa wird dich anzeigen wegen Kindesmissbrauchs.
Amsel: Du hast den Stock auf die Kinder geschmissen!
Chris: Du hast einen Stock auf uns geschmissen als wir bewusstlos waren.
Rebecca: Der Papa bringt dich um!
Matthias: Zuerst werde ich verlassen und dann gefeuert, wehe mir!
Meise: Du musst kündigen!
Amsel: Der Job ist zizeböh!
Matthias: Alles was ihr sagt werde ich befolgen. Tschüß liebe Kinder, sagt eurem Vater er ist eine Mutation.
Chris: Ist er auch.
Rebecca: Geschaffen um dich zu quälen. Er wurde nach deinem früheren Ideal geformt, um dir Informationen zu entlocken.
Matthias: Erstaunlich ehrlich. Und jetzt kündige ich.


(In der Nervenheilanstalt. Matthias sitzt mit einer Patientin zusammen. Sein Arm ist ruhiggestellt in einer Armbinde.)
Patientin: Und, warum haben sie dich hier in die Klapse gebracht?
Matthias: Ich habe Steine auf Autos geschmissen.
Patientin: Warum hast du denn das gemacht?
Matthias: Ich konnte nicht schlafen. Die Autos waren so laut. Und sie haben geredet. Lauter gemeine Sachen haben sie gesagt. Erst habe ich nur die Vögel reden gehört. Dann auch die Autos. Das mit den Vögeln war ja noch ganz nett. Aber das mit den Autos war grauenhaft.
Patientin: Was haben die Autos denn gesagt?
Matthias: Sie haben gesagt: Wir schneiden uns die Vögel aus. We make him day
Patientin: Was heißt we make him day?
Matthias: Dass sie mich blind machen. Dadurch, dass sie vorbeifahren und einen Teil von mir mitnehmen.
Patientin: Das ist ja schrecklich.
Matthias: Und sie haben gesagt, dass sie mich umbringen wollen.
Patientin: Da wär ich ja auch ausgerastet.
Matthias: Ich konnte einfach nicht schlafen.
Patientin: Und geht es dir hier in der Anstalt wenigstens besser?
Matthias: Nicht wirklich. Nachts werde mit einem Gerät bestrahlt, dass die Eingeweide in meinem Körper sichtbar macht.
Patientin: Mir geht es ähnlich. Ich werde total durchgewühlt von elektromagnetischen Wellen.
Matthias: Ich auch. Das sind die Geheimdienste. Sie wollen uns jede freie Sekunde nehmen. Unser Leben total belagern. Autsch.
Patientin: Was war?
Matthias: Jemand hat bei mir den behinderten Punkt gedrückt. Es ist ein Elend. Sie kommen immer wieder und machen, dass ich irgendwelche Lichter sehe oder schicken mit schwarze Punkte entgegen: Die schwarzen Punkte nennen sie Hölldotter. Es sind aggressive Geschosse, die dich zurückholen in die Wirklichkeit. Leider ist es dann nicht mehr deine Wirklichkeit.
Patientin: Und die Punkte, die du siehst?
Matthias: Der rote Punkt ist der Vogelpunkt. Wenn sie den bei dir aktivieren, ist es aus mit Vogelhören. Der blaue Punkt heißt dass sie dir den geistigen Kontakt mit den Vögeln unterbrechen. Der grüne Punkt mit dem weißen Rand heißt, dass sie dir die Ehe mit den Vögeln klauen, die „schüchterne habi“, denn diesen Punkt haben dir die Vögel als Treueschwur geschenkt.
Patientin: Die haben was gegen die Vögel.
Matthias: Ja genau, und sie fahren gerne Auto. Mit den Dingern machen sie unsereins total fertig auf den Straßen. Wenn ein Auto an dir vorüberfährt ist nachher nichts mehr wie es war. So brutal ist der Fahrtwind. Er reißt uns total aus dem Gleichgewicht. Motorengeräusche und Scheinwerfer tun ihr übriges. Und dann diese Geschwätzigkeit der Karren. Ich sehne mich nach der Zeit zurück, in der ich nur die Vögel reden hörte. Die haben mir echt geholfen im Kampf gegen die F. Das waren coole Spaziergänge, in denen ich jeden dummen Blick geschickt abblocken konnte. Ich sagte einfach: Witt und schon prallte der Blick zurück zum Absender. Die Vögel diktierten mir, was zu tun war, und ich führte es aus. Einmal war ich in meinem Ego so gestärkt, dass ich einer Frau eine runterhaute, die mich blöd ansah. Ich musste 600 Euro Strafe zahlen und 1000 Euro für die Sache mit den Autos.
Patientin: Du bist toll. Willst du mich nicht heiraten, wenn wir wieder draußen sind?
Matthias: Nett von dir, aber nein danke, ich bin immer noch meiner Ex-Freundin treu und das werde ich auch bleiben. Auch wenn sie mich nicht mehr will und meinen Feinden ausgeliefert hat. Oh, ich habe mich so sicher gefühlt als sie noch da war. Nichts konnte mir etwas anhaben. Hauptsache wir hatten einander. Selbst das Arbeiten war nur noch halb so schlimm für mich.
(Die Freundin von Matthias kommt in die Klinik)
Freundin: Matthias!
Matthias: Hey, meine Freundin ist gekommen, ich fasse es nicht.
Patientin: Wenn man vom Teufel spricht.
Matthias: Was führt dich hierher meine Prinzessin?
Freundin: Ich habe von dir und den Pflastersteinen gehört und dass du jetzt in der Klinik einsitzt und wollte dich mal besuchen kommen. Ich will ja schließlich immer noch, dass wir gute Freunde sind. Und gute Freunde lassen sich nicht im Stich, auch nicht in den Schlimmsten Phasen der Schizophrenie. Daran merkst du, ob ein Freund dein Freund ist, wenn er dich in der Klinik besucht.
Matthias: Ich habe keine Schizophrenie.
Freundin: Wie auch immer. In jedem Fall hast du laut verkündet, den dritten Weltkrieg anzetteln zu wollen und das klingt schon ziemlich verrückt.
Matthias: Was haben sie dir sonst noch von mir erzählt.
Freundin: Nur, dass sie dich zusammengeschlagen haben. Wie geht es deinem Arm?
Matthias: Mein Arm ist zizeböh.
Freundin: Was heißt das?
Matthias: Das ist Vogelsprache und heißt, dass mein Arm jetzt behindert ist. Naja, eigentlich ist er nur ausgekugelt.
Freundin: Stimmt es, dass du dich mit Vögeln unterhältst?
Matthias: Ja, ich kann es dir beibringen wenn du willst.
Freundin: Vielleicht irgendwann mal.
Matthias: Wenigstens sagst du nicht nein. Da ist man schon so begabt und keiner möchte etwas davon wissen.
Patientin: Ich finde es ehrlich gesagt auch ziemlich interessant.
Matthias: Das Problem ist nur, dass ich die Vögel momentan nicht mehr hören kann. Seit ich das Zyprexa nehme, ist es mit dem Vogel-do vorbei. Ich kann euch also nicht mehr vermitteln und auch nicht demonstrieren wie ich mit ihnen rede. Es ist eine tragische Geschichte. Die Vögel haben mich gewarnt, wenn du aus der Klinik raus bist, wenn die mit dir fertig sind, dann fickst du Vögel. Dann bist du keine witch mehr.

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